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Rolls-Royce lässt mtu-Motoren künftig in Saudi-Arabien produzieren
Industrie

Rolls-Royce lässt mtu-Motoren künftig in Saudi-Arabien produzieren

Andreas Görtz von Rolls-Royce Power Systems und MAKEEN-CEO Fawaz Al-Thubaiti (von links) bei der Unterzeichnung der Lizenzvereinbarung zur Produktion von mtu-Motoren der Baureihe 2000 in Saudi-Arabien. Foto: Rolls-Royce
Andreas Görtz von Rolls-Royce Power Systems und MAKEEN-CEO Fawaz Al-Thubaiti (von links) bei der Unterzeichnung der Lizenzvereinbarung zur Produktion von mtu-Motoren der Baureihe 2000 in Saudi-Arabien. Foto: Rolls-Royce

Rolls-Royce weitet seine Zusammenarbeit mit dem saudischen Motorenhersteller MAKEEN aus. Erstmals sollen mtu-Motoren der Baureihe 2000 direkt in Saudi-Arabien gefertigt und montiert werden. Zunächst liegt der Schwerpunkt auf Schiffsantrieben.

Rolls-Royce Power Systems und die Saudi Engines Manufacturing Company (Makeen) haben eine Lizenzvereinbarung für die lokale Produktion von mtu-Motoren geschlossen. Sie ermöglicht es Makeen, schnelllaufende Motoren der Baureihe 2000 künftig in Saudi-Arabien herzustellen und zu montieren. Nach Angaben von Rolls-Royce handelt es sich um die erste Lizenzproduktion dieser Art in Saudi-Arabien.

Grundlage der Zusammenarbeit ist eine bereits im November 2023 geschlossene Rahmenvereinbarung. Sie regelte die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine gemeinsame Produktion. Mit der nun unterzeichneten Einzellizenz können die Partner konkrete Fertigungskapazitäten für die mtu-Baureihe 2000 aufbauen.

Zunächst stehen Schiffsantriebe im Fokus

Zum Einsatz kommen sollen die lokal gefertigten Motoren zunächst im maritimen Bereich. Als mögliche Anwendungen nennt Rolls-Royce unter anderem schnelle Fähren, Küstenwachschiffe und Patrouillenboote. Perspektivisch soll die Zusammenarbeit auch auf Bahnanwendungen ausgeweitet werden.

Makeen investiert dafür in entsprechende Produktionskapazitäten vor Ort. Das Unternehmen ist aus einer Zusammenarbeit von Saudi Aramco, HD Hyundai und Dussur hervorgegangen und fertigt sowie betreut Schiffs- und Landmotoren.

Die Vereinbarung ist zugleich Teil der saudischen Strategie, mehr industrielle Wertschöpfung und technologisches Know-how im eigenen Land aufzubauen. Rolls-Royce ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen, das die lokale Produktion schnelllaufender Motoren in Saudi-Arabien lizenziert.

„Saudi-Arabien investiert massiv in Industrieentwicklung, Infrastruktur und Energieprojekte. Mit dieser Vereinbarung verbinden wir bewährte mtu-Technologie mit lokalen Produktionskapazitäten“, sagt Andreas Görtz, President Business Unit Mobile & Sustainable bei Rolls-Royce Power Systems.

Rolls-Royce baut Präsenz in Saudi-Arabien aus

Für Rolls-Royce ist die Vereinbarung ein weiterer Schritt beim Ausbau seiner Aktivitäten im Land. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben bereits seit den 1960er-Jahren in Saudi-Arabien aktiv. Die Zusammenarbeit mit Makeen soll nun insbesondere Kompetenzen rund um leistungsstarke Motoren und deren lokale Fertigung stärken.

Rolls-Royce Power Systems mit Sitz in Friedrichshafen entwickelt unter der Marke mtu unter anderem Antriebslösungen für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie militärische Anwendungen. Neben Diesel- und Gasmotoren gehören auch Batteriesysteme und integrierte Energielösungen zum Portfolio.

Makeen-Chef Fawaz Al-Thubaiti sieht in der Lizenzvereinbarung vor allem eine Grundlage für den weiteren Aufbau industrieller Kompetenzen: „Sie schafft die Grundlage für lokale Fertigung, Kompetenzaufbau und künftiges Wachstum der Industrie.“

Als Nächstes wollen die beiden Unternehmen die Voraussetzungen für erste Kundenprojekte schaffen und die Produktionsstrukturen für die Motoren in Saudi-Arabien weiter aufbauen.