START-UP

Conntact: „Gründen ist,wie eine Ehe einzugehen“

Ein Paradebeispiel für erfolgreiches Gründen ist das Augsburger Start-up Conntac. Das junge Unternehmen arbeitete schon sehr früh mit etablierten Branchengrößen zusammen. Ihre Überzeugung? Sogar ein Spaceshuttle kann von Laien repariert werden!

Start-up sein – was heißt das eigentlich?

Michael Faath: Gemeinsam aus einer Idee etwas schaffen, das anderen das Leben erleichtert. Gerade in der Anfangszeit heißt „Start-up sein“ aber auch, nicht zu wissen, ob aus dieser Idee ein stabiles und profitables Unternehmen wird.

Was war der beste Rat, den ihr erhalten habt?

Faath: „Mit jemandem gemeinsam zu gründen ist, wie eine Ehe einzugehen, darum sucht euch eure Mitgründer sorgfältig aus“ – wir können nicht mehr sagen, von wem er stammt. Aber er stimmt, man geht eine sehr zeitintensive „Beziehung“ ein und muss sich aufeinander verlassen können.

Wie und wo hat euch die Hochschule auf dem Weg ins Unternehmertum unterstützt?

Faath: Wir konnten dank unserer Forschungen an der Hochschule Augsburg Teile unserer bisherigen Arbeit in die Unternehmensgründung einfließen lassen. Außerdem hatten wir im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums ein kleines „Start-up-Büro” an der Hochschule. Genauso wichtig war es aber, dass wir aktiv den Kontakt zu den Professorinnen und Professoren gesucht und um Rat gebeten haben. Diese Unterstützung nutzen wir noch heute.

Wie seid ihr auf das EXIST-Gründerstipendium aufmerksam geworden?

Faath: Als Gründungsinteressierte an einer Hochschule kommt man um das EXIST-Gründerstipendium nicht herum. Ein Jahr lang ohne direkte finanzielle Sorgen an seiner Idee arbeiten zu können ist großartig. Innerhalb dieses Jahres muss ein sehr ausführlicher Businessplan geschrieben werden. Zunächst erscheint das sehr formal, hat uns aber sehr dabei geholfen, aus unserer Idee ein Produkt zu entwickeln und damit auf andere Unternehmen zuzugehen.

Gründen während des Studiums – macht das Sinn?

Faath: Absolut – es gibt wenig andere Zeiträume im Leben, die einem eine so gute Gelegenheit bieten. Im Studium ist es leicht, Gleichgesinnte zu finden und nach dem Abschluss einige Monate Vollzeit in den Aufbau eines Start-ups zu stecken. Es fällt erheblich schwerer, später zu sagen „jetzt kündige ich meinen Job und widme mich Vollzeit meiner Idee“.

Nur 2,5 Jahre nach der Gründung steht bereits ein 16-köpfiges Team hinter Conntac. Wie stemmt man so ein schnelles Wachstum?

Faath: In den ersten 18 Monaten nach unserer Gründung haben wir uns neben der Produktentwicklung sehr intensiv damit beschäftigt, unsere Prozesse und unsere Unternehmensstrategie für genau dieses Wachstum auszurichten. Diese Strategie beinhaltet neben den konkreten Zielen für unsere Produkte und Märkte auch die Definition unserer Unternehmenswerte, der Vision und der Mission. So wissen wir genau, zu welchem Zeitpunkt wir welche Personen brauchen, wer dafür verantwortlich ist und welche Schritte notwendig sind.

„Sogar ein Spaceshuttle kann von Laien repariert werden“: Was repariert ihr aktuell?

Faath: Aktuell konzentrieren wir uns auf Internet­anbieter: Unsere Self-Service-Lösung hilft den Kundinnen und Kunden dort, ihre Probleme mit dem Internetanschluss einfach und schnell zu lösen. Das beinhaltet zum Beispiel die komplette Ersteinrichtung eines Anschlusses samt Verkabelung, die Optimierung des heimischen WLANs, aber auch den Kontakt zum Support, wenn mal etwas gar nicht mehr funktioniert. Wir sind bereits mit mehreren Energieversorgern im Gespräch, um auch dort unsere Self-Service-Lösung einzusetzen, aber auch in der Industrie gibt es Anwendungsfälle. So nähern wir uns Schritt für Schritt dem Spaceshuttle. Überall dort, wo Menschen mit komplexen Vorgängen in Berührung kommen, können wir helfen.

Wie wird Conntac die Welt verändern?

Faath: Für uns ist es absolut unverständlich, warum heute technische Probleme so kompliziert und aufwendig gelöst werden müssen. In zu vielen Bereichen müssen sich Menschen mit unübersichtlichen Anleitungen und Hotline-Wartezeiten herumschlagen, obwohl wir eigentlich viel bessere Technologien dafür nutzen könnten. Deshalb ist es unsere Vision, dass alle Menschen mit unserer Hilfe komplexe Vorgänge selbst meistern können.

Alleine während dieses Interviews haben ca. 150 Personen eine unserer Self-Service-Lösungen genutzt. Pro Monat sind es inzwischen über 16.000 neue Nutzerinnen und Nutzer und über 50.000 Vorgänge, die durch Conntac vereinfacht wurden. Wir sind stolz darauf, etwas geschaffen zu haben, das so vielen Menschen das Leben vereinfacht

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Wie und wo hat euch die Hochschule auf dem Weg ins Unternehmertum unterstützt?

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Wie seid ihr auf das EXIST-Gründerstipendium aufmerksam geworden?

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Gründen während des Studiums – macht das Sinn?

Faath: Absolut – es gibt wenig andere Zeiträume im Leben, die einem eine so gute Gelegenheit bieten. Im Studium ist es leicht, Gleichgesinnte zu finden und nach dem Abschluss einige Monate Vollzeit in den Aufbau eines Start-ups zu stecken. Es fällt erheblich schwerer, später zu sagen „jetzt kündige ich meinen Job und widme mich Vollzeit meiner Idee“.

Nur 2,5 Jahre nach der Gründung steht bereits ein 16-köpfiges Team hinter Conntac. Wie stemmt man so ein schnelles Wachstum?

Faath: In den ersten 18 Monaten nach unserer Gründung haben wir uns neben der Produktentwicklung sehr intensiv damit beschäftigt, unsere Prozesse und unsere Unternehmensstrategie für genau dieses Wachstum auszurichten. Diese Strategie beinhaltet neben den konkreten Zielen für unsere Produkte und Märkte auch die Definition unserer Unternehmenswerte, der Vision und der Mission. So wissen wir genau, zu welchem Zeitpunkt wir welche Personen brauchen, wer dafür verantwortlich ist und welche Schritte notwendig sind.

„Sogar ein Spaceshuttle kann von Laien repariert werden“: Was repariert ihr aktuell?

Faath: Aktuell konzentrieren wir uns auf Internet­anbieter: Unsere Self-Service-Lösung hilft den Kundinnen und Kunden dort, ihre Probleme mit dem Internetanschluss einfach und schnell zu lösen. Das beinhaltet zum Beispiel die komplette Ersteinrichtung eines Anschlusses samt Verkabelung, die Optimierung des heimischen WLANs, aber auch den Kontakt zum Support, wenn mal etwas gar nicht mehr funktioniert. Wir sind bereits mit mehreren Energieversorgern im Gespräch, um auch dort unsere Self-Service-Lösung einzusetzen, aber auch in der Industrie gibt es Anwendungsfälle. So nähern wir uns Schritt für Schritt dem Spaceshuttle. Überall dort, wo Menschen mit komplexen Vorgängen in Berührung kommen, können wir helfen.

Wie wird Conntac die Welt verändern?

Faath: Für uns ist es absolut unverständlich, warum heute technische Probleme so kompliziert und aufwendig gelöst werden müssen. In zu vielen Bereichen müssen sich Menschen mit unübersichtlichen Anleitungen und Hotline-Wartezeiten herumschlagen, obwohl wir eigentlich viel bessere Technologien dafür nutzen könnten. Deshalb ist es unsere Vision, dass alle Menschen mit unserer Hilfe komplexe Vorgänge selbst meistern können.

Alleine während dieses Interviews haben ca. 150 Personen eine unserer Self-Service-Lösungen genutzt. Pro Monat sind es inzwischen über 16.000 neue Nutzerinnen und Nutzer und über 50.000 Vorgänge, die durch Conntac vereinfacht wurden. Wir sind stolz darauf, etwas geschaffen zu haben, das so vielen Menschen das Leben vereinfacht

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