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Es waren die oft unvermuteten Höhenflüge, die dieses Jahr prägten. Der DAX, zum Jahresbeginn in den Augen einiger schon unterwegs zur 9.000er-Grenze, geriet indes nur allzu bald in Turbulenzen und dann in steilen Sturzflug. Gold wurde immer begehrter, wie immer, wenn’s kriselt, und erreichte selbst inflationsbereinigt historische Höchststände. Im Geleit folgten allerlei andere Rohstoffe, am besten spürbar an den Preisen fürs Benzin. Oder der Schweizer Franken. So stark im Aufwind, dass die Eidgenossen in Scharen zum Einkaufen die Grenzen überquerten, dass noch im Allgäu Supermärkte zeitweise leere Regale aufwiesen. Auch wenn die Diskussionen und Berichte der vergangenen Monate vermuten lassen, die Ursache für dies alles sei allein in einem kleinen, Oliven exportierenden Land der Europäischen Union begründet – die Wahrheit hat viel, viel mehr Seiten. Dass sich vermeintliche Horte der Stabilität wie der Euro plötzlich grundsätzlich infrage gestellt sahen, lag weniger an einem instabilen Gemeinwesen, sondern an der offenkundigen Unfähigkeit und dem Unwillen der Stabilitätswahrer, ernsthafte und radikale Schritte einzuleiten.
Da mochte Theo Waigel noch so sehr die Augenbrauen runzeln: Einer Inflation der Worte folgte eine Deflation der Taten. Im Übrigen bebte die Finanzwelt nicht nur auf dieser Seite des Atlantiks: Wer hätte ernsthaft daran gedacht, dass die USA vor einer politisch bedingten Zahlungsunfähigkeit stehen würden und ihr Triple-A-Rating verlören? Hochkonjuktur auf jeden Fall hatten so die Schicksalspropheten und die hartnäckigen Mahner. Von ihren zornigen, kritischen und schwarzmalenden Worten allein jedenfalls geht die Welt nicht unter. Aber sie fühlt sich nicht mehr so heimelig und gemütlich an. Die vermeintliche Rettung naht aus dem Osten: „Ex oriente lux“, hieß das früher einmal und war spirituellen Ursprungs.
Beim Materiellen dagegen heißt es: „Die Chinesen kommen.“ Die Staatsfonds des größten Volkes der Erde sollen retten, was zu retten ist. Wer glaubt, dass dies nur Zinsen kostet, der sei an die vielen „seltenen Erden“ erinnert, die in jedem derzeit noch so billigen Handy oder Tablet-PC stecken. Die Veränderungen und neuen Aspekte, die uns das vergangene Jahr beschert hat, sind nicht der Gipfel einer Entwicklung – sie sind erst der Anfang. Was sonst noch zu bemerken wäre? Finanzexperten aus Bayerisch-Schwaben und dem Allgäu standen der Redaktion für diese Ausgabe von topFIRMEN exklusiv Rede und Antwort über ihre Erkenntnisse aus 2011 und ihre Erwartungen für 2012.
Die Redaktion befragte dazu Roland Odörfer, Geschäftsführer der Odörfer & Brandner Vermögensmanagement KG in Neusäß, Jörn Schmäing, innerhalb des Asset Managements Leiter der Abteilung „Research & Strategie“ beim Bankhaus Jungholz, Markus Fiebinger, Regionalleiter Augsburg der Bank für Tirol und Vorarlberg AG, Karl-Heinz Haider, Abteilungsdirektor Wertpapiermanagement bei der Sparkasse Memmingen-Lindau- Mindelheim, Richard Fank, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Augsburg, Dr. Jörg Gabler, Stefan Gabler, Christoph Breunig , Geschäftsleitung der Gabler-Saliter Bankgeschäft KG, Stefan Harnauer, Vorstandsmitglied der Augusta-Bank eG Raiffeisen-Volksbank, Robert Schneider, Direktor bei Merck Finck & Co, Privatbankiers, Augsburg und Georg Schneider, Vorstand der VR-Bank Handels- und Gewerbebank.
Ihre Antworten finden Sie in unserem Top Firmen Magazin auf den Seiten 42 - 49, hier: