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Interview zur Selbstständigkeit: „Es liegt alles in meiner Hand“
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Im Kasten | Lisa Seifert Fotografie

Interview zur Selbstständigkeit: „Es liegt alles in meiner Hand“

Die Augsburger Fotografin Lisa Seifert. Foto: Andreas Emmert

Die Augsburger Fotografin Lisa Seifert hat es gewagt: Mit ihrer Firma Im Kasten | Lisa Seifert Fotografie hat sie sich vor rund einem halben Jahr selbstständig gemacht. Mit B4B SCHWABEN sprach Lisa Seifert  darüber, was sie zu diesem Schritt inspiriert hat und ob sie ihn wieder gehen würde.

B4B SCHWABEN: Frau Seifert, auch Ihr Vater war selbstständig, Ihr Bruder strebt diese Entscheidung ebenfalls an. Sehen Sie hier einen Zusammenhang?

Lisa Seifert: Wenn man älter wird, schaut man doch immer, was die eigenen Eltern machen. Das prägt einen, und sei es nur unterbewusst. Mein Vater hat das mit der Selbstständigkeit ganz gut hinbekommen. Natürlich ist es nicht immer einfach. Ich habe früh mitbekommen, dass mein Vater viel gearbeitet hat, auch samstags, und dass er oft abends spät nach Hause kam. Als Jugendliche fand ich die Idee cool, keinen Chef zu haben. Aber am meisten bewundert habe ich auch später noch, dass mein Vater seine Ideen immer umsetzen konnte.

B4B SCHWABEN: Wann haben Sie sich überlegt, sich selbstständig zu machen?

Lisa Seifert: Nach der Fachoberschule habe ich eine Ausbildung im Bereich Marketing gemacht. Anschließend habe ich in erst München studiert und dann in einer Augsburger Agentur gearbeitet. Aber das hat mir nicht gereicht, mich hat immer etwas angetrieben. Ich hatte so viele eigene Ideen, die ich ausprobieren wollte. Gerade im Marketing startet man oft relativ weit unten in der Nahrungskette. Ich wusste, dass es noch lange dauern würde, bis ich diejenige sein würde, die entscheiden darf, was gemacht wird.

Gleichzeitig war mit klar: Ich hab für manche Sachen einen Blick. Ich wollte selbst meine Grenzen herausfinden, in Eigenregie. Ich wusste, dass ich dabei auch auf die Schnauze fallen würde. Aber ich hatte immer Pläne, Visionen, die ich verwirklichen wollte. Zunächst wollte ich mir neben der Arbeit etwas aufbauen, das hat allerdings nicht geklappt. Also habe ich mich vor einem halbe Jahr selbstständig gemacht.

B4B SCHWABEN: Einfach so? Ohne fest angestellt zu sein, ohne Nebenjob?

Lisa Seifert: Ja, für mich war das der richtige Weg: Ohne doppelten Boden. Der Druck war ansonsten einfach nicht hoch genug. Es war zu bequem. Mir fehlte der Antrieb, mir neben einer 40-Stunden-Woche noch etwas aufzubauen. Ich hatte allerdings Rücklagen gebildet, für die ersten Monate und für die Ausrüstung. Selbstständigkeit ist nichts, was ich nebenher erreichen konnte – auch wenn dies kein Patentrezept ist und es sicherlich Leute gibt, die einen anderen Weg erfolgreich gehen. Für mich war jedoch klar: Ich muss es wollen, und dann auch komplett.

B4B SCHWABEN: Was sind die größten Herausforderungen, denen Sie begegnet sind?

Lisa Seifert: Man hat auf einmal weniger Freizeit, weniger Schlaf. Und der finanzielle Druck ist hoch. Auf einmal fehlen die bis dahin selbstverständlichsten Dinge, wie zum Beispiel eine Krankenversicherung. Das ist dann schon viel auf einmal, um das man sich selber kümmern muss.

B4B SCHWABEN: Wie hat Sie die Selbstständigkeit Ihres Vaters auf diese Probleme vorbereitet?

Lisa Seifert: Ich wusste einfach vorher schon, dass dieser Schritt nicht leicht wird. Selbstständig sein ist mit Stress, viel Arbeit, Schweiß und Tränen verbunden. Aber ich wusste auch, dass ich mich nicht von der Angst lähmen lassen darf, dass ich auch unangenehmer Dinge wie die Bürokratie angehen muss. Und der Papierkrieg war dann auch tatsächlich nicht so schlimm, wie man sich das vorstellt.

B4B SCHWABEN: Sie haben bereits die Arbeitszeiten angesprochen – haben auch diese Sie nicht abgeschreckt?

Lisa Seifert: Nein. Es ist immer gut, seinen Feind zu kennen. Mein Vater hat immer viel gearbeitet, daher hat mich das nicht kalt erwischt. Ich konnte mich sehr bewusst darauf einlassen. Man muss einfach damit klar kommen, dass sich das ganze Leben am Anfang um nichts anderes als das eigene Unternehmen dreht. Auch Familie und Freunde müssen das. Wer selbstständig ist, lebt seinen Job komplett.

B4B SCHWABEN: Welche Fähigkeit sollte Ihrer Meinung nach jeder mitbringen, der sich selbstständig machen möchte?

Lisa Seifert: Ausdauer. Natürlich sollte man in dem Bereich, in dem man arbeitet, auch gut sein. Schließlich geht es auch um die Frage: Wieso sollte jemand mich nehmen und nicht jemand anders? Aber am wichtigsten ist es meiner Meinung nach, nicht den Mut zu verlieren. Sich nicht zu schnell niederschmettern zu lassen, auch dann nicht, wenn mal kein Auftrag reinkommt.

B4B SCHWABEN: Würden Sie es wieder tun?

Lisa Seifert: Ja, definitiv.

B4B SCHWABEN: Was ist für Sie das Beste an der Selbstständigkeit?

Lisa Seifert: Ich kann meine Ideen selber verwirklichen, selbst die Entscheidungen treffen – was nicht heißt, dass ich nie danebenliegen würde. Es liegt alles in meiner Hand. Ich lebe mit den Konsequenzen. Ich muss mir nie sagen: Wenn ich mich doch bloß getraut hätte, dann wäre es heute gut. Ich werde mich nie fragen, was wäre gewesen, wenn.

B4B SCHWABEN: Vielen Dank für das freundliche Gespräch!

Das Interview führte Rebecca Weingarten

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