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Wohnungsgenossenschaft Mindelheim

Wohnungsgenossenschaft Mindelheim

Es gibt Grund zu feiern. „Mehr als ein Dach überm Kopf – Wohnen im Wandel der Zeit in Bayern“ und 90 Jahre Wohnungsgenossenschaft Mindelheim eG in der Sparkasse Mindelheim!

Weitere Bilder sehen Sie, wenn Sie auf das Bild links klicken.

Am 6. März 1921 fand die Gründungs-Versammlung der „Gemeinnützigen Baugenossenschaft Mindelheim“ statt. Aus ihr entstand im Laufe der Jahre die starke Gemeinschaft der Wohnungsgenossenschaft Mindelheim. Am 29. April konnte die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim mit einem Festakt ihr 90-jähriges erfolgreiches Wirken feiern. Mit einer Sonderausstellung in der Geschäftsstelle der Sparkasse Mindelheim zollte man ebenfalls dem langen Bestehen der Wohnungsgenossenschaft Mindelheim Tribut.

Zahlreiche Gäste konnte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Mindelheims Altbürgermeister Erich Meier, zum Festakt begrüßen. Der Grundgedanke der Selbsthilfe, des genossenschaftlichen Eigentums und die Einladung zum Mitgestalten haben sich bewährt. Diese Grundätze haben zu einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte geführt, so Meier.  

Glücklich wohnen  mit der Wohnungsgenossenschaft Mindelheim

Die Geschichte der Wohnungsgenossenschaft Mindelheim sei weniger eine Geschichte von Häusern und Wohnungen, als vielmehr von Menschen. Menschen, die sich für etwas Gutes eingesetzt haben, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Erich Meier.

Aus der Vergangenheit lernen, um für die Zukunft zu planen

Die vergangenen neun Jahrzehnte der Wohnungsgenossenschaft ließ Prokurist Johann Huber im Rahmen einer Power-Point-Präsentation Revue passieren. Im Jahr 1921 wurde die Wohnungsgenossenschaft in Zeiten der Wohnungsnot gegründet. Bereits in den ersten Jahren schuf sie rund 130 Wohnungen. Der nächste Aufschwung folgte in der Nachkriegszeit in den sechziger Jahren.  „Wir lernen aus der Vergangenheit, um für die Zukunft zu planen“ – so könne man den Leitspruch der Genossenschaft zusammen fassen.

Zusammenarbeit unter Nachbarn

Fusionen mit benachtbarten Wohungsgenossenschaften wie Mindelzell, Türkheim und Babenhausen erfolgten. Außerdem wurden die Tochterunternehmen Wohn-Baugesellschaft Mindelheim GmbH und Grundbesitz- und Hausverwaltungsgesellschaft Unterallgäu mbH gegründet. 2006 wurden im engen Schulterschluss mit der Stadt Mindelheim 89 städtische Wohnungen übernommen. Rund 1.600 Wohnungen wurden von der Wohnungsgenossenschaft und ihrer Tochter in den 90 Jahren seit ihrer Gründung gebaut.

Rundum Erneuerungen

In den vergangenen Jahren lag die Bauleistung der Wohnungsgenossenschaft im Durchschnitt bei 25 Wohnungen im Jahr. Die Wohnungsgenossenschaft steht jetzt aber vor neuen Herausforderungen, die die Arbeit der nächsten Jahre prägen werden. Der Wohnungsbestand muss nach neuen Kriterien saniert und so dem Bedarf angepasst werden. Barriere-Freiheit und Energie-Effizienz sind hierbei klare Schlüssel-Themen.

Vorausschauend und modern

Bereits 2010 hat die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim sieben Mietwohnungen an der Memminger Straße und sechs Miet-Reihenhäuser an der Landsberger Straße fertiggestellt. Seit Anfang 2011 entstehen acht Mietwohnungen in hoher Qualität an der Kaufbeurer Straße. Derartige moderne Maßnahmen sicher die Wertbeständigkeit der Wohnungsgenossenschaft, so Huber. Weitere 42 Genossenschafts-Wohnungen sind in den nächsten Jahren vorgesehen.

Wohnungsgenossenschaft bleibt Mindelheim treu

Mindelheim und seine Umgebung sollen auch weiterhin der Schwerpunkt der genossenschaftlichen Tätigkeit bleiben. Dafür spreche schon allein die Bodenständigkeit, die regionale Struktur der Wohnungsgenossenschaft und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Die Bedürfnisse und Ansprüche des modernen Wohnens sollen deswegen weiterhin erfüllt werden. „Eine starke Genossenschaft – eine starke Zukunft Wohnen wäre und ist, trotz massiven Veränderungen in fast allen Bereichen des täglichen Lebens, existenziell für jeden Menschen“, erklärt Huber weiter.

Einer für alle und alle für einen – dank der Wohnungsgenossenschaft

Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft bringt für den Einzelnen die Möglichkeit, im gesicherten Rahmen einer sozial orientierten Genossenschaft zu wohnen. Ganz ohne „Heuschreckengebaren“ und Kapitalismus sonstiger Art. Aber auch die Genossenschaft profitiert von jedem seiner treuen Mitglieder. Und letztendlich nutzt die Tätigkeit einer starken Genossenschaft auch einer Gemeinde oder Stadt.

Leistungsdruck nimmt zu

Über die Rechtsform der Genossenschaft an sich und die Wohnungsgenossenschaft im Besonderen referierte Xaver Kroner vom Verband Bayerischer Wohnungsunternehmen in seinem Festvortrag. Die Genossenschaft an sich sei zunächst weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes: „ Es kommt darauf an, was man daraus macht.“ Immer mehr gehe es auch in Genossenschaften um unternehmerische Leistungsfähigkeit, so Kroner. Genannt wurden dazu Schlagworte wie demografische Entwicklung, Atomausstieg und Klimawandel.

Wohnungsgenossenschaft: Großes geleistet

Energetische Sanierungen und Konzepte für altersgerechtes Wohnen erfordern hohe Investitionsmaßnahmen. Die Globalisierung und die demografische Entwicklung stellen auch Wohnungsgenossenschaften vor neue Herausforderungen. Hohe Investitionen und das entsprechende Know-How werden erforderlich, um beispielsweise behindertengerecht oder energieeffizient zu bauen. Diese Leistungsfähigkeit sei in Mindelheim vorhanden, so Kroner: „Die Gründer der Wohnungsgenossenschaft haben die kleine Chance genutzt und daraus Großes gemacht.“

Der Garant für Nachhaltigkeit

Keine andere Institution in Mindelheim habe auf die relativ kurze Zeit so viele Spuren hinterlassen, sagte der  Bürgermeister der Stadt Mindelheim Dr. Stephan Winter. „Die Wohnungsgenossenschaft hat zur wesentlichen Prägung unseres Stadtbilds beigetragen.“ Landrat Hans-Joachim Weirather ergänzte, dass die Wohnungsgenossenschaft stehe für Selbsthilfe und Selbstverwaltung stehe. Damit sei sie ein „Garant für Nachhaltigkeit“.

 „Wohnen im Wandel der Zeit in Bayern“

Für die Wohnungsgenossenschaft Mindelheim eG realisierte Neumann & Kamp Historische Projekte eine Ausstellung zur 90-jährigen Geschichte der Genossenschaft, die um die Wanderausstellung des VdW Bayerns zur Geschichte des sozialen Wohnens in Bayern erweitert wurde. Kern der Ausstellung ist der Nachbau einer „Kleinstwohnung“ aus dem Jahr 1930. Die Wohnung soll von den Besuchern betreten werden, damit sie Geschichte „erleben" können. Der Begriff ist dabei keine Übertreibung. Die „Kleinstwohnung“ aus dem Jahr 1930 misst gerade 28 Quadratmeter. Die Besucher der Ausstellung ‚Mehr als ein Dach überm Kopf‘, die in dem nachgebauten Grundriss umhergehen, fühlen sich sogar allein schon recht eingeengt. Vor 80 Jahren wohnten oft vier oder mehr Personen in den winzigen Behausungen, die zumindest die größte Wohnungsnot lindern sollten.