101 Köpfe, Folge 117

Christian Fußner und Frank Kühne: Bauen auf Sport

Frank Kühne und Christin Fußner. Foto: Andreas Reisewitz
Christian Fußner und Frank Kühne gründeten vor zwei Jahrzehnten ihr gemeinsames Architekturbüro. Mit welchem Vorurteil über Architekten sie immer schon aufräumen wollten, für welchen Fußballverein Fußners Herz schlägt und in welchem Skigebiet Kühne am ehesten anzutreffen ist, erklären die Architekten im Interview.

Name: Christian Fußner

Alter: 47

Position: Geschäftsleitung

Unternehmen: fka

Hobbies: Laufen, alte Autos


Name: Frank Kühne

Alter: 45

Position: Geschäftsleitung

Unternehmen: fka

Hobbies: Radfahren, Biken, Snowboarden, Kiten


Welches Vorurteil über Architekten können Sie nicht mehr hören?

Christian Fußner: „Durch den Architekten wird alles teurer“ – wir sind nur Dienstleister im Sinne unserer Bauherrn.

Frank Kühne: „Das sind doch alles ‚Schwarzkittel‘“ – Ich liebe es eher bunt!

Neben der Leitung des Architekturbüros ist Ihnen Sport sehr wichtig. Wieso und wie gelingt es Ihnen, beides miteinander zu vereinbaren?

Christian Fußner: Mir geht es so, dass ich gerade durch den Sport den nötigen Ausgleich finde, um im Büro die nötige Power zu haben.

Frank Kühne: Das gelingt mal mehr, mal weniger. Aber da es uns beiden gleichermaßen wichtig ist, bremsen wir den anderen auch nie.

Herr Fußner, Sie sind seit Jahren ein passionierter Läufer. Was sind Ihre größten Erfolge?

Christian Fußner: Mir geht es weniger um Platzierungen. Mir ist es wichtig schöne Läufe zu machen. Hierzu gehört der Friedberger Halbmarathon – quasi ein Heimspiel. Letztes Jahr bin ich am Tegernsee gelaufen. Das war auch wunderschön.

Oder einmal im Jahr die 60 Kilometer von Friedberg nach Andechs mit dem Friedberger Wallfahrtsverein. Da läuft man in der Früh um fünf Uhr in Friedberg weg, über Wiesen und Felder, am Ammersee entlang und nach Andechs raus.

Herr Fußner, für welchen Fußballverein schlägt Ihr Herz?

Christian Fußner: Natürlich für den FC Augsburg – ich habe mit meinen Kindern seit Jahren Dauerkarten im Familienblock. Da gab es viele schöne Spieltage – die Nachmittage mit den Kindern sind immer wieder schön und man ist dann auch komplett weg von der Arbeit.

Herr Kühne, im Winter sind Sie häufig mit dem Snowboard in den Bergen anzutreffen. Gibt es ein Skigebiet, in das es Sie immer wieder zieht?

Frank Kühne: Ich fahre tatsächlich wahnsinnig gerne nach Corvara in die Dolomiten. Das ist fast schon meine zweite Heimat. Mich beeindrucken die Berge, im Sommer wie im Winter. Ich mag die herzlichen Menschen und ich liebe das Essen und für mein Raceboard gibt es keine besseren Hänge.

Was ist Ihre lustigste Berggeschichte?

Frank Kühne: Als ich vor vielen, vielen Jahren meine Schweizer Freunde zum ersten Mal in Corvara getroffen habe und sie mich fürchterlich ausgelacht haben, als sie mein „süßes“ Raceboard gesehen haben. Es war gerade mal 150 Zentimeter lang und die Jungs waren mit 180 Zentimeter langen, pfeilschnellen Geräten unterwegs. Mittlerweile habe ich aufgerüstet und kann mithalten.

Sie sind allgemein Wintersportfan und verfolgen aktiv die Spiele des AEV. Was fasziniert Sie am Eishockey?

Frank Kühne: Ich mag schnelle Spiele! Beim Eishockey gibt es kein langes Taktieren im Mittelfeld, sondern ununterbrochene Bewegung im Spiel. Mich fasziniert, wie man bei der Geschwindigkeit immer noch technisch laufen und den Puck führen kann trotz eines Gegners, der nicht immer zimperlich ist.

Nicht nur im Sport sondern auch im Büro ist Teamarbeit entscheidend. Wie hat sich Ihre Zusammenarbeit seit der gemeinsamen Firmengründung verändert?

Christian Fußner: Verändert haben sich die internen Abläufe durch Mitarbeiter. Die Arbeit im Team steigert die Kreativität und macht zudem viel Spaß.

Wichtig – und daran hat sich nichts geändert – ist die 100-prozentige Verlässlichkeit.

Frank Kühne: Wir haben mit den Jahren erfahren, wo der jeweils andere seine Stärken und Schwächen hat. Da wir damit offen umgehen, ergänzen wir uns jetzt perfekt. Somit wurde aus dem Zwei-Mann-Unternehmen ein Architekturbüro mit acht Mitarbeitern und großen Projekten. Verändert hat sich im Zusammenspiel zwischen uns beiden im Kern nichts – außer, dass wir uns mittlerweile „blind“ verstehen.

Auf welches Ihrer Gebäude sind Sie besonders stolz?

Christian Fußner: Am Ende des Tages sind es alle Gebäude beziehungsweise die ganze Arbeit, auf die wir und unser Team stolz sind. In der Öffentlichkeit werden die prämierten Projekte wahrgenommen. Das freut uns natürlich sehr und ist für uns alle die Bestätigung, dass wir mit dem, was wir tun, auf dem richtigen Weg sind.

Frank Kühne: Da möchte ich eigentlich keines herausstellen. Bisher haben wir durchwegs positives Feedback – also haben wir nicht viel falsch gemacht.

Allerdings war und ist es für mich etwas ganz Besonderes, dass wir gleich zu Beginn unserer Büro-Laufbahn für Freunde in Rinnenthal ein Wohnhaus und für meinen Schwager sein Bürogebäude realisieren durften. Ich danke beiden noch heute für ihr Vertrauen und ihren Mut.

Haben Sie Ihre eigenen Häuser auch selbst geplant?

Christian Fußner: Ich habe vor fünf Jahren ein Siedlerhaus in Friedberg gekauft, einmal komplett umgekrempelt und mit einem Anbau versehen. Hier fühle ich mich mit meiner Familie richtig wohl.

Frank Kühne: Fast. Ich wohne in einem alten Reihenhaus aus den 50ger Jahren, das ich vor ein paar Jahren modernisiert habe. Verschiedene „Updates“ bei der Raumaufteilung gab es natürlich schon. Nichts Üppiges, aber gemütlich.

Welche Stadt ist für Sie architektonisch betrachtet die beeindruckendste?

Christian Fußner: Ich war letztes Jahr in Prag – diese Stadt hat mich schon sehr beeindruckt. Als Architekt stellt man sich oft die Frage, mit welchem Aufwand die alten Häuser entstanden sein müssen und welche Historie die Gebäude haben, was das Leben im Inneren anbelangt

Frank Kühne: Das ist für einen Architekten vielleicht eher unüblich, aber ich bin eher ein „Naturbursche“ und weniger ein Stadtmensch. Beeindruckend finde ich besonders antike Bauwerke, besonders mit der Vorstellung, unter welchen Bedingungen und mit welchen Möglichkeiten die Bauwerke geschaffen wurden.

Wo holen Sie sich Inspiration, wenn Sie ein kreatives Loch haben?

Christian Fußner: Wir arbeiten hier im Team – das steigert die Kreativität. Man hat hier auch mal die Möglichkeit mit einem Kollegen zu sprechen, wenn es mal klemmt.

Frank Kühne: Einfach mal raus und eine große Runde mit meinem Hund durch die Berge. Das macht den Kopf frei für neue Ideen.

Ganz spontan in 30 Sekunden: Drei tolle Persönlichkeiten aus Bayern?

Christian Fußner: Wenn man die Familie mal außen vorlässt, dann sind es Menschen, die mich zum Lachen bringen, wie Gerhard Polt, der einen aber auch nachdenklich macht.

Generell aber auch Menschen, die für Werte stehen und sich für Mitmenschen einsetzen. Als Institution fällt mir hier die Kartei der Not ein.

Frank Kühne: Meine Eltern, das sind schon zwei! Und Dirk Nowitzki – ich liebe Basketball.

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