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Gymnasiasten proben Wirtschaft
IHK Schwaben

Gymnasiasten proben Wirtschaft

Die Schüler vom Gymnasium Wertingen haben im P-Seminar bei der KUKA AG einen Roboter gebaut, Foto: IHK Schwaben
Die Schüler vom Gymnasium Wertingen haben im P-Seminar bei der KUKA AG einen Roboter gebaut, Foto: IHK Schwaben

Von der Brauerei über die Bank bis zum Handwerksbetrieb. Gymnasiasten aus Augsburg proben die Wirtschaft in heimischen Unternehmen im Rahmen der P-Seminar-Börse in der IHK Schwaben.

Seit der Reform der gymnasialen Oberstufe müssen alle Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe an einem Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung teilnehmen. Bei diesen P-Seminaren sammeln die Gymnasiasten Erfahrungen aus der realen Arbeitswelt und verwirklichen eigenständig im Team ein gestecktes Ziel.

Neuland für die Gymnasiasten

Um die Bedürfnisse der Schüler und Lehrer und die Möglichkeiten der externen Partner aus der Wirtschaft besser kennenzulernen und Kontakte zu vermitteln, haben die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK), die Handwerkskammer für Schwaben (HWK), das Schul- Bildungsreferat der Stadt Augsburg und der Ministerialbeauftragte für Gymnasien in Schwaben zu einer P-Seminarbörse in die IHK eingeladen. „Für Gymnasien ist es Neuland, mit den Unternehmen zusammenzuarbeiten, deshalb sind ein Netzwerk und eine Plattform wie die heutige Veranstaltung sehr wichtig“, sagte Martin Döring, Vorsitzender des IHK-Berufsbildungsausschusses, der im Namen beider Kammern die Gäste begrüßte. Die frühzeitige Qualifizierung von Nachwuchskräften sei für alle von Vorteil.

Auf der Suche nach gut ausgebildeten Nachwuchskräften

Auch Hermann Köhler, Bildungs- und Schulreferent der Stadt Augsburg hob die Bedeutung der Studien- und Berufsorientierung anhand von P-Seminaren hervor. „Die Schüler brauchen Informationen aus erster Hand und die Unternehmen brauchen gut ausgebildete Nachwuchskräfte“, betonte er. Hubert Lepperdinger, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Schwaben, erhoffte sich von der Börse einen Beitrag zur Vermittlung von Kontakten. „Ziel der Seminare ist, eine breite Bildung, nachhaltiges Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, wir brauchen dazu die Öffnung zur außerschulischen Welt“, sagte er und verwies auf die wichtige Rolle, die Unternehmen dabei spielen.

Seminarbeispiele aus Augsburg: Vom Bier bis zur Windkraftanlage

Nach den Referaten stellten fünf Gymnasien und das Bayernkolleg ihre P-Seminare vor. Schüler des Holbeingymnasiums Augsburg arbeiten beispielsweise mit der Thorbräu Augsburg Max Kuhnle GmbH & Co. KG zusammen. „Die Schüler bekommen bei uns Einblick in ein mittelständisches Unternehmen und erleben mit, wie wir Entscheidungen treffen“, berichtete Verkaufsleiter Marco Pittui. „Wir gehen ganz offen miteinander um und erwarten uns neutrale und unvoreingenommene Rückmeldungen von den jungen Leuten“, erzählte Stefan Reisinger von der Augusta-Bank, wo Schüler des Wernher-von-Braun-Gymnasiums Friedberg ein P-Seminar machen. Vier Schülergruppen des Jakob-Fugger-Gymnasiums entwickelten unter anderem mit der Kohl Wasser und Wärme GmbH in Bobingen Anlagen für Windkraft, Photovoltaik, Solarthermie und Wasserkraft. Für Geschäftsführer Albert Kohl war es eine gute Gelegenheit, den Gymnasiasten einen modernen Handwerksbetrieb näher zu bringen und die Vorurteile gegenüber einem Handwerksberuf auszuräumen. „Wir brauchen künftig für den Beruf des Anlagenmechanikers intelligente junge Leute mit technischem Verständnis und vielen Ideen“, stellte er dar.