5-Sterne-Rednerin Katja Porsch

Warum Change-Prozesse keinen Sinn mehr machen

Wir brauchen Change-Prozesse, unsere Mitarbeiter müssen offener für Veränderungen werden und wir brauchen eine neue Veränderungskultur! 5-Sterne-Rednerin Katja Porsch erklärt weshalb Unternehmen in ihrer Herangehensweise an diese Vorhaben grundlegend umdenken müssen.

Aussagen wie diese begegnen mir seit Jahren. Und seit Jahren erlebe ich, wie Prozesse eingezogen werden, um Change im Unternehmen zu etablieren - und sich so gut wie nichts verändert. Das kann es auch nicht, denn wir packen es immer wieder falsch an.


Change ist ein Zustand

Solange wir Change als Prozess betrachten, auf den wir reagieren müssen, können wir nicht agieren und Change als das behandeln, was es ist: einen dauerhaften Zustand. Auf Zustände reagiert man nicht, Zustände gestaltet man. Um diesen Zustand erfolgreich zu gestalten, brauchen wir im ersten Schritt keine Prozesse oder Maßnahmen, wir brauchen zuallererst eine andere Einstellung.

Wir sind von Natur aus darauf programmiert, Gefahren zu vermeiden. Alles, was wir tun, wägen wir immer unter dem Gesichtspunkt ab: kann etwas schiefgehen? Droht Gefahr? Wenn ja, dann lassen wir es. Früher, zu Zeiten der Dinosaurier, hat uns dieses Verhalten das Leben gerettet. Heute kostet es uns Umsatz, Erfolg und Wachstum.

Obwohl die Zeit der Sicherheit schon lange vorbei ist, sind wir immer noch darauf gepolt, Sicherheit zu suchen. Sobald Erfahrungen fehlen und Gefahr droht, gehen alle Alarmglocken an und befehlen uns: Flucht. Wir ergreifen Chancen nicht, wir fliehen vor ihnen. Wir sehen neue Strategien nicht als Lösung, sondern als Problem, als Bedrohung an.

Die Zeiten, in denen uns die Erfahrungen von gestern dabei geholfen haben, die Hürden von morgen zu meistern, sind genauso vorbei wie die Zeiten der Sicherheit. Es macht keinen Sinn mehr, auf sie zu bauen und in ihnen die Antwort zu suchen. Um in unserer heutigen Zeit erfolgreich zu bestehen, brauchen wir ein Mindset, das bereit ist, neue Erfahrungen zu machen. Das bereit ist, zu versuchen - ohne zu wissen, ob es klappt. Ein Mindset, das Veränderungen nicht mit den möglichen Gefahren gleichsetzt, sondern mit den möglichen Chancen.


Freiheit ist die neue Sicherheit

Solange wir versuchen, möglichem Scheitern auszuweichen, solange wir Fehler auf Teufel komm raus vermeiden wollen, werden wie nie neue Erfahrungen machen. Wir werden Change nicht nutzen, sondern dagegen ankämpfen.

Wir brauchen hier ein komplettes Umdenken. Wir können die Tatsachen nicht verändern, dass sich die Dinge so schnell verändern, aber wir können unsere Bewertung darüber ändern. Unsere Bewertung entscheidet, ob ein mögliches Scheitern ein Grund zum Aufgeben ist oder ein Grund, es zu versuchen. Unsere Bewertung entscheidet, ob wir Fehler als etwas ansehen, dass wir unbedingt vermeiden wollen, oder ob wir Fehler als normalen Schritt auf dem Weg zu neuem Wachstum ansehen.

Der wirkungsvollste Weg, in kurzer Zeit zu einem neuen Denken zu kommen, erfolgt in folgenden drei Schritten:


1. Schaffe Dir ein neues Bewusstsein:

Mach Dir bewusst, welche Bewertungen Du vornimmst. Wie bewertest Du für Dich mögliche Fehler? Wie bewertest Du es, wenn Du bei einer Sache noch keine Erfahrungen hast? Wie bewertest Du mögliches Scheitern? Im nächsten Step frage Dich: Bringen Dich diese Bewertungen Deinem Ziel näher oder halten sie Dich eher von ihm zurück? Führen Deine Bewertungen zu Wachstum oder verhindern sie es? Dieses Bewusstsein kann jeder einzelne für sich schaffen, es kann aber auch universell als Unternehmen geschaffen werden. Wie bewerten wir als Unternehmen all diese Dinge? Und: wie wollen wir sie künftig bewerten.


2. Loslassen

Wir sind zu 90 Prozent unseres Tages auf Autopilot gestellt. Das bedeutet: Wir machen instinktiv das, was wir schon immer gemacht haben. Der Vorteil ist: Wir sparen immens viel Energie. Der Nachteil ist: Wir verändern uns nicht. Wenn wir versuchen, mit einem Autopilot 2.0 in einer Welt 4.0 erfolgreich zu sein, wird das nicht klappen. Wir müssen uns also umprogrammieren. Der einfachste Weg dafür ist: Mache Dir die Konsequenzen Deines NICHTHANDELNS bewusst.

Normalerweise überlegen wir uns immer: Was kann/könnte passieren, wenn…? Was könnte passieren, wenn ich mich auf das ungewohnte Terrain begebe? Jetzt startet unser Kopfkino, unser Schmerzvermeidungs-Modus geht an und unser Gehirn gibt uns alle möglichen Antworten, was passieren könnte. Und hier lauert die nächste Falle. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Gedanken und Realität. Wir speichern beides gleich ab. Das bedeutet: All die Horrorszenarien, die wir uns ausmalen, sind für uns real. Da wir das nicht ändern können, müssen wir unser Kopfkino ändern. Und das schaffen wir mit einer Veränderung der Fragen, die wir uns stellen.

Frage Dich nicht: Was könnte passieren, wenn…?, sondern frage Dich: Was wird passieren, wenn nicht?

Was wird passieren, wenn Du Dich nicht veränderst? Wenn Du es nicht versuchst?

Auch hier gibt uns unser Gehirn die Antworten. Die könnten z.B. sein: Wir werden nie wachsen. Wir werden den Auftrag nicht bekommen. Wir werden von der Konkurrenz abgehängt, usw. Und auch hier reagiert unser Gehirn so, als wäre das wirklich passiert. Nur mit einem Unterschied: Jetzt werden wir zu den Veränderungen hingetrieben. Denn jetzt bedeutet Festhalten an der Vergangenheit auf einmal Schmerz. Und Schmerz wollen wir unter allen Umständen vermeiden.


3. Neues schaffen

Wenn uns klar ist, dass Veränderungen die Lösung sind, weil Festhalten und Nichthandeln Schmerz bedeutet, dann müssen wir nur noch eines tun: Es immer wieder umsetzen. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Unser Gehirn ist ein Muskel, der sich anpasst. Wenn wir uns jahrelang Sicherheit antrainiert haben, können wir uns nun Veränderungen antrainieren.

Je öfter wir etwas machen, umso selbstverständlicher wird es. Der einfachste Weg für dieses Training ist, uns andere Fragen zu stellen.


  • Überlege nicht, was könnte passieren, wenn?, sondern frage Dich: Was wird passieren, wenn nicht?
  • Frage Dich nicht: „Was kann schief gehen?“, sondern frage Dich: „Was kannst Du gewinnen?“
  • Frage Dich nicht: „Was war früher?“, sondern frage Dich: „Wie soll es morgen sein?“

Wenn Du Deine Fragen änderst, änderst Du Deinen Fokus. Mit Deinem Fokus steuerst Du Dein Verhalten und mit Deinem Verhalten realisierst Du Dein Ergebnis.

Zusammengefasst heißt das: Wenn Veränderung ein Teil unseres Lebens sein soll, dann macht es keinen Sinn, beim Verhalten anzusetzen, sondern wir müssen zuerst bei unseren Gedanken und dann bei unseren Bewertungen ansetzen.

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5-Sterne-Rednerin Katja Porsch

Warum Change-Prozesse keinen Sinn mehr machen

Wir brauchen Change-Prozesse, unsere Mitarbeiter müssen offener für Veränderungen werden und wir brauchen eine neue Veränderungskultur! 5-Sterne-Rednerin Katja Porsch erklärt weshalb Unternehmen in ihrer Herangehensweise an diese Vorhaben grundlegend umdenken müssen.

Aussagen wie diese begegnen mir seit Jahren. Und seit Jahren erlebe ich, wie Prozesse eingezogen werden, um Change im Unternehmen zu etablieren - und sich so gut wie nichts verändert. Das kann es auch nicht, denn wir packen es immer wieder falsch an.


Change ist ein Zustand

Solange wir Change als Prozess betrachten, auf den wir reagieren müssen, können wir nicht agieren und Change als das behandeln, was es ist: einen dauerhaften Zustand. Auf Zustände reagiert man nicht, Zustände gestaltet man. Um diesen Zustand erfolgreich zu gestalten, brauchen wir im ersten Schritt keine Prozesse oder Maßnahmen, wir brauchen zuallererst eine andere Einstellung.

Wir sind von Natur aus darauf programmiert, Gefahren zu vermeiden. Alles, was wir tun, wägen wir immer unter dem Gesichtspunkt ab: kann etwas schiefgehen? Droht Gefahr? Wenn ja, dann lassen wir es. Früher, zu Zeiten der Dinosaurier, hat uns dieses Verhalten das Leben gerettet. Heute kostet es uns Umsatz, Erfolg und Wachstum.

Obwohl die Zeit der Sicherheit schon lange vorbei ist, sind wir immer noch darauf gepolt, Sicherheit zu suchen. Sobald Erfahrungen fehlen und Gefahr droht, gehen alle Alarmglocken an und befehlen uns: Flucht. Wir ergreifen Chancen nicht, wir fliehen vor ihnen. Wir sehen neue Strategien nicht als Lösung, sondern als Problem, als Bedrohung an.

Die Zeiten, in denen uns die Erfahrungen von gestern dabei geholfen haben, die Hürden von morgen zu meistern, sind genauso vorbei wie die Zeiten der Sicherheit. Es macht keinen Sinn mehr, auf sie zu bauen und in ihnen die Antwort zu suchen. Um in unserer heutigen Zeit erfolgreich zu bestehen, brauchen wir ein Mindset, das bereit ist, neue Erfahrungen zu machen. Das bereit ist, zu versuchen - ohne zu wissen, ob es klappt. Ein Mindset, das Veränderungen nicht mit den möglichen Gefahren gleichsetzt, sondern mit den möglichen Chancen.


Freiheit ist die neue Sicherheit

Solange wir versuchen, möglichem Scheitern auszuweichen, solange wir Fehler auf Teufel komm raus vermeiden wollen, werden wie nie neue Erfahrungen machen. Wir werden Change nicht nutzen, sondern dagegen ankämpfen.

Wir brauchen hier ein komplettes Umdenken. Wir können die Tatsachen nicht verändern, dass sich die Dinge so schnell verändern, aber wir können unsere Bewertung darüber ändern. Unsere Bewertung entscheidet, ob ein mögliches Scheitern ein Grund zum Aufgeben ist oder ein Grund, es zu versuchen. Unsere Bewertung entscheidet, ob wir Fehler als etwas ansehen, dass wir unbedingt vermeiden wollen, oder ob wir Fehler als normalen Schritt auf dem Weg zu neuem Wachstum ansehen.

Der wirkungsvollste Weg, in kurzer Zeit zu einem neuen Denken zu kommen, erfolgt in folgenden drei Schritten:


1. Schaffe Dir ein neues Bewusstsein:

Mach Dir bewusst, welche Bewertungen Du vornimmst. Wie bewertest Du für Dich mögliche Fehler? Wie bewertest Du es, wenn Du bei einer Sache noch keine Erfahrungen hast? Wie bewertest Du mögliches Scheitern? Im nächsten Step frage Dich: Bringen Dich diese Bewertungen Deinem Ziel näher oder halten sie Dich eher von ihm zurück? Führen Deine Bewertungen zu Wachstum oder verhindern sie es? Dieses Bewusstsein kann jeder einzelne für sich schaffen, es kann aber auch universell als Unternehmen geschaffen werden. Wie bewerten wir als Unternehmen all diese Dinge? Und: wie wollen wir sie künftig bewerten.


2. Loslassen

Wir sind zu 90 Prozent unseres Tages auf Autopilot gestellt. Das bedeutet: Wir machen instinktiv das, was wir schon immer gemacht haben. Der Vorteil ist: Wir sparen immens viel Energie. Der Nachteil ist: Wir verändern uns nicht. Wenn wir versuchen, mit einem Autopilot 2.0 in einer Welt 4.0 erfolgreich zu sein, wird das nicht klappen. Wir müssen uns also umprogrammieren. Der einfachste Weg dafür ist: Mache Dir die Konsequenzen Deines NICHTHANDELNS bewusst.

Normalerweise überlegen wir uns immer: Was kann/könnte passieren, wenn…? Was könnte passieren, wenn ich mich auf das ungewohnte Terrain begebe? Jetzt startet unser Kopfkino, unser Schmerzvermeidungs-Modus geht an und unser Gehirn gibt uns alle möglichen Antworten, was passieren könnte. Und hier lauert die nächste Falle. Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Gedanken und Realität. Wir speichern beides gleich ab. Das bedeutet: All die Horrorszenarien, die wir uns ausmalen, sind für uns real. Da wir das nicht ändern können, müssen wir unser Kopfkino ändern. Und das schaffen wir mit einer Veränderung der Fragen, die wir uns stellen.

Frage Dich nicht: Was könnte passieren, wenn…?, sondern frage Dich: Was wird passieren, wenn nicht?

Was wird passieren, wenn Du Dich nicht veränderst? Wenn Du es nicht versuchst?

Auch hier gibt uns unser Gehirn die Antworten. Die könnten z.B. sein: Wir werden nie wachsen. Wir werden den Auftrag nicht bekommen. Wir werden von der Konkurrenz abgehängt, usw. Und auch hier reagiert unser Gehirn so, als wäre das wirklich passiert. Nur mit einem Unterschied: Jetzt werden wir zu den Veränderungen hingetrieben. Denn jetzt bedeutet Festhalten an der Vergangenheit auf einmal Schmerz. Und Schmerz wollen wir unter allen Umständen vermeiden.


3. Neues schaffen

Wenn uns klar ist, dass Veränderungen die Lösung sind, weil Festhalten und Nichthandeln Schmerz bedeutet, dann müssen wir nur noch eines tun: Es immer wieder umsetzen. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Unser Gehirn ist ein Muskel, der sich anpasst. Wenn wir uns jahrelang Sicherheit antrainiert haben, können wir uns nun Veränderungen antrainieren.

Je öfter wir etwas machen, umso selbstverständlicher wird es. Der einfachste Weg für dieses Training ist, uns andere Fragen zu stellen.


  • Überlege nicht, was könnte passieren, wenn?, sondern frage Dich: Was wird passieren, wenn nicht?
  • Frage Dich nicht: „Was kann schief gehen?“, sondern frage Dich: „Was kannst Du gewinnen?“
  • Frage Dich nicht: „Was war früher?“, sondern frage Dich: „Wie soll es morgen sein?“

Wenn Du Deine Fragen änderst, änderst Du Deinen Fokus. Mit Deinem Fokus steuerst Du Dein Verhalten und mit Deinem Verhalten realisierst Du Dein Ergebnis.

Zusammengefasst heißt das: Wenn Veränderung ein Teil unseres Lebens sein soll, dann macht es keinen Sinn, beim Verhalten anzusetzen, sondern wir müssen zuerst bei unseren Gedanken und dann bei unseren Bewertungen ansetzen.

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