Leere Stühle

Augsburger Gastro protestiert gegen Corona-Lockdown

Die ersten Geschäfte haben ab Montag wieder geöffnet, Baumärkte sind bereits offen. Für die Gastro-Betriebe gibt es dagegen noch keine Perspektive. Die Aktion #LeereStühle soll am Freitag darauf aufmerksam machen. Auch in Augsburg.

Um auf die Not der Gastronomie aufmerksam zu machen, veranstaltet das Netzwerk Leaders Club am 24. April die Aktion #LeereStühle. Gastronomen beteiligen sich deutschlandweit daran – auch Augsburg. Bekannte Augsburger Gastronomen und Hoteliers wie Stefan „Bob“ Meitinger von der gleichnamigen Bobs Gastro GmbH , Theodor Gandeheimer, Geschäftführer Hotel Drei Mohren, Torsten Petersen, Geschäftsführer der Enchilada Gruppe und Sebastian Priller-Riegele, Chef des Brauhaus Riegele, weisen auf dem Rathausplatz mit verwaisten Stühlen auf ihre Lage hin. 

Gastwirte fordern sofortige Unterstützung

Sie fordern: Einen konkreten Fahrplan, wann sie wieder öffnen dürfen. „Wir waren unter den ersten, die zumachen mussten und werden die letzten sein, die wieder aufmachen dürfen. Unsere Situation ist äußerst bedrohlich, wir machen im Moment keine Umsätze“, äußert sich Stefan  „Bob“ Meitinger. Bei null Cent Umsatz helfe auch die niedrigere Mehrwertsteuer nichts. „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen, wir brauchen endlich einen Plan, wie es weitergeht", betont Meitinger. Jeder Stuhl der rund 300 Stühle auf dem Augsburger Rathausplatz stehe dafür, dass die Gastronomen ohne Gäste keinen Umsatz machen können und ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit sind. 

Gastro rechnet mit 50 Prozent weniger Umsatz

Die Politik hat zwar diese Woche Maßnahmen beschlossen, um der Branche zu helfen, aber diese sind nach Ansicht des Gastronomie-Netzwerks Leaders Club nicht mehr als ein Lichtblick und nur eingeschränkt hilfreich. „Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ab Oktober auf 50-Prozent-Basis geht an den Bedürfnissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbei, da wir ja hoffen, dass wir sie bis dahin längst wieder zu mindestens 50 Prozent beschäftigen werden“, erläutert Leaders Club Vorstand Kerstin Rapp-Schwan. „Sie brauchen sofort mehr Unterstützung!“

Auch die vorübergehende Reduzierung der Mehrwertsteuer für Speisen auf 7 Prozent von Juli an hält der Leaders Club für gut und richtig. Allerdings: „Die 7 Prozent werden für deutlich reduzierte Einnahmen gelten: Aufgrund der dringend benötigten Abstands- und Hygieneregelungen und des zu erwartenden veränderten Gastverhaltens rechnen wir mit 50 Prozent weniger Umsatz. Die Befristung bietet außerdem keine belastbare Perspektive für die Rückzahlung der von uns in der Krise aufgenommenen Kredite.“

Viele können nicht mehr länger überleben

Ohne sofortige Zuschüsse könnten viele gastronomische Betriebe nicht mehr länger überleben. „Außerdem sollten die 7 Prozent auch auf Getränke angewendet werden, da Bars und getränkelastige Gastronomie sonst auf der Strecke bleiben.“ Weiterhin entscheidend sei für die Branche ein Fahrplan, wann und unter welchen Bedingungen die Gastronomie in Deutschland wieder öffnen darf. 

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Leere Stühle

Augsburger Gastro protestiert gegen Corona-Lockdown

Die ersten Geschäfte haben ab Montag wieder geöffnet, Baumärkte sind bereits offen. Für die Gastro-Betriebe gibt es dagegen noch keine Perspektive. Die Aktion #LeereStühle soll am Freitag darauf aufmerksam machen. Auch in Augsburg.

Um auf die Not der Gastronomie aufmerksam zu machen, veranstaltet das Netzwerk Leaders Club am 24. April die Aktion #LeereStühle. Gastronomen beteiligen sich deutschlandweit daran – auch Augsburg. Bekannte Augsburger Gastronomen und Hoteliers wie Stefan „Bob“ Meitinger von der gleichnamigen Bobs Gastro GmbH , Theodor Gandeheimer, Geschäftführer Hotel Drei Mohren, Torsten Petersen, Geschäftsführer der Enchilada Gruppe und Sebastian Priller-Riegele, Chef des Brauhaus Riegele, weisen auf dem Rathausplatz mit verwaisten Stühlen auf ihre Lage hin. 

Gastwirte fordern sofortige Unterstützung

Sie fordern: Einen konkreten Fahrplan, wann sie wieder öffnen dürfen. „Wir waren unter den ersten, die zumachen mussten und werden die letzten sein, die wieder aufmachen dürfen. Unsere Situation ist äußerst bedrohlich, wir machen im Moment keine Umsätze“, äußert sich Stefan  „Bob“ Meitinger. Bei null Cent Umsatz helfe auch die niedrigere Mehrwertsteuer nichts. „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen, wir brauchen endlich einen Plan, wie es weitergeht", betont Meitinger. Jeder Stuhl der rund 300 Stühle auf dem Augsburger Rathausplatz stehe dafür, dass die Gastronomen ohne Gäste keinen Umsatz machen können und ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit sind. 

Gastro rechnet mit 50 Prozent weniger Umsatz

Die Politik hat zwar diese Woche Maßnahmen beschlossen, um der Branche zu helfen, aber diese sind nach Ansicht des Gastronomie-Netzwerks Leaders Club nicht mehr als ein Lichtblick und nur eingeschränkt hilfreich. „Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ab Oktober auf 50-Prozent-Basis geht an den Bedürfnissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbei, da wir ja hoffen, dass wir sie bis dahin längst wieder zu mindestens 50 Prozent beschäftigen werden“, erläutert Leaders Club Vorstand Kerstin Rapp-Schwan. „Sie brauchen sofort mehr Unterstützung!“

Auch die vorübergehende Reduzierung der Mehrwertsteuer für Speisen auf 7 Prozent von Juli an hält der Leaders Club für gut und richtig. Allerdings: „Die 7 Prozent werden für deutlich reduzierte Einnahmen gelten: Aufgrund der dringend benötigten Abstands- und Hygieneregelungen und des zu erwartenden veränderten Gastverhaltens rechnen wir mit 50 Prozent weniger Umsatz. Die Befristung bietet außerdem keine belastbare Perspektive für die Rückzahlung der von uns in der Krise aufgenommenen Kredite.“

Viele können nicht mehr länger überleben

Ohne sofortige Zuschüsse könnten viele gastronomische Betriebe nicht mehr länger überleben. „Außerdem sollten die 7 Prozent auch auf Getränke angewendet werden, da Bars und getränkelastige Gastronomie sonst auf der Strecke bleiben.“ Weiterhin entscheidend sei für die Branche ein Fahrplan, wann und unter welchen Bedingungen die Gastronomie in Deutschland wieder öffnen darf. 

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