Erstes Jahr am neuen Standort

Britax Römer holt Geschäftsbereich aus China zurück nach Deutschland

Rainer Stäbler und Christian Konrad eröffnen die Crashtest-Anlage von Britax Römer. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Seit Herbst 2016 ist Britax Römer am neuen Hauptsitz in Leipheim zu finden. Bis Ende dieses Jahres strebt das Unternehmen das Siegel „Made in Europe“ für seine Autositze an. Dazu sollen Bereiche aus Asien nach Leipheim verlegt werden.

Während viele Unternehmen die Eröffnung neuer Standorte im Reich der Mitte verkünden, verlagert Britax Römer seinen Textilbereich zurück nach Deutschland. Damit sollen alle in Europa verkauften Autositze zu 100 Prozent in der EU hergestellt werden. Der Standort in China wird nicht aufgeben, sondern ausschließlich für den asiatischen Markt genutzt. Neben dem Werk in Leipheim produziert Britax Römer auch in England. Insgesamt werden jährlich rund 1,1 Millionen Sitze in Europa hergestellt, rund 800.000 davon in Leipheim. Mit dem Umzug soll die Stückzahl sogar weiter erhöht werden.

Britax Römer holt Logistik nach Leipheim

Rund 18.000 Quadratmeter fasst der neue Hauptsitz. Grund für den Umzug nach Leipheim waren fehlende Flächen am alten Sitz in Ulm. „Für uns war es wichtig, in Süddeutschland zu bleiben“, erklärte Britax Römer Geschäftsführer Rainer Stäbler. Mit der Stadt Leipheim habe man einen guten Partner gefunden. Die Investitions-Summe soll sich im mittleren zweistelligen Bereich befinden. Über 400 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, wobei rund 90 Prozent der Belegschaft von Ulm mit an den neuen Standort gezogen sind. Das Gebäude beherbergt neben der Produktion auch Büros sowie neu eine eigene Logistikabteilung. In Ulm war dies noch an externe Partner vergeben. Herzstück des neuen Sitzes ist die neue und hochmoderne Crashtest-Anlage.

Führung durch Produktion und Crashtest-Anlage von Britax Römer

Fünf Millionen Euro für neue Crashtest-Anlage

Der Bau und die Installation dieser kostete Britax Römer rund fünf Millionen Euro. Sie soll laut Stäbler weltweit zu den modernsten Anlagen für die dynamische Prüfung von Kinderrückhaltesystemen gehören. Das Crashtest-Zentrum ist auf rund 1.200 Tonnen Stahlbeton gebaut, der in einer Art Wanne liegt. Sand beziehungsweise ein dämmendes Erdreich fangen die wirkenden Kräfte ab. So bleibt das Fundament des Neubaus in Takt. Dargestellt werden können die Auswirkungen verschiedener Unfallszenarien auf die Kindersitze und ihre Insassen. Dazu arbeitet das Unternehmen auch eng mit Automarken wie Porsche und Mercedes zusammen. Hier bietet der Standort Leipheim mit einer guten Anbindung an die Autobahn einen weiteren Vorteil für Britax Römer. Die Anlage ist bereits seit geraumer Zeit in Betrieb, wurde am 22. Juni jedoch erst offiziell eröffnet.

Britax Römer entwickelt jährlich bis zu fünf neue Sitze in Leipheim

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Britax Römer arbeitet dabei jährlich an drei bis fünf neuen Kindersitzen, die hier auch getestet werden. Der Kostenrahmen für eine solche Entwicklung beträgt dabei rund vier Millionen Euro. Der Prozess kann zwischen 12 und 36 Monate dauern. Auch das Thema Digitalisierung wird zunehmend wichtiger bei der Produktentwicklung. Themen wie autonomes Fahren und die Kommunikation zwischen Auto und Insassen müssten berücksichtig werden. „Lifestyle ist in unserer Branche zunehmend wichtig, neben der Sicherheit“, ergänzt Rainer Stäbler.

Größtes Unternehmen im neuen Gewerbegebiet

Leipheims Bürgermeister Christian Konrad machte sich bei der Eröffnung selbst ein Bild vom neuen Unternehmen im Gewerbegebiet AREAL Pro. Dieses wird vom Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg verwaltet und liegt auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts. Die 90 Hektar sind bereits jetzt fast vollständig verkauft oder vergeben. Britax Römer ist dabei das größte Unternehmen am Standort und das zweit größte in Leipheim. Zudem plant Britax Römer, seinen Personalbestand aufzustocken. Besonders wichtig war es Christian Konrad dabei, dass es sich um Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen mit fachlichen Qualifikationen handelt. Dies sei ein wichtiges Kriterium für alle Ansiedlungen im AREAL Pro.

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