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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Auf dem Prinzipiengleis

Der Augsburger Hauptbahnhof. Foto: B4B SCHWABEN

Seit ich voriges Wochenende gelesen habe, dass die Gewerkschaft der Lokomotivführer wieder streiken will, ist ein Gedanke zu mir zurückgekehrt, der schon geraume Zeit beschäftigt: Wie soll das im Unternehmen eigentlich praktisch gehandhabt werden, wenn es dort zwei Tarifverträge gibt? Noch dazu, wie die GDL es ja wohl anstrebt, einen besseren (bei ihr) und einen schlechteren (bei den anderen). 

Um in den Genuss der verhandelten Konditionen zu kommen, müssten die Arbeitnehmer ja dem Arbeitgeber etwas mitteilen, was der gar nicht wissen darf – die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gewerkschaft. Damit sie genau den Lohn oder das Gehalt sowie die Begleitmusik bekommen, das ihre Interessensvertretung für sie ausgehandelt hat. Wenn also die Brezel-Gewerkschaft mehr herausholt für die Backenden als die Semmel-Gewerkschaft, ist letztere erledigt.

Unterstellt, dass Mitarbeiter über die Intelligenz verfügen, ihrer Arbeitspflicht nachzukommen, werden sie auf jeden Fall auch helle genug sein, das bessere Ende bei der Bezahlung für sich einzufordern. Und sich folglich zu jener Gewerkschaft bekennen, die ihnen die besseren Konditionen verschafft. Womit, unterm Strich, nur der aus Arbeitnehmersicht günstigere der beiden Verträge zum Tragen käme. Das wird dann zur Herausforderung, wenn die eine mehr Gehalt, die andere aber mehr Urlaubstage verhandelt hat, zum Beispiel.

Wie überall, wo Wettbewerb herrscht, wird es also zum Wettstreit der Anbieter um Marktanteile kommen. Weil der Verlierer aber de facto einen Nullanteil für sich reklamieren darf, führt das Zulassen mehrerer Tarifverträge für die gleiche Tätigkeit letztendlich zum Monopol. Oder zu einer Vertretung der Gewinnmaximierer und einer Vertretung der Bescheidenen. Da keine der beiden Gewerkschaften solche persönlichen Eigenschaften zur Voraussetzung für eine Mitgliedschaft machen darf, kann eine Differenzierung eigentlich nur über Berufsgruppen erfolgen. Wenn diese nicht möglich ist, bleibt dann doch wieder die zuerst genannte Einteilung.

Womit wir bei der Erkenntnis angelangt sind, dass es bei der Geschichte a) nicht wirklich um die Interessensvertretung von Arbeitnehmern geht, sondern um einen Kampf um Marktanteile, in dem b) der Kunde der Dumme ist, weil der sich c) nicht aussuchen kann, von wem er gefahren, beknipst oder bekocht werden will, vorher aber d) den Streik hinnehmen muss.

Darum hören wir nun auch wieder auf, uns Gedanken zu machen. Bei Prinzipienreitern führt das zu nichts, bei Dingen, die ausschließlich durch Juristen geklärt werden können, schon zweimal nicht. Vor allem, wenn die Beteiligten erst mal auf einem Gleis sind und nicht mehr runterkommen.

von Rebecca Weingarten