Boris Thomas

Drei Tipps für erfolgreiche Krisenbewältigung, die häufig übersehen werden

Krisen sind schrecklich! 5 Sterne Redner Boris Thomas zeigt in seinem Gastbeiträg drei ganz konkrete Ratschläge auf, welche helfen, die Krise zu überstehen - und obwohl sie so naheliegend sind, oft gar nicht bedacht werden.

Krisen sind nicht lustig. Und es ist ziemlich egal wie oft wir uns selber einreden wollen „Krisen sind Chancen“. Wenn es soweit ist, tut es einfach richtig weh. Da quälen uns Gedanken wie es weitergehen soll. Wir sind unruhig und nervös. Und vielleicht mag es irgendwann einmal so sein, dass wir zurückblicken, und erkennen welch große Chance diese Krise war. Wenn es soweit ist, wollen wir eigentlich nur eines: so schnell wie möglich hier raus!

Ich halte deshalb überhaupt nichts von lautem „Tschakka Tschakka“ rufen. Abgesehen davon, dass es eine Krise meistens eher noch schlimmer macht, wenn wir so tun als wenn alles gut wäre. Was es braucht ist vor allen Dingen Führung. Und zwar auf allen Ebenen unseres Lebens. Für uns selbst, unsere Familien und Freunde als auch unser Unternehmen. Und Führung in seinem Kern bedeutet für mich vor allen Dingen, die Dinge so zu sehen wie sie sind. Nicht besser – aber eben auch nicht schlechter. Und sich auch dem zu stellen was dort an Emotionen und Ängsten in einer Krise in uns aufsteigt. Denn das ist nur allzu menschlich.

Über all die Jahre gibt es genau drei Dinge, welche in einer Krise nach meiner Beobachtung immer wieder übersehen werden.

1. Reflexion vor Aktion

Wenn es ungemütlich wird und alles irgendwie schief geht, dann drängt es uns zur Handlung. Manchmal reicht schon eine E-Mail eines Kunden oder Mitarbeiters – und wir reagieren sofort. Aufgebracht voller Emotionen hämmern wir in die Tastatur. Und machen damit alles nur noch schlimmer. So schwer es uns auf fallen mag, ist der bestmögliche Weg erst einmal zurück. Wir nehmen uns eine Pause. Reflektieren die Angelegenheit. Nehmen uns Zeit für uns selbst und kommen wieder in unserer Mitte an. Erst aus dieser Kraft heraus sind wir in der Lage die richtigen Worte zu finden und wirklich kluge Entscheidung zu fällen. Dies fällt uns als Menschen unendlich schwer. Wenn unser Blut erst mal in Wallung gerät, Ängste und Ärger in uns auffallen, dann wollen wir sofort reagieren. Und verlängern damit die Krise ein gutes Stück. 

2. Wurzeln wiederentdecken

Wenn unser Leben völlig ungeplant in eine Krise gerät, und hier macht es keinen Unterschied ob privat oder Unternehmen, dann erleben wir eine Phase der Orientierungslosigkeit. Und zwar bei uns selbst als auch bei unserem Team. Man stellt sich die Sinnfrage. Und hat das Gefühl alles falsch gemacht zu haben. Oft verfallen Unternehmen und Unternehmer in dieser Phase dazu sich immer weiter von ihren eigentlichen Wurzeln zu entfernen. Warum sind wir eigentlich mal angetreten? Was wollten wir erreichen? Warum tun wir was wir tun? Was ist unser Bestreben? Diese Fragen fühlen sich in einer Krise immer etwas an wie eine Belästigung. Dabei sind sie in Wirklichkeit unsere größte Chance schnell und sicher und vor allen Dingen kraftvoll durch eine Krise hindurch zu kommen. Der Schaden der entsteht, wenn ich gerade in einer Krise versuche meine Wurzeln „abzuhalten“ ist unermesslich und wird dafür sorgen dass mir am Ende der Krise die Kraft fehlt. Im wahrsten Sinne des Wortes bin ich Wurzel los. Die Suche nach der eigenen Herkunft und dem „warum“ meines Handelns ist ein Schlüsselbaustein, wenn es darum geht eine Krise sicher zu überstehen. 

3. Präsenz statt Rückzug

Eine Niederlage ist uns in jedem Fall peinlich. Sie berührt unser innerstes Gefühl nicht zu genügen und versagt zu haben. Wir möchten am liebsten gar nicht drüber reden. Sich hin zu stellen und seine Niederlage einzuräumen fällt keine Menschen leicht. Deshalb erlebe ich oft Führungskräfte, die in einer Krisensituation sich in ihr Büro zurückziehen und nicht mehr zu sehen sind. Und auch dieser Reflex, so verständlich er sein mag, verschlimmert die Situation erheblich. Gerade in den unsicheren Zeiten einer Krise brauchen Menschen Führung und die klare Sichtbarkeit. Selbst wenn die Lage äußerst unklar ist und die Führungskraft selbst nicht weiß wohin die Reise geht, ist es erforderlich auf allen Ebenen sichtbar, ansprechbar und anfassbar zu sein. Mehr als in guten Zeiten sollte die Tür offen sein und wir als Mensch unsere volle Präsenz der Welt zeigen. Es ist so viel leichter die richtigen Entscheidungen zu fällen und gemeinsam mit seinem Team schnell durch eine Krise hindurch zu kommen. 

Zugegeben sind diese drei Punkte etwas ungewöhnlich. In einer Welt in der wir uns gegenseitig immer wieder einreden, dass es eigentlich keine Probleme gibt sondern nur Herausforderungen und jede Krise eine Chance, mag es etwas altmodisch klingen sich dazu zu bekennen wie schmerzhaft so ein Krisenprozess sein kann. Ich habe aber noch keinen Menschen erlebt, dem ist nicht genauso ergangen ist, und der irgendwann einmal schlaflos und sorgenvoll abends in seinem Bett lag.

Deshalb ist mein dringender Appell in jedem Fall sich auch diesen Emotionen und Gefühlen in uns offen zu stellen. Leugnung verlängert in jedem Fall den Prozess. 

Krisen werden immer weh tun. Und wir werden sie auch nicht verhindern können. Zum Glück. Denn wie sollten wir sonst je unsere selbst gesteckten Grenzen überschreiten müssen, wenn nicht das Leben von Zeit zu Zeit uns ein wenig „in den Hintern tritt“. Mit obigen drei Punkten sind wir jedoch in der Lage schnell und sicher wieder sicheren Boden unter den Füßen zu bekommen.

Ihr Boris Thomas, 
5 Sterne Redner 

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Boris Thomas

Drei Tipps für erfolgreiche Krisenbewältigung, die häufig übersehen werden

Krisen sind schrecklich! 5 Sterne Redner Boris Thomas zeigt in seinem Gastbeiträg drei ganz konkrete Ratschläge auf, welche helfen, die Krise zu überstehen - und obwohl sie so naheliegend sind, oft gar nicht bedacht werden.

Krisen sind nicht lustig. Und es ist ziemlich egal wie oft wir uns selber einreden wollen „Krisen sind Chancen“. Wenn es soweit ist, tut es einfach richtig weh. Da quälen uns Gedanken wie es weitergehen soll. Wir sind unruhig und nervös. Und vielleicht mag es irgendwann einmal so sein, dass wir zurückblicken, und erkennen welch große Chance diese Krise war. Wenn es soweit ist, wollen wir eigentlich nur eines: so schnell wie möglich hier raus!

Ich halte deshalb überhaupt nichts von lautem „Tschakka Tschakka“ rufen. Abgesehen davon, dass es eine Krise meistens eher noch schlimmer macht, wenn wir so tun als wenn alles gut wäre. Was es braucht ist vor allen Dingen Führung. Und zwar auf allen Ebenen unseres Lebens. Für uns selbst, unsere Familien und Freunde als auch unser Unternehmen. Und Führung in seinem Kern bedeutet für mich vor allen Dingen, die Dinge so zu sehen wie sie sind. Nicht besser – aber eben auch nicht schlechter. Und sich auch dem zu stellen was dort an Emotionen und Ängsten in einer Krise in uns aufsteigt. Denn das ist nur allzu menschlich.

Über all die Jahre gibt es genau drei Dinge, welche in einer Krise nach meiner Beobachtung immer wieder übersehen werden.

1. Reflexion vor Aktion

Wenn es ungemütlich wird und alles irgendwie schief geht, dann drängt es uns zur Handlung. Manchmal reicht schon eine E-Mail eines Kunden oder Mitarbeiters – und wir reagieren sofort. Aufgebracht voller Emotionen hämmern wir in die Tastatur. Und machen damit alles nur noch schlimmer. So schwer es uns auf fallen mag, ist der bestmögliche Weg erst einmal zurück. Wir nehmen uns eine Pause. Reflektieren die Angelegenheit. Nehmen uns Zeit für uns selbst und kommen wieder in unserer Mitte an. Erst aus dieser Kraft heraus sind wir in der Lage die richtigen Worte zu finden und wirklich kluge Entscheidung zu fällen. Dies fällt uns als Menschen unendlich schwer. Wenn unser Blut erst mal in Wallung gerät, Ängste und Ärger in uns auffallen, dann wollen wir sofort reagieren. Und verlängern damit die Krise ein gutes Stück. 

2. Wurzeln wiederentdecken

Wenn unser Leben völlig ungeplant in eine Krise gerät, und hier macht es keinen Unterschied ob privat oder Unternehmen, dann erleben wir eine Phase der Orientierungslosigkeit. Und zwar bei uns selbst als auch bei unserem Team. Man stellt sich die Sinnfrage. Und hat das Gefühl alles falsch gemacht zu haben. Oft verfallen Unternehmen und Unternehmer in dieser Phase dazu sich immer weiter von ihren eigentlichen Wurzeln zu entfernen. Warum sind wir eigentlich mal angetreten? Was wollten wir erreichen? Warum tun wir was wir tun? Was ist unser Bestreben? Diese Fragen fühlen sich in einer Krise immer etwas an wie eine Belästigung. Dabei sind sie in Wirklichkeit unsere größte Chance schnell und sicher und vor allen Dingen kraftvoll durch eine Krise hindurch zu kommen. Der Schaden der entsteht, wenn ich gerade in einer Krise versuche meine Wurzeln „abzuhalten“ ist unermesslich und wird dafür sorgen dass mir am Ende der Krise die Kraft fehlt. Im wahrsten Sinne des Wortes bin ich Wurzel los. Die Suche nach der eigenen Herkunft und dem „warum“ meines Handelns ist ein Schlüsselbaustein, wenn es darum geht eine Krise sicher zu überstehen. 

3. Präsenz statt Rückzug

Eine Niederlage ist uns in jedem Fall peinlich. Sie berührt unser innerstes Gefühl nicht zu genügen und versagt zu haben. Wir möchten am liebsten gar nicht drüber reden. Sich hin zu stellen und seine Niederlage einzuräumen fällt keine Menschen leicht. Deshalb erlebe ich oft Führungskräfte, die in einer Krisensituation sich in ihr Büro zurückziehen und nicht mehr zu sehen sind. Und auch dieser Reflex, so verständlich er sein mag, verschlimmert die Situation erheblich. Gerade in den unsicheren Zeiten einer Krise brauchen Menschen Führung und die klare Sichtbarkeit. Selbst wenn die Lage äußerst unklar ist und die Führungskraft selbst nicht weiß wohin die Reise geht, ist es erforderlich auf allen Ebenen sichtbar, ansprechbar und anfassbar zu sein. Mehr als in guten Zeiten sollte die Tür offen sein und wir als Mensch unsere volle Präsenz der Welt zeigen. Es ist so viel leichter die richtigen Entscheidungen zu fällen und gemeinsam mit seinem Team schnell durch eine Krise hindurch zu kommen. 

Zugegeben sind diese drei Punkte etwas ungewöhnlich. In einer Welt in der wir uns gegenseitig immer wieder einreden, dass es eigentlich keine Probleme gibt sondern nur Herausforderungen und jede Krise eine Chance, mag es etwas altmodisch klingen sich dazu zu bekennen wie schmerzhaft so ein Krisenprozess sein kann. Ich habe aber noch keinen Menschen erlebt, dem ist nicht genauso ergangen ist, und der irgendwann einmal schlaflos und sorgenvoll abends in seinem Bett lag.

Deshalb ist mein dringender Appell in jedem Fall sich auch diesen Emotionen und Gefühlen in uns offen zu stellen. Leugnung verlängert in jedem Fall den Prozess. 

Krisen werden immer weh tun. Und wir werden sie auch nicht verhindern können. Zum Glück. Denn wie sollten wir sonst je unsere selbst gesteckten Grenzen überschreiten müssen, wenn nicht das Leben von Zeit zu Zeit uns ein wenig „in den Hintern tritt“. Mit obigen drei Punkten sind wir jedoch in der Lage schnell und sicher wieder sicheren Boden unter den Füßen zu bekommen.

Ihr Boris Thomas, 
5 Sterne Redner 

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