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Immer mehr Rentner kommen auf immer weniger Beitragszahler. Das Problem der demografischen Entwicklung in Deutschland ist seit vielen Jahrzehnten bekannt. Außerdem leben wir auch viel länger und beziehen dadurch länger Rente aus der Versicherung. Nachdem lange zugeschaut wurde, wie sich dieses Problem wundersamerweise doch nicht von allein gelöst hat, soll nun endlich das Rentensystem reformiert werden.
33 Vorschläge hat die Rentenkommission gemacht, die Bundeskanzler Merz und seine Regierung auch so umsetzen wollen. Darunter: Das Renteneintrittsalter soll steigen und die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft werden. Wer mindestens 35 Jahre eingezahlt hat, soll erst ab 64 und nicht mehr mit 63 Jahren mit Abzügen in Rente gehen können. Das ist gut so.
Allein das Abschaffen der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, soll laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 9,5 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang sparen. Geld, das nicht nur die Rentenversicherung braucht, sondern auch mehr Geld in die anderen Sozialversicherungen sowie die Staatskassen einbringen wird.
Ein weiterer Vorteil: Durch einen späteren Renteneintritt stehen den Unternehmen länger mehr Arbeits- und Fachkräfte zur Verfügung. Laut dem DIW rund 125.000 Vollzeitkräfte.
In Kombination mit den anderen Vorschlägen der Rentenkommission sollen das Rentenniveau steigen und gleichzeitig der Rentenbeitrag sinken. Das entlastet Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genauso wie die Unternehmen bereits in der nahen Zukunft.
Allerdings stört mich, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters erst ab 2031 kommen soll und nicht schon früher. Bereits seit Längerem gehen die geburtenstarken Jahrgänge, oder auch Babyboomer, in Rente. 2031 dann der letzte Babyboomer-Jahrgang von 1964 mit 67 Jahren. Danach werden die Jahrgänge bereits dünner.
Ich verstehe, dass sich „länger arbeiten“ oder „später in Rente gehen“ erst mal nicht schön anhört. Für mich auch nicht. Aber ein „Weiter so“ wird unsere Alterspyramide nicht umdrehen und am Ende auch nicht die Rente von uns kommenden Generationen bezahlen.
Wer sich jetzt echauffiert, dass er schon sein ganzes Leben gearbeitet hat und die Jüngeren auch erstmal was leisten sollen: Das tun wir. Und das werden wir länger müssen als ihr. Denn alle späteren Jahrgänge werden zum Zeitpunkt ihres Renteneintritts noch länger gearbeitet haben als diejenigen, die jetzt die Rente im Blick haben. Ich werde den Vorschlägen entsprechend erst mit rund 68,5 Jahren in Rente gehen können. Wer jetzt in die Grundschule geht, soll bis 70 arbeiten. Da ist es von den angehenden Rentnern nicht zu viel verlangt, sich diesen Renteneintrittsaltern etwas mehr anzunähern. Das nennt man Generationengerechtigkeit.