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Nach dem Insolvenzantrag der Varta AG hat das Amtsgericht Stuttgart den Rechtsanwalt Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit Vorstandschef Michael Ostermann und den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften soll er die Sanierung des Batterieherstellers vorantreiben. Ziel bleibt nach Unternehmensangaben eine langfristige Fortführung des Geschäftsbetriebs und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.
Wie Varta mitteilt, wechseln die Varta AG und die Varta Microbattery GmbH aus der ursprünglich beantragten Eigenverwaltung in ein klassisches vorläufiges Insolvenzverfahren. Bereits zuvor befanden sich die Varta Storage GmbH und die Varta Micro Production GmbH in diesem Verfahren. Nach Angaben des Unternehmens soll die Vereinheitlichung die Sanierung erleichtern. Hintergrund seien die engen wirtschaftlichen und organisatorischen Verflechtungen innerhalb der Unternehmensgruppe. Für Kunden, Lieferanten und Beschäftigte habe die Anpassung keine Auswirkungen.
Der Geschäftsbetrieb werde während des Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt, teilte Varta mit. Die Beschäftigten seien bereits im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung informiert worden. Parallel werde gemeinsam mit der Agentur für Arbeit die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorbereitet, um die Auszahlung der Löhne und Gehälter sicherzustellen. „Unsere Kräfte werden darauf gebündelt, dass der Geschäftsbetrieb möglichst ohne Einschränkungen weiterläuft“, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Wahl.
Unverändert verfolgt Varta nach eigenen Angaben das Ziel, das Unternehmen im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses langfristig zu sanieren. Dazu werde ein M&A-Prozess gestartet, um einen Käufer beziehungsweise neue Investoren zu finden. „Unser Ziel bleibt eine langfristige und tragfähige Lösung“, erklärte Insolvenzverwalter Tobias Wahl. Vorstandschef Michael Ostermann betonte, die Vereinheitlichung der Verfahren erleichtere den weiteren Sanierungsprozess und die Zusammenarbeit zwischen Management und Insolvenzverwaltung. Nicht vom Insolvenzverfahren betroffen ist weiterhin der Geschäftsbereich VARTA Consumer Batteries mit den bekannten Haushaltsbatterien. Die Sparte ist nach Unternehmensangaben rechtlich und finanziell eigenständig aufgestellt.
Zu den betroffenen Gesellschaften gehört auch die Varta Micro Production GmbH in Nördlingen. Das Unternehmen hatte bereits im Mai angekündigt, den Standort für die Produktion von Mikrobatterien zu schließen. Rund 350 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Erst vergangene Woche hatte Varta Insolvenz beantragt und dies unter anderem mit verschlechterten Marktbedingungen, einer schwächeren Nachfrage sowie dem Wegfall eines Ankerkunden begründet. Nach Unternehmensangaben entstand dadurch eine strukturelle Finanzierungslücke mit Blick auf das Jahr 2027.