Handwerkskammer für Schwaben

Konjunkturumfrage der HWK Schwaben: Keine übertriebenen Erwartungen für 2016

Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner und Präsident Hans-Peter Rauch. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Das schwäbische Handwerk präsentiert sich mit Optimismus und gesundem Selbstvertrauen. Gleichzeitig gehen die Betriebe aber ohne allzu große Erwartungen in das Jahr 2016. Der Großteil profitiert von einem günstigen Konsumklima. Entsprechend positiv fallen die Bewertungen aus: 87 Prozent der von der Handwerkskammer für Schwaben befragten handwerklichen Unternehmen beurteilen ihre eigene Geschäftslage als gut oder befriedigend.

Auch im vierten Quartal bewahren sich die Handwerksbetriebe in Schwaben ihre Zuversicht. Dies zeigt das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben. Quer über alle Branchen bewerten lediglich 13 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation als schlecht. Die höchsten Zufriedenheitswerte melden die Unternehmen aus dem Ausbau- und Nahrungsmittelgewerbe. Jeweils 93 Prozent äußern sich positiv. Knapp dahinter liegen die Handwerke des gewerblichen Bedarfs: Hier sind neun von zehn Firmen optimistisch gestimmt. Auch die konsumnahen Handwerke wie Optiker oder Friseure, das Kfz-Handwerk und die Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe sind zu 80 Prozent zufrieden. Aufgrund saisonaler Effekte haben letztere jedoch zurzeit mit Einbußen zu kämpfen.  

Saisonale Bedingungen wirken sich negativ auf die wirtschaftliche Dynamik aus

Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände geht auf 6,2 Wochen zurück. Damit liegt sie 0,5 Wochen niedriger als im Vorquartal, aber exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung der Umsätze zeigt sich ohne großen Elan. Knapp ein Fünftel der Betriebe meldet ein Plus. Während 58 Prozent über stabile Zahlen berichten, ist bei 23 Prozent der Firmen der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als noch im Vorquartal. Saisonale Einflussfaktoren, insbesondere im Bauhauptgewerbe, bremsen die wirtschaftliche Dynamik.

Handwerkskammer für Schwaben fordert bessere Rahmenbedingungen für das Handwerk von der Politik

„Das Handwerk fungiert einmal mehr als Stabilitätsanker der Wirtschaft. Steigende Realeinkommen und eine niedrige Inflation beflügeln die Kauf- und Investitions­laune der Verbraucher. Doch diese erfreuliche Entwicklung darf den Blick nicht darauf verstellen, dass auf dem Feld der Steuerpolitik seit Jahren weitgehend Stillstand herrscht – von einem ersten Schritt zum Abbau der kalten Progression einmal abgesehen. Über das Thema einer Steuerstrukturreform wird gar nicht mehr geredet. Und auch bei der Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist kein Durchbruch zu erkennen. Das muss sich ändern“, so Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben.

Fachkräftesicherung stellt das Handwerk weiterhin vor große Herausforderungen

Der handwerkliche Arbeitsmarkt ist im vierten Quartal weitgehend ausgeglichen. Die Zahl der Arbeitsplätze ist lediglich um ein halbes Prozent zurückgegangen. 8 Prozent der Betriebe haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Die Sicherung mit Fachkräften und Auszubildenden bleibt für die schwäbischen Handwerks­betriebe eine der zentralen Herausforderungen. „Unsere Unternehmen nehmen sich mit großem Einsatz weiterhin der Aufgabe an, Flüchtlinge auszubilden. Die Handwerkskammer unterstützt und hilft dabei mit einem breiten Angebot. Doch Flüchtlinge alleine können unsere Fachkräfteprobleme nicht lösen“, betont Ulrich Wagner. Die duale Ausbildung müsse weiter gestärkt werden. Denn sie bringe hochqualifizierte Mitarbeiter hervor, aus denen die Meister und Unternehmer von morgen werden. „Die Innovationskraft im Handwerk steht und fällt mit der Qualifikation der Mitarbeiter. Daher darf es keine Absenkung von Ausbildungsstandards und keine ‚Ausbildung light‘ geben“, fordert der Hauptgeschäftsführer der HWK. Auch bei der Digitalisierung will die Handwerkskammer für Schwaben die Betriebe in der Region unterstützen.

Neun von zehn Handwerksbetrieben wollen Mitarbeiterzahl halten oder ausbauen

Die große Mehrheit der schwäbischen Handwerksbetriebe zeigt sich auch für das Jahr 2016 zuversicht­lich. 85 Prozent gehen von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage im kommenden Quartal aus. 62  Prozent der befragten Betriebe rechnen im nächsten Quartal mit gleichbleibend hohen Umsätzen. Weitere 15 Prozent gehen von einer Steigerung aus. Knapp ein Viertel kalkuliert jedoch mit einem Umsatzrückgang. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Prognosen zu den Auftragseingängen. 84 Prozent planen mit stabilen oder sogar steigenden Neuaufträgen. Im Gegenzug erwarten 16 Prozent ein Minus. Über 90 Prozent der befragten Firmen wollen im kommenden Quartal ihren Personalstamm halten oder aufstocken.

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Auch im vierten Quartal bewahren sich die Handwerksbetriebe in Schwaben ihre Zuversicht. Dies zeigt das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben. Quer über alle Branchen bewerten lediglich 13 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Situation als schlecht. Die höchsten Zufriedenheitswerte melden die Unternehmen aus dem Ausbau- und Nahrungsmittelgewerbe. Jeweils 93 Prozent äußern sich positiv. Knapp dahinter liegen die Handwerke des gewerblichen Bedarfs: Hier sind neun von zehn Firmen optimistisch gestimmt. Auch die konsumnahen Handwerke wie Optiker oder Friseure, das Kfz-Handwerk und die Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe sind zu 80 Prozent zufrieden. Aufgrund saisonaler Effekte haben letztere jedoch zurzeit mit Einbußen zu kämpfen.  

Saisonale Bedingungen wirken sich negativ auf die wirtschaftliche Dynamik aus

Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände geht auf 6,2 Wochen zurück. Damit liegt sie 0,5 Wochen niedriger als im Vorquartal, aber exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung der Umsätze zeigt sich ohne großen Elan. Knapp ein Fünftel der Betriebe meldet ein Plus. Während 58 Prozent über stabile Zahlen berichten, ist bei 23 Prozent der Firmen der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als noch im Vorquartal. Saisonale Einflussfaktoren, insbesondere im Bauhauptgewerbe, bremsen die wirtschaftliche Dynamik.

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Der handwerkliche Arbeitsmarkt ist im vierten Quartal weitgehend ausgeglichen. Die Zahl der Arbeitsplätze ist lediglich um ein halbes Prozent zurückgegangen. 8 Prozent der Betriebe haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Die Sicherung mit Fachkräften und Auszubildenden bleibt für die schwäbischen Handwerks­betriebe eine der zentralen Herausforderungen. „Unsere Unternehmen nehmen sich mit großem Einsatz weiterhin der Aufgabe an, Flüchtlinge auszubilden. Die Handwerkskammer unterstützt und hilft dabei mit einem breiten Angebot. Doch Flüchtlinge alleine können unsere Fachkräfteprobleme nicht lösen“, betont Ulrich Wagner. Die duale Ausbildung müsse weiter gestärkt werden. Denn sie bringe hochqualifizierte Mitarbeiter hervor, aus denen die Meister und Unternehmer von morgen werden. „Die Innovationskraft im Handwerk steht und fällt mit der Qualifikation der Mitarbeiter. Daher darf es keine Absenkung von Ausbildungsstandards und keine ‚Ausbildung light‘ geben“, fordert der Hauptgeschäftsführer der HWK. Auch bei der Digitalisierung will die Handwerkskammer für Schwaben die Betriebe in der Region unterstützen.

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