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Zugeparkte Kundenparkplätze, blockierte Hofeinfahrten, belegte Mieterstellplätze: Für Gewerbetreibende und Vermieter in Augsburg ist das ein wiederkehrendes Ärgernis – ob in der Altstadt, im Textilviertel oder rund um die City-Galerie. Auf privatem Grund können Polizei und Ordnungsamt nach Darstellung des Unternehmens nicht eingreifen. Wer selbst einen Abschleppdienst beauftragt, muss die Kosten meist vorstrecken und anschließend beim Falschparker zurückfordern. An diesem Punkt setzt Parknotruf an: Das Unternehmen übernimmt nach eigenen Angaben die rechtliche und finanzielle Abwicklung und macht die Kosten direkt beim Falschparker geltend. Für den Melder sei der Service kostenfrei.
Der Ablauf ist laut Anbieter zweistufig. Zunächst registriert der Parkplatzinhaber seine Fläche einmalig in der App. Steht dort ein unberechtigtes Fahrzeug, reichen zwei Smartphone-Fotos, um per Knopfdruck einen Abschleppauftrag auszulösen. Die Umsetzung übernimmt ein Netzwerk lokaler Augsburger Abschleppunternehmen. Alle Vorgänge werden nach Unternehmensangaben digital dokumentiert.
Parknotruf grenzt sich bewusst von anderen digitalen Anbietern ab. Diese setzen nach Darstellung des Unternehmens vor allem auf Abmahnungen oder Vertragsstrafen – also pauschale Zahlungsforderungen, bei denen das Fahrzeug zunächst stehen bleibt. Parknotruf lässt Falschparker dagegen abschleppen, sodass die Fläche sofort wieder frei ist.
„Unser Ziel war von Anfang an, ein System zu entwickeln, das das Problem wirklich löst – und nicht nur verwaltet“, sagt Mitgründer Lutz Schroeder. Mit dem Start in Augsburg schaffe das Unternehmen nun auch für die dortigen Eigentümer und Gewerbetreibenden eine Möglichkeit, „Parkflächen konsequent freizuhalten – ganz ohne Aufwand und ohne finanzielles Risiko“.
Für die regionale Wirtschaft ist das Angebot vor allem dort relevant, wo Stellplätze knapp sind und Kunden oder Mitarbeiter auf sie angewiesen sind. Nach Angaben des Unternehmens nutzen bundesweit neben Privatpersonen vor allem kleine und mittelständische Betriebe, Einzelhändler, Gastronomen und Wohnungsgesellschaften die Plattform. Auch Kliniken, Schulen sowie öffentliche Einrichtungen und Behörden zählten zu den Nutzern. Konkrete Nutzer- oder Fallzahlen nennt Parknotruf nicht. Ebenso offen bleibt, wie sich der für Melder kostenfreie Dienst finanziert und wer das Kostenrisiko trägt, wenn ein Falschparker nicht zahlt.
Die Idee zu Parknotruf entstand laut Unternehmen aus einem persönlichen Ärgernis mit einem zugeparkten Hinterhof. Innerhalb weniger Jahre habe sich daraus eine bundesweit eingesetzte Plattform entwickelt, die nach eigenen Angaben täglich eine Vielzahl von Fällen abwickelt. Augsburg ist nun ein weiterer Standort, an dem der Dienst flächendeckend verfügbar ist.