Einzelhandel

Gericht kippt Augsburger Marktsonntage

Symbolbild: Shopping-Sonntage ziehen immer wieder Tausende Besucher in die Augsburger Innenstadt. Foto: City Initiative Augsburg
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden: Die Augsburger Marktsonntage können nicht mehr wie bisher stattfinden. Damit stellte sich das Gericht gegen eine Entscheidung des Augsburger Stadtrats. Dieser wollte eine Verkaufsöffnung am Europatag im Mai und am Turamichele-Fest im September auch für die nächsten fünf Jahre genehmigen.

Bereits seit einiger Zeit können die Marktsonntage in Augsburg nur im Innenstadt-Bereich durchgesetzt werden. Nun hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Augsburger Marktsonntage ganz gekippt. Gegen die Laden-Öffnungszeiten am Sonntag geklagt hatte die „Allianz für den freien Sonntag“.

Shopping-Sonntage als Chance für den Einzelhandel

Besonders die Kirche und die Gewerkschaften waren aktiv gegen die Veranstaltungen vorgegangen. Die letzte Klage hatte noch abgewendet werden können. Vor allem Heinz Stinglwagner, Geschäftsführer der City Initiative Augsburg, hatte zuletzt immer wieder die Bedeutung der Marktsonntage für den Einzelhandel hervorgehoben. „Ich finde diese Diskussion sehr antiquiert. Das Arbeitsleben hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Viele Arbeitnehmer kommen erst spät nach Hause und haben daher kaum die Gelegenheit, in Ruhe durch die Läden zu bummeln. Die Marktsonntage sollen gerade hier Abhilfe schaffen und auch Familien ermöglichen, gemeinsam einen Tag in der Stadt zu verbringen. Ich sehe die Shopping Sonntage darüber hinaus als Chance für den stationären Einzelhandel, sich gegen das Online-Geschäft zu behaupten“, so Stinglwagner.

„Keiner der Einzelhändler ist gezwungen, sich an den Sonder-Öffnungstagen zu beteiligen“

Die Sorgen der Kirche und der Gewerkschaften kann der CIA-Geschäftsführer in diesem Maß daher nicht nachvollziehen: „Keiner der Einzelhändler ist gezwungen, sich an den Sonder-Öffnungstagen zu beteiligen. Die Meisten nehmen diese Möglichkeit, einen weiteren Tag zu öffnen, aber gerne an.“ Für die Mitarbeiter gebe es außerdem eigentlich immer einen Ausgleich für die zusätzliche Arbeitszeit – sei es in Form von finanziellen Zuschlägen oder Freizeit an einem anderen Tag.

Kommentar-Thema: Marktsonntage

Die Klage gegen die Augsburger Marktsonntage stellt erneut Anlass zur Frage: Wird mit dem arbeitsfreien Sonntag zu fahrlässig umgegangen? Oder entsteht vielmehr ein deutlich größerer Schaden, wenn man solche Events für immer streicht?

Hier gelangen Sie zum Kommentar unserer Redakteurin Rebecca Weingarten.

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