Interview

Interview

Braucht ein mittelständisches Unternehmen Markendesign? Unbedingt, meint Matthias Ritter. Der Creative Art Director der Erlanger Kommunikations-Agentur hl-studios erklärt, warum.

Matthias Ritter ist Creative Art Director der Erlanger Kommunikations-Agentur hl-studios. Er entwickelt Markendesigns für Großkunden wie MAN SE oder Junghans. In seinem Portfolio finden sich aber auch erfolgreiche Unternehmen aus dem Mittelstand.

Herr Ritter, wie wichtig sind Marken und ihre Visualisierung für den deutschen Mittelstand?

Matthias Ritter: Der Mittelstand lernt sie gerade zu schätzen. Ob Unternehmens- oder Produktmarke, je größer die Firmen werden, desto wichtiger werden Marken als Unternehmenswert. Sowas ist heute sogar bilanzierbar. Markendesign ist seit jeher ein bedeutendes Differenzierungsmerkmal.

Was zeichnet ein gutes Markendesign im Mittelstand aus?

Matthias Ritter: Eine gute Marke ist lebendig, interessant, vielleicht auch rätselhaft. Das bedeutet aber in jeder Branche etwas anderes. Deshalb gibt es kein einfaches Rezept für wirkungsvolles Design. Wir achten vorrangig auf zwei Dinge: Konsistenz und Kontinuität. Konsistenz bedeutet, aus allen Markendesign-Elementen Synergien zu schaffen. Passt alles stimmig zusammen, wirkt das Gesamtbild viel stärker als seine Einzelteile. Ein Logo allein ist weniger prägnant, als wenn es in ein konsistentes Umfeld aus Farb- und Bildwelt, Texttonalität und Typografie eingebettet ist.

Und was bedeutet Kontinuität in diesem Zusammenhang?

Matthias Ritter: Kontinuität heißt, das Markenbild bei der Zielgruppe zu verankern. Dabei hilft der Einsatz von wiederkehrenden Elementen auf verschiedenen Kommunikationskanälen. Hier geht es nicht immer nur um Werbung. Mich begeistert es besonders, wenn ich ein Unternehmen sogar an seiner Architektur wiedererkenne.

Welche Grundlagen benötigen Sie, um ein gutes Markendesign zu entwickeln?

Matthias Ritter: Markendesign ist nicht nur ein schönes Kleid, sondern die visuelle Umsetzung einer Unternehmensidentität oder einzigartiger Produkteigenschaften. Das Design muss quasi aus den inneren Werten, den Markenwerten „erwachsen“, die müssen wir kennen. Wir sehen uns aber auch das äußere Umfeld genau an. Wenn alle Konkurrenten Blau als Firmenfarbe nutzen – wie übrigens 80 % der deutschen Industrieunternehmen –, lohnt sich vielleicht eine Veränderung. Diese und viele weitere Erkenntnisse erhalten wir aus einer genauen Untersuchung des Unternehmens, des Wettbewerbs und der Zielgruppen.

Markendesign im Gebrauch: Welche Fehler sollte ein Mittelständler vermeiden?

Matthias Ritter: Was uns als Agentur häufig begegnet, ist übereilter Aktionismus. Eine konsistente und konsequente Design-Implementierung ist nicht von jetzt auf gleich möglich. Doch wer mit Bedacht an Veränderungen herangeht und keine Radikalkuren vornimmt, kann mit einem von Profis überarbeiteten Design nur gewinnen. Warum? Weil sich die Kunden und Mitarbeiter besser mit der Marke identifizieren.

Herr Ritter, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

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Braucht ein mittelständisches Unternehmen Markendesign? Unbedingt, meint Matthias Ritter. Der Creative Art Director der Erlanger Kommunikations-Agentur hl-studios erklärt, warum.

Matthias Ritter ist Creative Art Director der Erlanger Kommunikations-Agentur hl-studios. Er entwickelt Markendesigns für Großkunden wie MAN SE oder Junghans. In seinem Portfolio finden sich aber auch erfolgreiche Unternehmen aus dem Mittelstand.

Herr Ritter, wie wichtig sind Marken und ihre Visualisierung für den deutschen Mittelstand?

Matthias Ritter: Der Mittelstand lernt sie gerade zu schätzen. Ob Unternehmens- oder Produktmarke, je größer die Firmen werden, desto wichtiger werden Marken als Unternehmenswert. Sowas ist heute sogar bilanzierbar. Markendesign ist seit jeher ein bedeutendes Differenzierungsmerkmal.

Was zeichnet ein gutes Markendesign im Mittelstand aus?

Matthias Ritter: Eine gute Marke ist lebendig, interessant, vielleicht auch rätselhaft. Das bedeutet aber in jeder Branche etwas anderes. Deshalb gibt es kein einfaches Rezept für wirkungsvolles Design. Wir achten vorrangig auf zwei Dinge: Konsistenz und Kontinuität. Konsistenz bedeutet, aus allen Markendesign-Elementen Synergien zu schaffen. Passt alles stimmig zusammen, wirkt das Gesamtbild viel stärker als seine Einzelteile. Ein Logo allein ist weniger prägnant, als wenn es in ein konsistentes Umfeld aus Farb- und Bildwelt, Texttonalität und Typografie eingebettet ist.

Und was bedeutet Kontinuität in diesem Zusammenhang?

Matthias Ritter: Kontinuität heißt, das Markenbild bei der Zielgruppe zu verankern. Dabei hilft der Einsatz von wiederkehrenden Elementen auf verschiedenen Kommunikationskanälen. Hier geht es nicht immer nur um Werbung. Mich begeistert es besonders, wenn ich ein Unternehmen sogar an seiner Architektur wiedererkenne.

Welche Grundlagen benötigen Sie, um ein gutes Markendesign zu entwickeln?

Matthias Ritter: Markendesign ist nicht nur ein schönes Kleid, sondern die visuelle Umsetzung einer Unternehmensidentität oder einzigartiger Produkteigenschaften. Das Design muss quasi aus den inneren Werten, den Markenwerten „erwachsen“, die müssen wir kennen. Wir sehen uns aber auch das äußere Umfeld genau an. Wenn alle Konkurrenten Blau als Firmenfarbe nutzen – wie übrigens 80 % der deutschen Industrieunternehmen –, lohnt sich vielleicht eine Veränderung. Diese und viele weitere Erkenntnisse erhalten wir aus einer genauen Untersuchung des Unternehmens, des Wettbewerbs und der Zielgruppen.

Markendesign im Gebrauch: Welche Fehler sollte ein Mittelständler vermeiden?

Matthias Ritter: Was uns als Agentur häufig begegnet, ist übereilter Aktionismus. Eine konsistente und konsequente Design-Implementierung ist nicht von jetzt auf gleich möglich. Doch wer mit Bedacht an Veränderungen herangeht und keine Radikalkuren vornimmt, kann mit einem von Profis überarbeiteten Design nur gewinnen. Warum? Weil sich die Kunden und Mitarbeiter besser mit der Marke identifizieren.

Herr Ritter, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

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