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Gemeinsame Vision, gleiche Hürden: Kommunen und DB gründen Netzwerk
„Bahnhofsquartiere"

Gemeinsame Vision, gleiche Hürden: Kommunen und DB gründen Netzwerk

(v. l. n. r.): IBA-M-Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Weigel, Ministerialdirigentin Marion Frisch, Ministerialrätin Gabriele Kau
(v. l. n. r.): IBA-M-Geschäftsführer Oliver Weigel, Ministerialdirigentin Marion Frisch, Ministerialrätin Gabriele Kautz, Spezialist für Datenanalyse, Roland Kager, Kaufbeurens OB Stefan Bosse, Stadtbaurätin Elisabeth Merk und Esther Heckmann für DB InfraGo bei der Podiumsdiskussion. Foto: IBA-M/forStory

Augsburg, Dachau, Freising, Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren und München haben gemeinsam mit der DB InfraGO und der IBA-M ein Netzwerk für die Entwicklung von Bahnhofsquartieren in der Metropolregion München ins Leben gerufen. Rund 100 Fachleute diskutierten in Fürstenfeldbruck über gemeinsame Lösungen.

Die Internationale Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) hat am 21. September 2026 das Netzwerk „Bahnhofsquartiere" gegründet. Sechs Kommunen sowie die DB InfraGO AG unterzeichneten im Veranstaltungsforum Fürstenfeld eine gemeinsame Absichtserklärung. Das Netzwerk steht weiteren Kommunen offen. Die Gründungskommunen und die DB InfraGO AG streben an, das Netzwerk über die Laufzeit der IBA-M bis 2034 am Laufen zu halten.

Schnittstellen führen zur Zusammenarbeit

Hintergrund der Gründung ist, dass die beteiligten Kommunen bei der Entwicklung ihrer Bahnhofsquartiere eine Zukunftsvision teilen und zugleich auf dieselben Hürden stoßen. Gemeinsam ist allen, dass die entscheidenden Hürden nicht am Bahnsteig liegen, sondern davor und daneben. Teilweise sind Eigentumsverhältnisse ungeklärt. Zugriffsmöglichkeiten für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung sind beschränkt. Förderprogramme greifen nicht immer ineinander. Weitere Finanzierungswege sind bislang wenig erschlossen. Zuständigkeiten verteilen sich zwischen Kommune, Bahn, Freistaat und Bund. Besonders die frühe Konzeptphase gilt als Engpass. Fördermittel setzen ein Konzept voraus, für dessen Erarbeitung sind wiederum jedoch Geld und Flächenzugriff nötig.

Netzwerk soll über IBA-M hinaus bestehen

Die IBA-M legt Wert auf eine nachhaltige Struktur. „Eine Bauausstellung, die zehn Jahre läuft, misst sich daran, was nach ihr bleibt“, erklärt Prof. Dr. Oliver Weigel, Geschäftsführer der IBA-M. „Einzelne gelungene Projekte reichen dafür nicht. Es braucht Strukturen, in denen Kommunen weiter voneinander lernen, wenn wir längst fertig sind. Deshalb ist dieses Netzwerk von Anfang an so angelegt, dass es uns überdauert.“

Die Gründung hat eine Vorgeschichte. Im September 2025 widmete sich die erste IBA-M Summer School dem Thema „Bahnhofsumfelder als Kristallisationspunkte nachhaltiger Stadtentwicklung“. 90 Studierende aus zehn Hochschulen bearbeiteten sieben reale Aufgabenstellungen der Partnerstädte Augsburg, München und Fürstenfeldbruck. Begleitet wurden sie von Fachleuten aus den Stadtverwaltungen und der Deutschen Bahn. Was dort als Summer School begann, führt das Netzwerk nun in die Praxis der Kommunen zurück.

Sechs Handlungsfelder für die Netzwerkarbeit

Das Netzwerk arbeitet an sechs Handlungsfeldern: Vernetzung und Anschlussmobilität, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, stadträumliche Einbindung, Finanzierung, Flächenverfügbarkeit sowie Zusammenarbeit und Kooperation. Ziel ist es, Ansätze für die Umsetzung zu entwickeln, die sich von einem Standort auf den nächsten übertragen lassen. Gemeinsame Interessen sollen gegenüber Bund, Freistaat und Bahn vertreten werden. Die IBA-M übernimmt die Koordination und Moderation.

Podiumsdiskussion mit Bund, Freistaat und Bahn

Vor der Unterzeichnung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Freistaat, Deutscher Bahn und Kommunen über die politischen Rahmenbedingungen. Darunter waren Gabriele Kautz für das Bundesbauministerium, Ministerialdirigentin Marion Frisch für das Bayerische Bauministerium und Esther Heckmann für DB InfraGO. Moderiert hat Prof. Dr. Oliver Weigel. Zum Auftakt richtete der Bayerische Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter, ein Grußwort per Video an die Teilnehmenden.

Unterschiedliche Standorte, ähnliche Herausforderungen

Am zweiten Veranstaltungstag erarbeiteten die Teilnehmenden einen Aktionsplan für die künftige Netzwerkarbeit. Sie legten Arbeitsformate und Strukturen fest. Impulse kamen unter anderem von Yo Kaminagai, ehemaligem Head of Design der Pariser Verkehrsbetriebe RATP, Dominic Church, Bereichsleiter Stadtentwicklung der Schweizer Stadt Brugg, Matthias Haber, Professor für Bauen im Bestand, sowie Roland Kager, Spezialist für Datenanalyse von Verkehrs- und Raumstrukturen, und Burkhard Horn, Berater für Mobilität und Verkehr. Durch den Workshoptag führte Prof. Gunnar Heipp vom IRAP Institut für Raumentwicklung.