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Den Zuschlag hat am Ende ein Unternehmer bekommen, der die Branche gut kennt. Für die Weha Ludwig Werwein GmbH aus Königsbrunn endet damit eine unsichere Zeit, die im Juli mit dem Insolvenzantrag begonnen hatte. Neuer Eigentümer ist Frank Nozar, Inhaber von Nozar Diamantwerkzeuge. Zum 1. Oktober 2026 ging der Geschäftsbetrieb auf die neu gegründete Weha GmbH i. G. über. Nozar hat die Gesellschaft gegründet und ist ihr alleiniger Gesellschafter.
Mit Nozar kommt ein Käufer aus einem Bereich, der bei Weha traditionell zu den umsatzstärksten gehört. Er soll die neue Gesellschaft als geschäftsführender Gesellschafter leiten. Neben ihm ist Julia-Claire Möbius für die Geschäftsführung vorgesehen. Sie hatte die Verantwortung bei Weha schon kurz vor dem Antrag auf Eigenverwaltung übernommen. „Wir freuen uns sehr über diesen positiven Ausgang des Verfahrens und dass wir mit Frank Nozar von Nozar Diamantwerkzeuge einen unternehmerisch starken Partner gefunden haben“, sagt Rechtsanwalt Dr. Paul Abel von der Sanierungskanzlei Wellensiek. Er hat das Verfahren als Generalbevollmächtigter begleitet. Nach seinen Angaben lief der Geschäftsbetrieb während der gesamten Sanierung ohne Unterbrechung weiter.
Die Weha GmbH soll als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. Alle 44 Beschäftigten wurden übernommen. „Für die Zukunft der Weha konnten wir eine sehr gute Lösung finden – für uns bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Es geht weiter!“, sagt Julia-Claire Möbius. Geplant sei, Sortiment, Prozesse und Einkauf laufend weiterzuentwickeln. Außerdem wolle man die digitalen Angebote und den Onlineshop gezielt ausbauen, „um für unsere Kunden weiterhin verlässlich da zu sein“.
Nach einem kurzen Bauboom direkt nach der Corona-Pandemie geriet Weha in den folgenden Jahren unter Druck. Der Umsatz sank zuletzt auf knapp zwölf Millionen Euro. Die Baukonjunktur blieb schwach, und in der DACH-Region ging die Nachfrage zurück. Dazu kamen Lieferprobleme, weil eine frühere Produktion in Polen umstrukturiert wurde. Das belastete die Liquidität. Am 8. Juli 2026 stellte die Geschäftsführung beim Amtsgericht Augsburg einen Insolvenzantrag. Zwei Tage später ordnete das Gericht die vorläufige Eigenverwaltung an. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte es Rechtsanwalt Dr. Alexander Zarzitzky von Anchor Rechtsanwälte.
Für das Unternehmen war der schnelle Verkauf entscheidend. „Ohne eine zügige Übertragung auf einen Investor hätte nach der Verfahrenseröffnung die Stilllegung gedroht“, sagt Sachwalter Zarzitzky. Mit dem Verkauf an Nozar sei eine dauerhafte Lösung für die Fortführung gelungen. Für ihn ist das „die beste Lösung im Sinne der Gläubiger“. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Weha wurde 1977 gegründet und zuletzt in zweiter Generation als Familienunternehmen geführt. 2019 wurde die SIS Stein-Industrie-Service GmbH auf die Gesellschaft verschmolzen. Das Unternehmen handelt im Groß- und Fachhandel mit Maschinen, Werkzeugen und Zubehör für die Steinindustrie und das Handwerk. Den meisten Umsatz bringen traditionell Transport- und Lagertechnik sowie Diamantwerkzeuge. Dazu kommen Arbeitsschutz, Trenn-, Schleif- und Oberflächentechnik sowie Grabschmuck. Die wichtigsten Kunden sitzen in Europa, den USA und Asien.