
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Das gilt auch für Museumsleiterin Dr. Beate Spiegel. Für sie ist diese Uhr ein absolutes Lieblingsstück. Nicht nur wegen der prächtigen Gestaltung, sondern weil hier Geschichte sichtbar wird. Denn diese Uhr war mehr als nur eine Zeitanzeige, als sie ums Jahr 1722 zu ticken anfing:
Damals, als die Augsburger Bürgertochter Victoria Farget von der Kuchelmeisterin der Abtei Oberschönenfeld zu deren Äbtissin aufstieg. Damals, als Kloster und Kirche in ihrer heutigen Form fertiggestellt wurden. Fargets Wappen ist nur eines der vielen Bilder, die das Kontrollzifferblatt schmücken, also jene inwendige Anzeige, an der sich der rechte Gang der Uhr ablesen lässt. Zum Beispiel ist der Erzengel Michael zu sehen, unten an der Pendelscheibe, der Abwehrrecke gegen das Böse, der auch an anderer Stelle im Kloster immer wieder auftaucht.
Groß sind der Heilige Bernhard und der Abt Stefan Harding abgebildet. Beide Ordensväter des Stammklosters im französischen Cîteaux, der eine als Bernhard von Clairvaux etwas bekannter, der andere als offzieller Gründer des Zisterzienserordens anerkannt. Dass sie dort zu sehen sind, ist mehr als symbolisch. „Sie haben dem Orden seine Regeln gegeben – und die Uhr hat die Stunden verkündet, an denen diese Regeln ausgerichtet waren“, weiß Spiegel. „Sie zeigte den Nonnen, dass es Zeit zum Gebet war.“ Zu jener Zeit waren Uhren noch wenig verbreitet, die Einteilung des Tages folgte mehr dem Sonnenstand und dem Gefühl. Die weit sichtbare Uhr am Turm und ihr Stundenschlag brachten eine neue Ordnung ins Leben der Menschen, auch im Umland. Das Schmuckstück aus Oberschönenfeld, so die Museumsleiterin, ist „eine richtige mechanische Zeitmaschine, einfach in der Ausführung, aber auf der Höhe der damaligen Technik“.
So, wie sie über die Jahrhunderte die Stunden geschlagen hat, war die Uhr Schrittmacherin des Lebens im Kloster. Als Kunstwerk spiegelt sie jene 800 Jahre Geschichte wider, die Oberschönenfeld heuer feiert.
Kontakt
Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Tel.: 08238 3001-0
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de