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Landkreis Augsburg testet KI in Ausländeramt und Einbürgerungsbehörde
Digitalisierung

Landkreis Augsburg testet KI in Ausländeramt und Einbürgerungsbehörde

Symbolbild. Im Landkreis Augsburg soll KI die Einbürgerungsbehörde und das Ausländeramt unterstützen. Foto: studio v-zwoelf, stock.adobe.com
Symbolbild. Im Landkreis Augsburg soll KI die Einbürgerungsbehörde und das Ausländeramt unterstützen. Foto: studio v-zwoelf, stock.adobe.com

Seit September soll Künstliche Intelligenz Mitarbeitende im Ausländeramt und in der Einbürgerungsbehörde des Landkreises Augsburg unterstützen. Das Landratsamt erhofft sich dadurch spürbare Zeitersparnisse.

Der Landkreis Augsburg setzt künftig auf Künstliche Intelligenz, um die Arbeit im Ausländeramt und in der Einbürgerungsbehörde zu erleichtern. Im September ist ein startet ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Technologie zunächst bis Ende des Jahres im laufenden Betrieb getestet wird.

Die KI soll vor allem bei zeitaufwendigen Routineaufgaben helfen. Dazu gehört etwa, umfangreiche Akten zusammenzufassen, Sachverhalte zu strukturieren oder bestimmte Prüfungen vorzubereiten. Nach Angaben des Landratsamts könnten dadurch pro Mitarbeitendem im Durchschnitt mindestens fünf Arbeitsstunden pro Woche eingespart werden. Die zusätzliche Zeit soll vor allem für die Bearbeitung von Anträgen genutzt werden.

Landrat Martin Sailer verweist dabei auf die hohe Arbeitsbelastung und den Fachkräftemangel. Die Technologie solle die Beschäftigten unterstützen, Entscheidungen über einzelne Fälle aber nicht übernehmen.

Zahl der Einbürgerungsanträge stark gestiegen

Besonders angespannt ist die Situation in der Einbürgerungsbehörde. Seit der Reform des Einbürgerungsrechts im Jahr 2024 hat sich die Zahl der Anträge im Landkreis nach Angaben des Landratsamts etwa vervierfacht. Die reguläre Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung wurde damals von acht auf in der Regel fünf Jahre verkürzt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Einbürgerung bereits nach drei Jahren möglich.

Im Jahr 2025 gingen zeitweise durchschnittlich rund 250 neue Anträge pro Monat ein. Eine entsprechende Aufstockung des Personals sei wegen der angespannten Haushaltslage bislang nicht möglich gewesen. Eine zusätzliche Stelle wurde erst vor Kurzem mit einer staatlichen Anwärterin besetzt. Die übrigen Stellen finanziert der Landkreis aus seinem Haushalt.

Der Kreistag sieht bei der Personalausstattung allerdings auch den Freistaat Bayern in der Verantwortung. Da die Umsetzung des Einbürgerungsrechts eine staatliche Aufgabe sei, müsse dieser aus Sicht des Gremiums auch für entsprechende personelle Ressourcen sorgen.

Rund 2.500 Verfahren noch offen

Inzwischen haben sich rund 2.500 Einbürgerungsanträge angesammelt, die noch nicht abschließend bearbeitet sind. Die Mitarbeitenden schließen derzeit im Schnitt rund 80 Fälle pro Monat ab. Damit liegt die Zahl der bearbeiteten Fälle ungefähr auf Höhe des laufenden Antragseingangs. Ein Abbau des Rückstands ist laut Landratsamt unter den aktuellen Bedingungen daher kaum möglich.

Für neue Anträge liegt die Bearbeitungszeit derzeit bei rund zweieinhalb Jahren – mit steigender Tendenz. Zusätzlich verschärft wird die Personalsituation durch den bevorstehenden Weggang einer erfahrenen Mitarbeiterin. Wegen einer Nachbesetzungssperre im Landratsamt kann die Stelle erst sechs Monate nach ihrem Freiwerden neu besetzt werden.

Das KI-Projekt soll nun zeigen, ob sich zumindest ein Teil der Arbeitsbelastung auffangen lässt. Entwickelt wurde die Anwendung gemeinsam mit der Einbürgerungsbehörde des Landkreises Augsburg und einer weiteren Behörde speziell für diesen Einsatzbereich. Bewährt sich das System, ist ab 2027 ein dauerhafter Einsatz vorgesehen.

Die Einbürgerungsbehörde bittet Antragsteller zugleich, möglichst von regelmäßigen Nachfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen. Diese würden zusätzliche Arbeitszeit binden. Außerdem empfiehlt sie, Anträge möglichst vollständig einzureichen, da fehlende Unterlagen die Bearbeitung zusätzlich verzögern.

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