Volker Schloms und Heinz Hielscher, HBplusJuS

Was passiert mit Bitcoins im Falle von Scheidung oder Tod?

Der Wert der virtuellen Währung Bitcoin ist in den letzten Jahren immens gestiegen. Doch wie wird ein Bitcoin-Besitz bewertet?

B4B-Leser fragt:

Wie wird ein Bitcoin-Besitz bei Scheidung oder Erbe bewertet?

Unsere Experten für Erben & Vermögen, Volker Schloms und Heinz Hielscher, antworten:

Im Falle einer Scheidung oder eines Erbfalls ist der Wert der Bitcoins zum Stichtag entscheidend.

Bitcoin-Bewertung  bei Scheidung

Der Zugewinn eines Ehegatten errechnet sich aus der Differenz zwischen seinem Endvermögen und seinem Anfangsvermögen. Maßgeblicher Stichtag für die Berechnung des Endvermögens ist dabei der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags nach den §§ 1375, 1384 BGB. Entscheidend ist also der Wert der Bitcoins genau an diesem Tag. Spätere Wertzuwächse oder Verluste bleiben außer Betracht.

Bitcoin-Bewertung im Erbfall

Hier ist der Todestag des Erblassers der maßgebliche Stichtag. Spätere Wertzuwächse oder Verluste bleiben hier ebenfalls außer Betracht.

Im Fall der Bewertung von Bitcoins besteht das generelle Problem allerdings in der Anonymität dieser Form von Wertanlage. Zwar besteht beispielsweise im Scheidungsprozess grundsätzlich eine Pflicht zur wahrheitsgemäßen Offenlegung sämtlicher relevanter Vermögenswerte, also auch Kryptowährungen. Anders als klassische Geldeinlagen oder Wertpapiere werden Bitcoins, Ethereum und Co aber grundsätzlich nicht bei Banken verwahrt, so dass hier die Kontrolle der Angaben eines Auskunftsverpflichteten sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sind. Vergleichsweise leicht ist es noch, Auskunft zum Bestand von Kryptowährungen zu erhalten, deren Kauf mit Geld von einem Bankkonto nachvollzogen werden kann bzw. die an einer Online-Börse gehandelt werden. Schwierig wird es allerdings bereits, wenn das Kryptogeld beispielsweise auf einen USB-Stick verschoben wurde, gleichsam offline geht. Hier gestaltet sich die Beweislage für den Auskunft Begehrenden ähnlich schwierig, wie wenn ein Auskunftsverpflichteter Bargeld versteckt und wahrheitswidrig dessen Existenz bestreitet.

Sie haben Rückfragen an Volker Schloms und Heinz Hielscher oder wünschen eine tiefergehende Beratung? Dann nehmen Sie hier direkt Kontakt auf.

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Der Wert der virtuellen Währung Bitcoin ist in den letzten Jahren immens gestiegen. Doch wie wird ein Bitcoin-Besitz bewertet?

B4B-Leser fragt:

Wie wird ein Bitcoin-Besitz bei Scheidung oder Erbe bewertet?

Unsere Experten für Erben & Vermögen, Volker Schloms und Heinz Hielscher, antworten:

Im Falle einer Scheidung oder eines Erbfalls ist der Wert der Bitcoins zum Stichtag entscheidend.

Bitcoin-Bewertung  bei Scheidung

Der Zugewinn eines Ehegatten errechnet sich aus der Differenz zwischen seinem Endvermögen und seinem Anfangsvermögen. Maßgeblicher Stichtag für die Berechnung des Endvermögens ist dabei der Tag der Zustellung des Scheidungsantrags nach den §§ 1375, 1384 BGB. Entscheidend ist also der Wert der Bitcoins genau an diesem Tag. Spätere Wertzuwächse oder Verluste bleiben außer Betracht.

Bitcoin-Bewertung im Erbfall

Hier ist der Todestag des Erblassers der maßgebliche Stichtag. Spätere Wertzuwächse oder Verluste bleiben hier ebenfalls außer Betracht.

Im Fall der Bewertung von Bitcoins besteht das generelle Problem allerdings in der Anonymität dieser Form von Wertanlage. Zwar besteht beispielsweise im Scheidungsprozess grundsätzlich eine Pflicht zur wahrheitsgemäßen Offenlegung sämtlicher relevanter Vermögenswerte, also auch Kryptowährungen. Anders als klassische Geldeinlagen oder Wertpapiere werden Bitcoins, Ethereum und Co aber grundsätzlich nicht bei Banken verwahrt, so dass hier die Kontrolle der Angaben eines Auskunftsverpflichteten sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sind. Vergleichsweise leicht ist es noch, Auskunft zum Bestand von Kryptowährungen zu erhalten, deren Kauf mit Geld von einem Bankkonto nachvollzogen werden kann bzw. die an einer Online-Börse gehandelt werden. Schwierig wird es allerdings bereits, wenn das Kryptogeld beispielsweise auf einen USB-Stick verschoben wurde, gleichsam offline geht. Hier gestaltet sich die Beweislage für den Auskunft Begehrenden ähnlich schwierig, wie wenn ein Auskunftsverpflichteter Bargeld versteckt und wahrheitswidrig dessen Existenz bestreitet.

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