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Centerleiter der City-Galerie Torsten Keller im Gespräch

Centerleiter der City-Galerie Torsten Keller im Gespräch

Am Anfang schien es etwas vermessen, dieses Einkaufszentrum „City Galerie“ zu nennen. Ein „langer Säulengang“ italienischer Art? Eine Ausstellung von Kunstwerken? Oder Referenz an jene berühmten und traditionsreichen Ladenpassagen, die Galerie Vivienne in Paris, die Galeries Royales Saint-Hubert in Brüssel oder die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand? Centerleiter Torsten Keller macht deutlich, was diese Einkaufswelt zwischen Augsburgs Textilviertel und der historischen Altstadt auszeichnet.

Nun, zehn Jahre später, haben sich Blickwinkel, Wahrnehmung und Perspektiven verschoben zugunsten dieses Einkaufszentrums, das sich zu einem hoch frequentierten Ort des Konsums entwickelt hat, der die unmittelbare Nachbarschaft genauso zuverlässig bedient wie die Gelegenheitsbesucher aus dem näheren und ferneren Umland. „Die City Galerie ist nie leer“, konstatiert Centerleiter Torsten Keller. Er steht auf einer kleinen Übergangsbrücke hoch oben im Gebäude, das gläserne Gewölbe direkt über sich und schaut hinunter zum Springbrunnen, um den spielende Kinder tollen, an dessen Rand sich Bratwurstsemmel kauende und Eis schleckende Erwachsene niedergelassen haben, und um den herum die zwei endlosen Ströme bummelnder Einkäufer fließen, genau so, wie es die deutsche Straßenverkehrsordnung vorsieht: rechts stadtauswärts, links stadteinwärts. Ein heiterer, entspannter Klang liegt über allem und selbst, wenn draußen Sturm und Regen toben, herrscht hier drinnen ein heiteres Klima.

Wachstum und Wandel zu jeder Zeit

Womit wir wieder bei der Kunst angelangt wären. Vielleicht nicht jene im klassischen Sinn. Aber der, Menschen zu bewegen, zu begeistern. Dies ist eine oft übersehene, gleichwohl unverzichtbare Triebkraft hinter dem Erfolg eines Unternehmens wie der City Galerie. Denn hier gilt es, viele Menschen mit vermeintlich gegensätzlichen Interessen zufriedenzustellen: Die Käufer. Die Verkäufer. Die Investoren. Die Nachbarn. Die Stadt. Selbst die Wettbewerber kommen in der Philosophie der ECE-Gruppe als Betreiber des Einkaufszentrums nicht zu kurz. „Die City Galerie ist keine Welt für sich“, sagt Keller. „Wir sind eingebettet in die Anziehungskraft der ganzen Stadt. Nur wenn dieses Umfeld lebendig und vielfältig ist, wirkt der Standort anziehend auf einen großen Kreis von Konsumenten.“ Ein Geben und Nehmen sei es, das alte Prinzip von Handel und Wandel, das die Galerie durch ihren Markteintritt nicht revolutioniert habe, sondern mit neuen Impulsen versehen.

Womit wir bei einer zweiten Kunst wären. Dem ununterbrochenen Gestalten, dem permanenten Sich-neu-Erfinden, dem pulsierenden Leben innerhalb eines festen Gefüges. Gut 100 Geschäfte finden sich in den Mauern der City Galerie – und sie befinden sich in stetiger Veränderung. Dazu tragen einerseits ihre Besitzer selbst bei, die neue Akzente setzen im Angebot und seiner Präsentation. Dazu trägt aber auch der Betreiber bei, der seine Mieter fordert und fördert, den Wandel im Einzelhandel aktiv zu vollziehen. Ein Beispiel? Ludwig Beck hat sich aus der Galerie verabschiedet, weil das Gesamtunternehmen eine neue Strategie fährt, die keine kleineren Standorte außerhalb Münchens mehr vorsieht. „New Yorker“ dagegen ist in letzter Zeit immens gewachsen, weit über das Maß hinaus, das ihm die bisherigen Räumlichkeiten in der Galerie boten. „Wir haben einen Ringtausch vollzogen“; stellt Keller fast schon nüchtern fest. „,New Yorker‘ hat die größeren, bisherigen Beck-Räume bezogen und selbst Platz gemacht für einen neuen Anbieter.“

Balance von Kür und Pflicht

Dass in jüngster Zeit immer wieder einige Läden zu Umbauten und Renovierungen geschlossen waren, ist manchem kaum aufgefallen, weil die Centerleitung selbst bei Baustellen auf ein gepflegtes Äußeres achtet. Die Häufung hängt indirekt mit dem Jubiläum zusammen, weil Mietverträge in den ECE-Häusern nur auf zehn Jahre geschlossen werden. „Keiner weiß, was in den nächsten zehn Jahren die Anforderungen an einen erfolgreichen Einzelhandel sind“, sagt Keller. „Deshalb darf man hier nichts in Beton meißeln.“ Vertragsverlängerung und Pflicht zu Umbau und Neugestaltung sind untrennbar miteinander verbunden. Das Neue im Vertrauten zu schaffen, nennt der Centerleiter das. Eine Denkweise, die sich auch in den immer wieder neuen Sonderaktionen äußert, mit denen das Einkaufszentrum mehrmals im Jahr die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam macht.

Kellers Aufgabe ist es, die Zugkraft des Gesamtangebots sicherzustellen und Balance zu halten zwischen Pflicht- und Kürbesatz. „Ein Einkaufszentrum ist ohne Friseur, Supermarkt oder Buchhandlung nicht denkbar. Aber wir müssen die örtlichen Wünsche und Spezialitäten im Auge behalten und auch dafür Raum geben, wenn unser Platzangebot es erlaubt.“ Ein Coffeeshop zum Beispiel braucht nicht „Starbucks“ zu heißen, den sich mancher als prominenten Namen vielleicht wünscht, wenn eine lokale Größe wie „PowWow“ diesen Markt perfekt bedient. Dass nun, pünktlich zum Jubiläum, einer der noch raren Apple-Stores sich in Augsburg ansiedelt und dann gleich in der City Galerie, das empfindet Keller gleichwohl „als Glücksfall – und als Bestätigung unserer guten Arbeit“.

Wäre noch das Geheimnis des Springbrunnens zu klären. Nur eine Spielerei? Von wegen. „Sicher hat der Brunnen auch die Funktion, unseren Besuchern ein Erlebnis zu bieten – ich treffe immer wieder Leute, die berichten, dass dieser Brunnen ihr überraschendes Highlight damals am Eröffnungstag war“, sagt Keller. „Aber viel mehr noch ist dieser Brunnen eine Einladung zum Abschalten, ein Signal, dass nicht jeder Quadratmeter in der City Galerie konsumorientiert ist. Eine bessere Stimmung können Sie mit nichts anderem erzeugen. Als Markenzeichen ist der Brunnen heute untrennbar mit unserem Haus verbunden: Keiner kommt deswegen her, aber jeder nimmt ihn wahr.“

Und worauf kommt es sonst noch an, um auch im zehnten Jahr ein volles Haus zu haben? Keller erinnert an die vermeintlich altmodischen, gleichwohl aktuellen Leitgedanken von Versandhaus­pionier Professor Werner Otto, der 1965 die ECE gründete. „Hell, sicher, sauber und stets freundlich“ solle die Atmosphäre in den Centern sein. „Wenn Sie diese Faktoren sicherstellen, stimmt die Grundlage“, sagt Keller.