Im Gespräch mit Stadt und Betreiber

Deshalb musste die Lasertag-Anlage in Memmingen wirklich schließen

Symbolbild. Die Freizeiteinrichtung hat Memmingen verlassen. Foto: Stefan / pixelio.de
Die Lasertag-Anlage „Code Red“ musste zum 18. August geschlossen werden. Grund dafür waren neue Altersvorgaben für die Nutzung der Anlage. Was der Geschäftsführer Kim L. Geiger und Oberbürgermeister Manfred Schilder dazu sagen.

Vor rund drei Jahren wurde die Freizeiteinrichtung im Memminger Norden eröffnet. Seither konnte die Anlage wirtschaftlich betrieben werden. Die Betreiber hatten sich mit der Stadt Memmingen auf ein Mindestalter von zwölf Jahren geeinigt, so der Geschäftsführer. Seit rund 1,5 Jahren darf die Lasertagarena jedoch erst ab einem Alter von 16 Jahren bespielt werden. „Die Anlage wurde aufgrund veränderter Altersvorgaben geschlossen, da diese zu einem erheblichen wirtschaftlichen Einbruch führten“, erklärt Kim L. Geiger, Geschäftsführer von Code Red Lasertag in Memmingen gegenüber unserer Redaktion. „Hätte Memmingen von Beginn ab 16 Jahren freigegeben, hätten wir dort nie eröffnet“, so Geiger weiter.

„Das Jugendamt Memmingen hat keine Altersgrenze angehoben“

Vonseiten des Oberbürgermeisters der Stadt Memmingen heißt es auf Nachfrage: „Das Jugendamt Memmingen hat keine Altersgrenze angehoben, sondern im Rahmen seines Auftrags nach einem Ortstermin im Januar 2017 erstmalig eine Regelung auf Basis von Paragraph 7 Jugendschutzgesetz getroffen. Mit diesem Verwaltungsakt wurde die bisherige Handhabung des Betreibers, bereits Kindern ab zwölf Jahren die Teilnahme zu erlauben, untersagt“, so Manfred Schilder. Demnach sei die Nutzung der Anlage ab 16 Jahre sowie mit Begleitung durch Elternteile ab 14 Jahre zulässig.

Die Stadt beruft sich dabei auf die Vollzugshinweise zum Jugendschutzgesetz, wonach Laserspiele für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht freigegeben werden dürfen, da es ihre psychische und soziale Entwicklung gefährdet. Außerdem wird an der entsprechenden Stelle des Gesetzes darauf hingewiesen, dass Laserspiele eine aggressivitätssteigernde Wirkung aufweisen und bei vulnerablen Spielern zu starken Angstreaktionen führen können. Während sich die Stadt auf das Jugendschutzgesetz beruft, sieht Geiger keinen Grund für das Inkrafttreten der Altersvorgaben. „In unseren Augen war es Willkür“, so Geiger. Laut Geiger beziehe sich diese Begrenzungslinie auf ein anderes Spiel-System. Der gleiche Gutachter gäbe das bislang in Memmingen genutzte System ab 10 Jahren frei.

Gerichtliches Verfahren läuft

„Der Betreiber der Lasertag-Anlage hat gegen den Bescheid der Stadt Memmingen Rechtsmittel eingelegt und ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. Das zuständige Verwaltungsgericht hat trotz der Eilbedürftigkeit darüber noch nicht entschieden. Allerdings gibt es einschlägige Beschlüsse und Urteile anderer bayerischer Gerichte zum Themenkomplex, die mit der Rechtsauffassung der Stadt Memmingen konform gehen“, erklärt Schilder zu den Vorwürfen der Betreiber.

Investitionen in den Kemptener Standort geplant

Neben der Arena in Memmingen unterhält die Life Center GmbH eine weitere Anlage in Kempten. Diese dürfen Kinder ab 14 Jahren mit Einverständniserklärung auch weiterhin ohne Begleitung eines Erwachsenen nutzen. Nach der Schließung in Memmingen soll deshalb vor allem in den Kemptener Standort investiert werden. Dort gibt es derzeit neben Lasertag auch Blastertag, Escape Rooms und Blacklight Minigolf. Das Inkrafttreten der Regelungen kostete in Memmingen einigen Mitarbeitern ihren Job. In den drei Jahren seit Eröffnung von Code Red Lasertag in Memmingen wurden in der Filiale zwölf Mitarbeiter in Minijobs bis hin zu Vollzeit beschäftigt. Diese konnten nun teilweise in der Kemptener Filiale unterkommen.  

Im Gespräch mit Stadt und Betreiber

Deshalb musste die Lasertag-Anlage in Memmingen wirklich schließen

Symbolbild. Die Freizeiteinrichtung hat Memmingen verlassen. Foto: Stefan / pixelio.de
Die Lasertag-Anlage „Code Red“ musste zum 18. August geschlossen werden. Grund dafür waren neue Altersvorgaben für die Nutzung der Anlage. Was der Geschäftsführer Kim L. Geiger und Oberbürgermeister Manfred Schilder dazu sagen.

Vor rund drei Jahren wurde die Freizeiteinrichtung im Memminger Norden eröffnet. Seither konnte die Anlage wirtschaftlich betrieben werden. Die Betreiber hatten sich mit der Stadt Memmingen auf ein Mindestalter von zwölf Jahren geeinigt, so der Geschäftsführer. Seit rund 1,5 Jahren darf die Lasertagarena jedoch erst ab einem Alter von 16 Jahren bespielt werden. „Die Anlage wurde aufgrund veränderter Altersvorgaben geschlossen, da diese zu einem erheblichen wirtschaftlichen Einbruch führten“, erklärt Kim L. Geiger, Geschäftsführer von Code Red Lasertag in Memmingen gegenüber unserer Redaktion. „Hätte Memmingen von Beginn ab 16 Jahren freigegeben, hätten wir dort nie eröffnet“, so Geiger weiter.

„Das Jugendamt Memmingen hat keine Altersgrenze angehoben“

Vonseiten des Oberbürgermeisters der Stadt Memmingen heißt es auf Nachfrage: „Das Jugendamt Memmingen hat keine Altersgrenze angehoben, sondern im Rahmen seines Auftrags nach einem Ortstermin im Januar 2017 erstmalig eine Regelung auf Basis von Paragraph 7 Jugendschutzgesetz getroffen. Mit diesem Verwaltungsakt wurde die bisherige Handhabung des Betreibers, bereits Kindern ab zwölf Jahren die Teilnahme zu erlauben, untersagt“, so Manfred Schilder. Demnach sei die Nutzung der Anlage ab 16 Jahre sowie mit Begleitung durch Elternteile ab 14 Jahre zulässig.

Die Stadt beruft sich dabei auf die Vollzugshinweise zum Jugendschutzgesetz, wonach Laserspiele für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht freigegeben werden dürfen, da es ihre psychische und soziale Entwicklung gefährdet. Außerdem wird an der entsprechenden Stelle des Gesetzes darauf hingewiesen, dass Laserspiele eine aggressivitätssteigernde Wirkung aufweisen und bei vulnerablen Spielern zu starken Angstreaktionen führen können. Während sich die Stadt auf das Jugendschutzgesetz beruft, sieht Geiger keinen Grund für das Inkrafttreten der Altersvorgaben. „In unseren Augen war es Willkür“, so Geiger. Laut Geiger beziehe sich diese Begrenzungslinie auf ein anderes Spiel-System. Der gleiche Gutachter gäbe das bislang in Memmingen genutzte System ab 10 Jahren frei.

Gerichtliches Verfahren läuft

„Der Betreiber der Lasertag-Anlage hat gegen den Bescheid der Stadt Memmingen Rechtsmittel eingelegt und ein gerichtliches Verfahren eingeleitet. Das zuständige Verwaltungsgericht hat trotz der Eilbedürftigkeit darüber noch nicht entschieden. Allerdings gibt es einschlägige Beschlüsse und Urteile anderer bayerischer Gerichte zum Themenkomplex, die mit der Rechtsauffassung der Stadt Memmingen konform gehen“, erklärt Schilder zu den Vorwürfen der Betreiber.

Investitionen in den Kemptener Standort geplant

Neben der Arena in Memmingen unterhält die Life Center GmbH eine weitere Anlage in Kempten. Diese dürfen Kinder ab 14 Jahren mit Einverständniserklärung auch weiterhin ohne Begleitung eines Erwachsenen nutzen. Nach der Schließung in Memmingen soll deshalb vor allem in den Kemptener Standort investiert werden. Dort gibt es derzeit neben Lasertag auch Blastertag, Escape Rooms und Blacklight Minigolf. Das Inkrafttreten der Regelungen kostete in Memmingen einigen Mitarbeitern ihren Job. In den drei Jahren seit Eröffnung von Code Red Lasertag in Memmingen wurden in der Filiale zwölf Mitarbeiter in Minijobs bis hin zu Vollzeit beschäftigt. Diese konnten nun teilweise in der Kemptener Filiale unterkommen.  

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