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Rund vier Monate nach dem Insolvenzantrag ist die Zukunft der Fluhr Displays GmbH & Co. KG gesichert. Zum 1. Januar 2026 hat ein Unternehmen der Chicken-Trailer-Gruppe das traditionsreiche Display-Unternehmen im Rahmen eines Asset-Deals übernommen. Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Matthias Räupke von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz Restrukturierung konnte damit eine tragfähige Lösung für Standort, Marke und Belegschaft realisieren.
Fluhr Displays hatte im Sommer 2025 Insolvenzantrag gestellt. Das 1947 gegründete Familienunternehmen gilt als Marktführer für Karten- und Point-of-Sale-Displays im deutschsprachigen Raum. Seit mehreren Jahren sind sie aber auch starkem Wettbewerbs- und Kostendruck ausgesetzt. Neben den Folgen der Corona-Pandemie belasteten steigende Material-, Energie- und Personalkosten sowie der strukturelle Rückgang des stationären Einzelhandels das Geschäft. Auch die Insolvenzen großer Einzelhändler wirkten sich spürbar auf den Absatz aus. Trotz umfangreicher Sanierungsmaßnahmen, Kurzarbeit und Kostensenkungen konnte die Liquidität zuletzt nicht mehr stabilisiert werden.
Unmittelbar nach dem Insolvenzantrag leitete das Distressed-M&A-Team von SGP Schneider Geiwitz Corporate Finance einen strukturierten Investorenprozess ein. Mit rund 20 potenziellen Investoren wurden Gespräche geführt. In der finalen Phase setzten sich drei ernsthafte Bieter durch. Den Zuschlag erhielt schließlich die Familie Birle aus Schönebach mit dem überzeugendsten Gesamtkonzept für Belegschaft, Standort und strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.
Seit der Bestellung von Matthias Räupke zum vorläufigen Insolvenzverwalter am 1. September 2025 und auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. November 2025 wurden sämtliche Kundenaufträge termingerecht abgewickelt. Der Betriebsfort. Insbesondere das wichtige Weihnachtsgeschäft konnte laut Angaben des Unternehmens ohne Lieferengpässe bedient werden. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, Belegschaft, Lieferanten und Insolvenzverwaltung war entscheidend. Sie hat das Vertrauen der Kunden erhalten und die Grundlage für die erfolgreiche Übernahme geschaffen“, erklärt Insolvenzverwalter Matthias Räupke.
Die neue Eigentümerin ist mit der Chicken-Trailer GmbH im Bereich mobiler, teilautomatisierter Hühnerstallsysteme tätig. Die Verbindung zu Fluhr Displays besteht bereits seit längerer Zeit: Chicken Trailer war selbst Kunde in Fischach und ließ dort Metallkomponenten und Drahtgitter fertigen. Künftig soll der Standort Fischach doppelt genutzt werden: Neben der Produktion von Komponenten für die eigenen Agrarsysteme plant die Chicken-Trailer-Gruppe, das klassische Displaygeschäft unter der Marke „Fluhr Displays“ gezielt zu revitalisieren und weiter auszubauen.
Im Rahmen des Asset-Deals übernimmt die Familie Birle wesentliche Vermögenswerte, den Maschinenpark sowie die Marken- und Namensrechte. „Mit der Chicken-Trailer-Gruppe haben wir einen regional verwurzelten Erwerber gefunden, der die technologische Substanz von Fluhr Displays versteht und weiterentwickeln will. Mein besonderer Dank gilt der Belegschaft, die in einer schwierigen Phase mit großem Engagement gearbeitet hat“, so Räupke. „Durch die Übernahme sichern wir 31 Arbeitsplätze, den Standort Fischach und die Marke Fluhr Displays.“