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Neu-Ulm und Günzburg müssen mehr Pendler zurückgewinnen
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Fachkraftabwanderung

Neu-Ulm und Günzburg müssen mehr Pendler zurückgewinnen

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Symbolbild. Kostenloses Wlan in Neu-Ulmer Linienbussen. Foto: Daniel M. Grafberger

Landkreise wie Neu-Ulm und Günzburg müssen sich in Zukunft nicht nur mehr Fachkräfte sichern, sondern auch in der Region halten, um den Personalmängeln wirkungsvoll zu entgegnen. Wie dringlich die Lage vor Ort ist.

In 82 Prozent der bayerisch-schwäbischen Gemeinden verlassen mehr sozial-versicherungspflichtig Beschäftigte den Wohnort als parallel einpendeln. Das gilt jedoch nicht für die Städte Neu-Ulm und Günzburg. Die Unternehmen dort haben nach wie vor eine starke Sogwirkung auf das Umland. Das ist ein Ergebnis des Pendleratlas 2022 der IHK Schwaben. In der Untersuchung wird auch das Ausmaß der intensiven Verbindungen mit Ulm und dem Alb-Donau-Kreis deutlich.


Jeder Siebte arbeitet in Ulm
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So pendeln knapp 25.000 Personen aus Bayerisch-Schwaben nach Ulm. Wenig überraschend: Besonders groß sind die Verflechtungen in Neu-Ulm. Von 1.000 in Neu-Ulm wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln 130 in die Nachbarstadt Ulm – also rund jeder siebte Beschäftigte. In umgekehrter Richtung fließt der Pendlerstrom auch, nur etwas weniger stark: Insgesamt kommen 15.500 Arbeitnehmer aus Ulm und dem angrenzenden Alb-Donau-Kreis nach Neu-Ulm zum Arbeiten.


Landkreise haben mehr Aus- als Einpendler
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Die westschwäbischen Landkreise Günzburg und Neu-Ulm weisen ein negatives Pendlersaldo auf. Im Landkreis Günzburg verlassen rund 2.600 Beschäftigte mehr den Landkreis als im Gegenzug einpendeln. In Landkreis Neu-Ulm beläuft sich das Defizit auf 11.000 Beschäftigte. Zum Vergleich: Bayerisch-Schwaben insgesamt weist auch ein Pendlerdefizit aus. So pendeln rund 50.000 Beschäftigte mehr aus als ein.


Günzburg weist Besonderheit auf
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Auffällig ist: Rund 250 in Polen wohnende Beschäftigte arbeiten in Günzburg. Somit zieht der Landkreis Günzburg innerhalb Bayerisch-Schwabens die meisten polnischen Beschäftigten an. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um Saisonarbeitskräfte handelt, die für einen bestimmten Zeitraum einreisen. Wie attraktiv die Orte für Beschäftigte sind, liegt zunächst an der Arbeitsplatzdichte. Damit wird das Verhältnis von Arbeitsplätzen zur Bevölkerung pro 1.000 Bewohner beschrieben. Diese wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hat eine Sogwirkung.


Stärkung der Verkehrsinfrastruktur nötig

Der entscheidende Faktor für Pendler sei der Weg vom Wohnort zu ihrem Arbeitsplatz. Dabei gilt es auch für Neu-Ulm und Günzburg mit dem Erhalt und Ausbau des Straßennetzes verbesserte Bedingungen zu schaffen. Niklas Gouverneur, Wirtschaftsforscher bei der IHK Schwaben ist sich sicher, dass auch nach der Pandemie die Pendlersalden weiterhin eine große Rolle spielen werden, auch wenn das mobile Arbeiten sich etabliert hat und nach Corona weiterhin genutzt werden sollte.