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Eis und Glätte: Diese Infrastruktur steckt hinter dem Winterdienst
Winterdienst

Eis und Glätte: Diese Infrastruktur steckt hinter dem Winterdienst

Eine Winterdienst-Gesamtanlage mit Salzlagerhalle.
Eine Winterdienst-Gesamtanlage mit Salzlagerhalle. Foto: Blumer Lehmann

Glätte und Eis auf den Straßen gefährden den Straßenverkehr. Das Holzbauunternehmen Blumer Lehmann gibt Einblick, wie der Winterdienst funktioniert.

Wenn Schnee, Eis oder gefrierender Regen die Straßen in Deutschland gefährlich machen, rückt der Winterdienst in den Fokus der Öffentlichkeit. Weniger sichtbar bleibt dabei die technische Infrastruktur, die den Einsatz von Streusalz und Sole überhaupt erst ermöglicht. Ein Teil dieser technischen Infrastruktur entsteht in Klosterlechfeld im Landkreis Augsburg, denn dort ist der deutsche Standort des Schweizer Holzbauunternehmens Blumer Lehmann angesiedelt, das bundesweit rund 250 Winterdienstanlagen betreut. 

Planung und Betrieb von Winterdienstanlagen 

Von Klosterlechfeld aus werden Silo- und Soleanlagen für Kommunen und Autobahnmeistereien geplant, umgesetzt und instandgehalten. Das Spektrum reicht von einzelnen Holzsilos bis hin zu komplexen Gesamtsystemen mit Salzlagerhallen, Sole-Mischanlagen, Fördertechnik, Rückführsystemen für überschüssiges Material und elektronischen Steuerungseinheiten. Die eigentlichen Silos werden am Schweizer Hauptsitz des Unternehmens in Gossau aus Kiefern- und Lärchenholz gefertigt. Am jeweiligen Einsatzort übernehmen Fachkräfte aus Klosterlechfeld die Inbetriebnahme der Anlagen. 

Die stellvertretende Standortleiterin Marina Kraus beschreibt die Außenwahrnehmung der Arbeit als gering, trotz ihrer Bedeutung für den Alltag vieler Menschen. „Vielen ist gar nicht bewusst, dass es uns hier gibt und wie wichtig unsere Arbeit für die Verkehrssicherheit ist“, erklärt Kraus. Sie ist im technischen Vertrieb tätig und begleitet Projekte von der Planung bis zur Übergabe an die Betreiber. 

Technische Abläufe im Winterdienst 

Die Funktionsweise der Anlagen ist eng mit den Anforderungen eines modernen Winterdienstes verknüpft. „Die Basis für einen effektiven Winterdienst ist das in einem Salzsilo oder einer Salzlagerhalle gelagerte Salz“, führt Standortleiter Maximilian Calim aus. Streufahrzeuge nehmen sowohl festes Streusalz als auch flüssige Sole auf. In der Praxis werden beide Stoffe meist gemeinsam ausgebracht, üblicherweise in einem Verhältnis von 70 Prozent Salz zu 30 Prozent Sole. 

Die Sole selbst wird in den Anlagen mithilfe von Mess- und Regeltechnik hergestellt und auf eine Konzentration von rund 22 Prozent eingestellt. „Mit diesem Salzgehalt hat die Sole die beste Tauwirkung“, ergänzt Kraus. Der Einsatz von Sole gewinne im Winterdienst zunehmend an Bedeutung, da sie gezielter auf der Fahrbahn haften würde und weniger Salz in angrenzende Umweltbereiche verweht werde. Das Unternehmen beschreibt diese Vorgehensweise als effizienter und umweltverträglicher als der ausschließliche Einsatz von Streusalz. 

Arbeitsorganisation und Fachkräftebedarf 

Während der Holzbau in der Schweiz überwiegend von Zimmerleuten ausgeführt wird, liegt der Schwerpunkt der Arbeit in Klosterlechfeld auf mechatronischen Aufgaben. Dort werden Steuerungen und Armaturenschränke gefertigt, Anlagen vormontiert sowie Wartung und Service übernommen. Die meisten Anlagen werden bereits in den wärmeren Monaten geplant, gebaut und in Betrieb genommen. Der Grund liegt im organisatorischen und technischen Vorlauf, den solche Projekte erfordern.

Aktuell arbeiten zehn Mitarbeitende direkt am regionalen Standort, unterstützt von zwei weiteren Fachkräften, die von Heilbronn und Tübingen aus tätig sind. Doch mit dem wachsenden Geschäft steige auch der Personalbedarf. „Wir benötigen noch mehr qualifizierte Kolleginnen und Kollegen. Unser Unternehmen wächst, und damit der Bedarf an guten Leuten“, bestätigt Kraus. Gesucht werden insbesondere Fachkräfte, die sowohl technische Kompetenz als auch Bereitschaft zur Arbeit an wechselnden Einsatzorten mitbringen.