Zukünfte gestalten in Augsburg

„Zeit für Innovationen“ auf dem 7. Technologietransfer-Kongress

Die Redner am Vormittag des 7. Augsburger Technologietransfer-Kongress. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wie gestalten Sie die Zukunft Ihres Unternehmens? Mit dieser Frage lud die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH zum 7. Augsburger Technologietransfer-Kongress. Die Antworten waren vielfältig.

Über 200 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik fanden sich am Morgen des 20. März 2018 in der Handwerkskammer für Schwaben ein. Es war das erste Mal, dass der Technologietransfer-Kongress hier veranstaltet wurde. Die Gäste – überwiegend aus Augsburg und Bayerisch-Schwaben, vereinzelt aus ganz Bayern – erwartete ein breitgefächertes Programm. Es sei „Zeit für Innovationen“, wie HWK Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner erklärte. Den Anfang machten zwei Keynote-Reden auf der Hauptbühne.

„Es gibt mehrere Zukünfte“

Dr. Alexander Fink, Vorstandsmitglied ScMI Senario Management International AG, gab mit seiner Rede Anhaltspunkte, wie ein möglichst genauer Blick in die Zukunft gelingen kann. „Die Zukunft wird uns immer überraschen, aber sie darf uns nicht überrumpeln“, erklärte er den Zuhörern. Seine wichtigste These dabei: „Es gibt mehrere Zukünfte.“ Daher sei eine Art Trichter-Denken beziehungsweise ein vernetztes Denken für Unternehmer wichtig.

Der 7. Augsburger Technologietransfer Kongress

Trends erkennen und deuten

Es gelte, Trends zu erkennen. Sie seien überall zu finden. Den Mainstream geradlinig fortschreiben sei jedoch genauso gefährlich, wie Dynamiken zu unter- oder überschätzen. Dabei plädierte Fink an den „gesunden Menschenverstand“ gegenüber einigem sogenannten Expertenwissen. Entwickelte Szenarien seien aber noch keine Zukunftsstrategie per se. Um eine Stoßrichtung zu formulieren, müssten „Umfeld Szenarios“ mit den „Strategie Szenarios“ abgeglichen werden. Sprich: Mit welcher meiner Strategien, bin ich in welcher Zukunft erfolgreich?

Best Practice Beispiel: Grenzebach

Mit solchen Strategien beschäftigt sich auch Christian Herfert, Senior Manager Technology bei Grenzebach. Als Best Practice Beispiel stellte er die Pläne des Unternehmens aus dem Donau-Ries vor. Die „Futur Factory“ stelle sich dabei der Frage: Ist das Produkt „Nice to have“ oder profitabel? Zu letzterer Kategorie zählt das Führerlose Transportsystem von Grenzebach. Die automatisierte Logistiklösung besteht aus mobilen Robotern, die Prozesse optimieren und den Menschen bei seiner Arbeit unterstützen. Sie bringen beispielsweise Regale zu Mitarbeitern an die Packstation.

„Techno-Stress“ vermeiden durch Aufklärung

Dieser Ansatz ist nicht unumstritten. Prof. Dr. Henner Gimpel, Fraunhofer FIT – Projektgruppe Wirtschaftsinformatik und Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationmanagement (FIM), sagte klar: „Das ist kein Arbeitsumfeld, in dem ich leben will.“ Der Mensch, der vom Roboter bei der Arbeit geleitet wird, sei der falsche Weg. Diese Arbeitsplätze müssten attraktiver und lebenswerter gestaltet werden. Um „Techno-Stress“ zu vermeiden, gelte es, Mitarbeiter in den Prozess einzubeziehen und zu involvieren. Zudem warnte er: „Das allermeiste ist für die allermeisten nicht sinnvoll.“ Aus dem „bunten Strauß an Technologien“ müsse jedes Unternehmen das passende raussuchen.

Mehr Themen am Nachmittag

Im Nachmittags-Programm hatten die Teilnehmer des Technologietransfer-Kongress schließlich Gelegenheit, sich bei drei der neun Sessions näher mit Themengebieten zu beschäftigen. Fördermittel, weitere Best Practice Beispiele und neuste Forschungsansätze wurden von 35 Referenten vorgestellt.

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