101 Köpfe, Folge 123

Norbert Bietsch: Ein Volleyballer im Landgericht

Rund zehn Mal im Jahr spricht Norbert Bietsch, Geschäftsführer der FORUM MEDIA GROUP, als Schöffe am Landgericht Augsburg Urteile „im Namen des Volkes“. Was Ihn daran reizt und was er als erstes macht, wenn er nach der Arbeit nach Hause kommt, verrät er im 101 Köpfe-Interview.

Name: Norbert Bietsch

Alter: 57

Position: Geschäftsführer

Unternehmen: FORUM MEDIA GROUP GMBH

Hobbies: Reisen, Volleyball, Bergwandern, Tanzen, Fotografieren, Musicals


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Bietsch, wie hat sich die FORUM MEDIA GROUP seit ihrem Start vor 13 Jahren verändert?

Norbert Bietsch: Wenn man das Unternehmen heute mit dem vor 13 Jahren vergleicht, klingt das nach einer Revolution: wir haben den Umsatz verfünffacht, und aus den sechs Tochter­gesellschaften sind inzwischen 21 auf vier Kontinenten geworden. Das ist die wirtschaftliche Sicht.

Heute haben wir 1.300 Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturkreisen. Das führt zu ganz neuen Anforderungen an die Führungskräfte, die Unternehmensstruktur, das Formen einer gemeinsamen Unternehmenskultur und ganz allgemein an die Kommunikation.

In Ihrer Freizeit ist der Volleyballclub Neusäß Ihr Revier. Dort waren Sie sogar 20 Jahre als Vorstand aktiv. Was reizt sie besonders an dem Sport?

Mehr als bei anderen Mannschafts-Sportarten kommt es auf die Gesamtleistung des Teams an. Es gibt keine Zweikämpfe und daher kaum Aggressivität. Technische Fähigkeiten entscheiden über den Spielerfolg ebenso wie die Spieltaktik. Daraus entsteht ein toller Zusammenhalt.

Damit haben wir beim VC Neusäß gerade in der Jugendarbeit punkten können. Man freut sich einfach ungemein, wenn aus einem zwölfjährigen Anfänger nach fünf Jahren ein klasse Jugendspieler geworden ist.

Zusätzlich sind Sie aktives Mitglied im Marketing Club Augsburg. Was verbinden Sie damit?

Der Marketingclub ist ein Netzwerk von Marketingfachleuten. Ob ich mich zu denen zählen darf, sei dahingestellt. Das interessante daran sind der Austausch zwischen den Mitgliedern, die Fachvorträge und Exkursionen zu Unternehmen. Da habe ich schon häufig Impulse für das Geschäft bei FORUM mitgenommen.

Sie engagieren sich als Prüfer bei den Industrie- und Handelskammern München und Augsburg. Wie kam es dazu und was nehmen Sie daraus mit?

Bei FORUM führen wir seit Jahren angehende Medienkaufleute, Bürokaufleute oder Fachinformatiker an ihre Berufe heran. Da ist es selbstverständlich, die ehrenamt­liche Arbeit als Prüfer nicht nur anderen Unternehmen zu überlassen. Es hat auch den Vorteil, dass man sehr genau weiß, was die Jugendlichen dabei lernen.

Außerdem sind Sie Schöffe am Landgericht Augsburg. Wie lassen sich all diese Aktivitäten mit Ihrer Geschäftsführerposition vereinbaren?

Juristische Fragen haben mich schon während meines Studiums interessiert. Schöffen nehmen an Gerichtsverhandlungen teil und entscheiden gleichberechtigt neben den Berufsrichtern. Es geht dabei immer um persönliche Schicksale und wenn Urteile „im Namen des Volkes“ gesprochen werden, liegt es doch nahe, diese Möglichkeit der Beteiligung auch zu nutzen. Das zeitliche Engagement ist bei etwa zehn Gerichtsterminen im Jahr außerdem durchaus überschaubar.

Wie kriegen Sie all diese Ämter unter einen Hut und wo holen Sie sich Ihren Ausgleich?

Der Tag hat doch 24 Stunden…? Nein, im Ernst. Ich empfinde das nicht als Belastung. Das, was ich mache, mache ich gern – sonst lasse ich es. Was ich wirklich genieße, sind die Reisen in andere Länder und Kulturen. Und: ein Wochenende in den Bergen ist fast so viel wert, wie eine Woche Urlaub.

Was machen Sie als erstes, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen?

Darüber macht sich meine Frau schon lustig: an erster Stelle steht (außer ihr natürlich) bequeme Kleidung und das gemeinsame Abendessen. Nicht wegzu­denken ist ab und an ein guter Tropfen Wein.

Die FORUM MEDIA GROUP hat ihr eigenes Segelschiff und auch ein Flugzeug. Wollten Sie je selbst einen Segel- oder Pilotenschein haben?

Darüber nachgedacht habe ich und ein Flugzeug zu steuern ist wirklich faszinierend. Aber ehrlich: als Passagier fühle ich mich ebenfalls sehr wohl.

Wo wären Leute, die Sie nicht gut kennen, erstaunt, Sie zu treffen?

Solche Überraschungen sind doch immer ein hervorragender Anknüpfungspunkt für ein interessantes Gespräch. Davon, dass ich den Hindelanger Klettersteig überstanden habe, war ich selbst überrascht. Und dass ich in China an einem Straßenstand frisch gebratenes Gemüse und Fleisch genießen kann, würde man wohl auch nicht vermuten.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayerisch-Schwaben?

Ist es nicht so, dass man erst post mortem zu einer solchen Persönlichkeit wird? Und da fallen mir die beiden Augsburger Berthold Brecht und Rudolf Diesel ein. Damit der Humor nicht zu kurz kommt, ist der dritte im Bunde das Kasperle aus der Puppenkiste.

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Name: Norbert Bietsch

Alter: 57

Position: Geschäftsführer

Unternehmen: FORUM MEDIA GROUP GMBH

Hobbies: Reisen, Volleyball, Bergwandern, Tanzen, Fotografieren, Musicals


B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Bietsch, wie hat sich die FORUM MEDIA GROUP seit ihrem Start vor 13 Jahren verändert?

Norbert Bietsch: Wenn man das Unternehmen heute mit dem vor 13 Jahren vergleicht, klingt das nach einer Revolution: wir haben den Umsatz verfünffacht, und aus den sechs Tochter­gesellschaften sind inzwischen 21 auf vier Kontinenten geworden. Das ist die wirtschaftliche Sicht.

Heute haben wir 1.300 Mitarbeiter aus verschiedenen Kulturkreisen. Das führt zu ganz neuen Anforderungen an die Führungskräfte, die Unternehmensstruktur, das Formen einer gemeinsamen Unternehmenskultur und ganz allgemein an die Kommunikation.

In Ihrer Freizeit ist der Volleyballclub Neusäß Ihr Revier. Dort waren Sie sogar 20 Jahre als Vorstand aktiv. Was reizt sie besonders an dem Sport?

Mehr als bei anderen Mannschafts-Sportarten kommt es auf die Gesamtleistung des Teams an. Es gibt keine Zweikämpfe und daher kaum Aggressivität. Technische Fähigkeiten entscheiden über den Spielerfolg ebenso wie die Spieltaktik. Daraus entsteht ein toller Zusammenhalt.

Damit haben wir beim VC Neusäß gerade in der Jugendarbeit punkten können. Man freut sich einfach ungemein, wenn aus einem zwölfjährigen Anfänger nach fünf Jahren ein klasse Jugendspieler geworden ist.

Zusätzlich sind Sie aktives Mitglied im Marketing Club Augsburg. Was verbinden Sie damit?

Der Marketingclub ist ein Netzwerk von Marketingfachleuten. Ob ich mich zu denen zählen darf, sei dahingestellt. Das interessante daran sind der Austausch zwischen den Mitgliedern, die Fachvorträge und Exkursionen zu Unternehmen. Da habe ich schon häufig Impulse für das Geschäft bei FORUM mitgenommen.

Sie engagieren sich als Prüfer bei den Industrie- und Handelskammern München und Augsburg. Wie kam es dazu und was nehmen Sie daraus mit?

Bei FORUM führen wir seit Jahren angehende Medienkaufleute, Bürokaufleute oder Fachinformatiker an ihre Berufe heran. Da ist es selbstverständlich, die ehrenamt­liche Arbeit als Prüfer nicht nur anderen Unternehmen zu überlassen. Es hat auch den Vorteil, dass man sehr genau weiß, was die Jugendlichen dabei lernen.

Außerdem sind Sie Schöffe am Landgericht Augsburg. Wie lassen sich all diese Aktivitäten mit Ihrer Geschäftsführerposition vereinbaren?

Juristische Fragen haben mich schon während meines Studiums interessiert. Schöffen nehmen an Gerichtsverhandlungen teil und entscheiden gleichberechtigt neben den Berufsrichtern. Es geht dabei immer um persönliche Schicksale und wenn Urteile „im Namen des Volkes“ gesprochen werden, liegt es doch nahe, diese Möglichkeit der Beteiligung auch zu nutzen. Das zeitliche Engagement ist bei etwa zehn Gerichtsterminen im Jahr außerdem durchaus überschaubar.

Wie kriegen Sie all diese Ämter unter einen Hut und wo holen Sie sich Ihren Ausgleich?

Der Tag hat doch 24 Stunden…? Nein, im Ernst. Ich empfinde das nicht als Belastung. Das, was ich mache, mache ich gern – sonst lasse ich es. Was ich wirklich genieße, sind die Reisen in andere Länder und Kulturen. Und: ein Wochenende in den Bergen ist fast so viel wert, wie eine Woche Urlaub.

Was machen Sie als erstes, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen?

Darüber macht sich meine Frau schon lustig: an erster Stelle steht (außer ihr natürlich) bequeme Kleidung und das gemeinsame Abendessen. Nicht wegzu­denken ist ab und an ein guter Tropfen Wein.

Die FORUM MEDIA GROUP hat ihr eigenes Segelschiff und auch ein Flugzeug. Wollten Sie je selbst einen Segel- oder Pilotenschein haben?

Darüber nachgedacht habe ich und ein Flugzeug zu steuern ist wirklich faszinierend. Aber ehrlich: als Passagier fühle ich mich ebenfalls sehr wohl.

Wo wären Leute, die Sie nicht gut kennen, erstaunt, Sie zu treffen?

Solche Überraschungen sind doch immer ein hervorragender Anknüpfungspunkt für ein interessantes Gespräch. Davon, dass ich den Hindelanger Klettersteig überstanden habe, war ich selbst überrascht. Und dass ich in China an einem Straßenstand frisch gebratenes Gemüse und Fleisch genießen kann, würde man wohl auch nicht vermuten.

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