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KI in der Verwaltung: Bayern setzt auf neue Digitalprojekte
Digitalschmiede Bayern

KI in der Verwaltung: Bayern setzt auf neue Digitalprojekte

Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring bei der Abschlussveranstaltung.
Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring bei der Abschlussveranstaltung. Foto: Bayerisches Staatsministerium für Digitales

Mit der Digitalschmiede Bayern entwickelt der Freistaat digitale Lösungen für die Verwaltung. Im sechsten Durchgang haben vier Teams innerhalb von zwölf Wochen neue Prototypen vorgestellt. Von 20 Projekten aus den ersten fünf Durchgängen werden 13 weiterverfolgt und in den Behördenalltag integriert.

Bayern will seine Verwaltung moderner und effizienter gestalten. Dafür setzt das Bayerische Staatsministerium für Digitales auf die Digitalschmiede Bayern. Das Innovationsprogramm bringt externe Digitaltalente und Beschäftigte der Staatsverwaltung zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen für konkrete Probleme im Behördenalltag.

Beim Abschluss des sechsten Durchgangs präsentierten vier interdisziplinäre Teams ihre digitalen Prototypen. Sie hatten dafür zwölf Wochen Zeit. Digitalminister Dr. Fabian Mehring besuchte die Veranstaltung und zog eine positive Bilanz. Seit dem Start des Programms haben mehr als 100 externe Digitaltalente mitgewirkt. „Wer den Staat von morgen bauen will, darf nicht in den Strukturen von gestern stecken bleiben“, erklärte Mehring. Er sprach sich für weniger Bürokratie und mehr unternehmerisches Denken in der Verwaltung aus. „Genau dafür steht unsere Digitalschmiede: Hier treffen junge Tech-Talente auf erfahrene Verwaltungsprofis und machen aus echten Alltagsproblemen in nur drei Monaten funktionierende digitale Lösungen.“

Künstliche Intelligenz soll Verwaltungsprozesse vereinfachen

Ein Beispiel aus dem aktuellen Durchgang ist ein KI-gestützter Prozesslotse. Er soll Beschäftigte der Verwaltung künftig durch komplexe IT- und Vergabeverfahren führen. Das digitale Werkzeug soll ihnen dabei helfen, diese Prozesse sicherer und schneller zu bearbeiten.

Auch frühere Projekte zeigen erste Ergebnisse. Von 20 Projekten aus den ersten fünf Durchgängen werden 13 weiterverfolgt. Sie sollen in den konkreten Behördenalltag einfließen. Dazu zählt ein automatischer Schriftsatzgenerator. Sein Programmcode steht inzwischen als Open Source zur Verfügung. Weitere digitale Lösungen unterstützen landwirtschaftliche Kontrollen und die Bewertung von Behördenverlagerungen. Die Projekte sollen Beschäftigte von Routineaufgaben entlasten. Zugleich sollen sie Verfahren vereinfachen und vorhandene Ressourcen gezielter einsetzen. 

Digitalminister fordert einen Kulturwandel

Für Mehring geht es bei der Digitalisierung nicht allein um neue technische Anwendungen. Er sieht darin auch eine Möglichkeit, die Arbeitsweise der Verwaltung grundlegend zu verändern. „Für mich ist die Digitalschmiede weit mehr als ein Innovationslabor. Sie steht für einen Kulturwandel in unserem Staat“, so Mehring. Der Minister betonte, dass bestehende Abläufe nicht einfach digital abgebildet werden sollten. Stattdessen müsse die Verwaltung Prozesse neugestalten und überflüssige Arbeitsschritte streichen. Auch Künstliche Intelligenz solle gezielt eingesetzt werden. Entscheidend sei laut Mehring, dass die entwickelten Ideen tatsächlich in der Praxis ankommen. Die Zahl der vorgestellten Prototypen allein sei kein Maßstab für den Erfolg des Programms.

Das Bayerische Staatsministerium für Digitales hat die Digitalschmiede Bayern Ende 2021 ins Leben gerufen. Seit 2022 koordiniert die byte – Bayerische Agentur für Digitales das Programm. Die Umsetzung erfolgt mit Unterstützung des Digitalministeriums.