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Interview: Neuhauser (KJF) zum Urlaubsanspruch bei Dauer-Erkrankten
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Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V.

Interview: Neuhauser (KJF) zum Urlaubsanspruch bei Dauer-Erkrankten

 Robert Neuhauser äußert sich in dem Interview zum Urlaubsanspruch bei Langzeiterkrankten. Foto: KJF

Für gewöhnlich läuft der Arbeitsvertrag weiter, wenn ein Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg krankgeschrieben ist. Doch sowohl auf Seiten der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer herrscht Verunsicherung: Wie soll man mit nicht genommenen Urlaubstagen umgehen? Antworten* darauf weiß Robert Neuhauser. Er ist der Leiter der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg (KJF) und des von verschiedenen Diakonischen Werken getragenen Integrationsfachdienstes Schwaben (ifd-Schwaben).

Was passiert mit nicht genommenen Urlaubstagen, wenn ein Arbeitnehmer über längere Zeit wegen Krankheit ausfällt?

Robert Neuhauser: Zu diesem Thema hat es im vergangenen Jahr ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegeben. Das Urteil behandelte den Umgang mit den Urlaubstagen von langer Zeit krankgeschriebenen Mitarbeitern. Doch es hat sehr viel Verunsicherung ausgelöst. Es besagt, dass entscheidend für den Urlaubsanspruch immer die Bezugs-Zeiträume sind. Der Bezugs-Zeitraum für einen Urlaubsanspruch ist in einem Angestellten-Verhältnis das Kalenderjahr. Nach Ablauf des Kalenderjahres kann der gesetzliche Urlaub häufig noch bis zum 31. März des Folgejahres übertragen werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Übertragung des Urlaubs rechtfertigen.

Was bedeutet diese Regelung für Arbeitnehmer, die beispielsweise wegen einer chronischer Erkrankung erst nach Ablauf mehrerer Bezugs-Zeiträume an den Arbeitsplatz zurückkehren?

Robert Neuhauser: In diesem Fall ist es wichtig Folgendes zu befolgen: Der gesetzliche Urlaub erlischt erst 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist. Demnach verfallen die gesetzlichen Urlaubstage aus dem Jahr 2013 erst zum 31. März 2015.

Kann der tarifliche Anspruch auf Urlaub früher verfallen?

Robert Neuhauser: Tatsächlich kann dieser Fall je nach den jeweiligen Verfallsklauseln eintreten. Ein Beispiel: Angenommen ein Arbeitnehmer hat 30 Tage Urlaub im Jahr 2013. Setzt sich dieser aus 20 Tagen gesetzlichem Urlaub und aus 10 Tagen tariflichem Urlaub zusammen, so erlischt der gesetzliche Urlaubsanspruch von 20 Tagen mit Ablauf des 31. März 2015. Der tarifliche Urlaub von 10 Tagen hingegen verfällt aufgrund des Tarifvertrages möglicherweise bereits am 30. April 2014. Auf alle Fälle gilt jedoch: Für die Gewährung des angesammelten Urlaubs muss das Arbeitsverhältnis wieder aktiv sein. Dies bedeutet, dass der Urlaub aus früheren Bezugs-Zeiträumen erlischt, wenn der Arbeitnehmer vor dem jeweiligen Verfallsdatum nicht wieder aktiv seiner Arbeit nachgegangen ist.

Was verändert sich also durch die neue Rechtsprechung in Sachen Urlaubsanspruch?

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Robert Neuhauser: Die Einhaltung der Fristen ist aufgrund der neuen Rechtsprechung entscheidend. Arbeitnehmer, die nach langer Krankheit an den Arbeitsplatz zurückkehren, sollten sich möglichst schnell mit dem Arbeitgeber über den Umgang mit angesammelten Urlaubstagen unterhalten.

Wie verhielt es sich früher mit dem Anspruch auf Urlaub nach Langzeiterkrankung?

Robert Neuhauser: Früher war es möglich, dass Dauererkrankte ihre Urlaubsansprüche unendlich ansammeln konnten. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 22. November 2011 wurde dies widerlegt. Daraufhin wurde es von dem Bundes-Arbeitsgericht in mehreren Entscheidungen aufgegriffen und umgesetzt. Die verlüängerte Frist für Urlaubsanträge von 15 Monaten für Langzeiterkrankte kommt dem Arbeitnehmer aber dennoch entgegen, wie ich finde.

 

*Antworten ohne Rechtsverbindlichkeit