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Interview: „Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch“
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Interview: „Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch“

Symbolbild. Foto: meteo021 / iStock / thinkstock

Weltweit sterben immer mehr Bienen. Die Nachteile für die Natur und auch für die Wirtschaft sind immens. Paul Weingarten ist seit 1976 Hobbyimker. Im Interview mit B4B SCHWABN berichtet er, welche Gefahren er für die Bienen sieht und was getan werden kann, um die Völker stärker zu schützen.

B4B SCHWABEN: Herr Weingarten, woran sterben die Bienen?

Paul Weingarten: Nicht immer ist die Ursache dafür bekannt. Manchmal sterben ganze Völker einfach weg und keiner weiß, warum. Allerdings ist vielerorts die Varroamilbe ein großes Problem. Sie kommt ursprünglich aus Südostasien. Sie wurde versehentlich hier eingeführt, als zur Forschung Bienen aus Asien geholt wurden. Diese Bienen waren infiziert, nur hat das niemand gemerkt. Die Bienen in Südostasien haben es im Laufe der Jahrhunderte geschafft, sich an diesen Parasiten anzupassen. Unsere einheimischen Bienen können das nicht.

B4B SCHWABEN: Wie trägt die Varroamilbe zum Bienensterben bei?

Paul Weingarten: Die Varroamilbe vernichtet den ganzen Stock. Gleichzeitig werden die Bienen für andere Krankheiten anfälliger, weil sie durch die Milbe geschwächt sind. Wenn die Bienen nicht behandelt werden, sind sie dem Tod geweiht.

B4B SCHWABEN: Was können Sie gegen die Varroamilbe tun?

Paul Weingarten: Das gängigste Mittel zur Bekämpfung der Milbe ist die Behandlung mit Ameisensäure. Diese dringt auch in die Brutzellen der Bienen ein und reinigt auf diese Weise den ganzen Stock. Die Behandlung ist für die Bienen jedoch alles andere als angenehm. Sie kann sogar gefährlich sein, wenn sie nicht sachgemäß durchgeführt wird. Man kann die Bienen nicht einfach prophylaktisch damit behandeln, sondern muss sich gut auskennen. Und wenn die Bienen mit anderen Völkern Kontakt haben, die mit der Varroamilbe infiziert sind, kommt es zur Re-Invasion: Dann ist das eigene Volk wieder befallen. Bienen halten ist nicht so einfach wie Kaninchen halten. Und wer Bienenvölker hat, trägt eine große Verantwortung.

B4B SCHWABEN: Inwiefern?

Paul Weingarten: Weil das Fortbestehen der Biene für das gesamte Ökosystem wichtig ist. Der Hauptnutzen, den wir Menschen von der Biene beziehen, ist nicht etwa der Honig oder das Wachs, sondern die Bestäubungsleistung der Biene. Dort, wo es viele Bienen gibt, ist beispielsweise der Obstertrag höher. Es gibt Landwirte, die bezahlen Imker sogar dafür, dass diese ihre Völker zur Bestäubung zu ihnen bringen. Wo die Bienen jedoch wegsterben, gibt es Nachteile für die gesamte Natur und damit auch für den Menschen.

B4B SCHWABEN: Wie lässt sich das Bienensterben vermeiden?

Paul Weingarten: Züchter und Institute arbeiten seit einigen Jahren an einer Züchtung, die mit der Milbe leben kann. In diese Toleranzzucht werden große Hoffnungen gesetzt, allerdings kann das noch dauern. Ziel ist es hier, dass auf die chemische Behandlung der Bienen verzichtet werden kann. Denn bei nicht sachgemäßer Anwendung können Rückstände in den Honig gelangen. Honigkauf ist daher auch Vertrauenssache: Man sollte bei dem Imker seinen Honig kaufen, dem man diese Arbeit zutraut.

B4B SCHWABEN: Wo ist das Bienensterben am stärksten zu spüren?

Paul Weingarten: Dort, wo besonders intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Denn neben der Varroamilbe leiden die Bienen auch stark unter den Pestiziden, die in der Landwirtschaft verwendet werden. Auch Monokulturen schaden den Völkern. Es gibt immer weniger kleine Flächen, auf denen viele verschiedene Pflanzen wachsen. Man spricht hier auch von der „grünen Wüste“: Wenn die Obstblüte vorbei ist, herrscht Nahrungsmangel. Interessanterweise ist das Nahrungsangebot daher für Bienen in der Stadt oft besser als auf dem Land.

B4B SCHWABEN: Wird das Bienensterben Ihrer Meinung nach überhaupt wahrgenommen?

Paul Weingarten: Ja, wird es. Es gibt viele Menschen, die sich Sorgen um die Bienen machen und das zu Recht. Es könnte jedoch noch viel mehr für den Schutz der Biene getan werden. Alle sind für den Naturschutz, aber wenn die Rosen im Garten Blattläuse haben, dann wird doch gespritzt. Das ist für die Bienen sehr gefährlich. Einstein hat einmal gesagt: Wenn die Biene stirbt, stirbt auch der Mensch. Wer das erkennt und die Biene schützen will, kann in seinem Garten beispielsweise verschiedene Blumen und Sträucher halten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Außerdem sollten die Pflanzen erst zurückgeschnitten werden, wenn sie nicht mehr blühen. Dann finden die Bienen immer Nahrung, auch spät im Jahr noch.

B4B SCHWABEN: Vielen Dank für das freundliche Gespräch!

Das Interview führte Rebecca Weingarten

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