Dillingen | 23.01.2012

Landrat Leo Schrell, Foto: Landratsamt Dillingen
Landrat Leo Schrell hat eine Umfrage bei 108 Ärzten im Landkreis durchführen und auswerten lassen. Diese wurde auf Anregung des Vorsitzenden der CSU-Kreistagsfraktion, Dr. Johann Popp, gestartet.
Das Zukunftsmodell zur Sicherung der ärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen seien ärztliche Zusammenschlüssen. Hierzu gehören z.B. Gemeinschaftspraxen oder medizinische Versorgungszentren. Dies sehen mehrheitlich die Haus- und Fachärzte im Landkreis Dillingen. Die dauerhafte Sicherung einer wohnortnahen qualifizierten haus- und fachärztlichen Versorgung der Bevölkerung bleibt ein zentrales Thema. Darin sind sich Landrat Leo Schrell und Dr. Johann Popp nach Bewertung der Umfrage-Ergebnisse einig. Beide ziehen aus den Umfrage-Ergebnissen wertvolle Erkenntnisse.
Finanzielle Situation der Landärzte muss sich bessern
Insgesamt haben sich 47 Haus- und Fachärzte an der Umfrage beteiligt. Sie haben übereinstimmend eine Verbesserung der finanziellen Situation gefordert. Dadurch soll die Attraktivität der haus- und fachärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum gesteigert werden. Dabei spielen angemessene Hausarztverträge, eine leistungsgerechte Honorierung und der Wegfall der Budgetgrenzen im ländlichen Bereich eine wichtige Rolle. Auch die politisch motivierten Struktur-Veränderungen und die Zentralisierung auf großstädtische Versorgungszentren wurden kritisiert. Dies könnte die beruflichen Perspektiven der Ärzte in ländlichen Regionen weiter negativ beeinflussen.
Politische Initiative ist geplant
Auch ein Bürokratieabbau sei notwendig sowie eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Hier sieht Dr. Popp eindeutig den Bundesgesetzgeber und die Kostenträger in der Pflicht. Deshalb will Popp auf der Grundlage der Umfrage gemeinsam mit dem Landrat den Bundestags-Abgeordneten Ulrich Lange gewinnen. Man will eine politische Initiative zur Verbesserung der Perspektiven für Ärzte in ländlichen Regionen ins Leben rufen.
Zusammenarbeit mit Kliniken in Dillingen und Wertingen ist sehr gut
Überwiegend als gut bis sehr gut haben die befragten Ärzte die Zusammenarbeit mit den beiden Kliniken in Dillingen und Wertingen beurteilt. „Die intensiven Bemühungen um eine enge Kooperation zwischen den Kreiskliniken und den niedergelassenen Ärzten zeigt eine positive Wirkung“, freut sich Landrat Leo Schrell. In dem konsequent im Landkreis aufgebauten Netzwerk sehen 15 Ärzte gute Zukunftsperspektiven.
Probleme bei der Nachfolge-Regelung
Rund die Hälfte der Ärzte befürchten ernsthafte Probleme bei der Nachfolge-Regelung. Nach eigenen Angaben ist diese bislang völlig unklar. Nach wie vor sehen viele Ärzte im Image der ländlichen Regionen ein Hauptproblem. Es verhindere die rechtzeitige Regelung der Nachfolge mit qualifizierten Ärzten. So werden Defizite im eingeschränkten kulturellen Angebot genannt. Ein weiteres Kriterium ist die hohe Arbeitsbelastung in unterversorgten Gebieten.
Hohe Lebensqualität im Landkreis Dillingen
Zu einer differenzierteren Sichtweise kommen demgegenüber Schrell und Dr. Popp. Beide sehen den Landkreis gerade in Bezug auf die Lebensqualität sehr gut aufgestellt. So verfüge der Landkreis über hervorragende Bildungseinrichtungen, günstige Mietpreise und vielfältige Möglichkeiten der Naherholung. Ungeachtet dessen könnten gerade hier die Standort-Kommunen und der Landkreis eine wichtige Hilfestellung geben. So z.B. bei der Suche und Vermittlung entsprechender Immobilien sowie der Schaffung ausreichender Parkmöglichkeiten im Umfeld von Praxen.
Hol- und Bringdienste fehlen im Landkreis
Bemängelt wurden von den befragten Ärzten beispielsweise auch die Hol- und Bringdienste. In den ländlichen Gemeinden gebe es in dieser Hinsicht gar kein Angebot. Landrat Leo Schrell weist diesbezüglich auf das Projekt „Nachbarschaftshilfe“ hin. Das Projekt wurde auf zwei Jahre angelegt und ist ein Ansatz zur Verbesserung der Situation. Entsprechende Angebote gebe es im Landkreis bereits.

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