Was wäre, wenn …

Was wäre, wenn Nokia sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht hätte?

Stellen Sie sich vor, Nokia wäre mutig gewesen und Apple mit dem Smartphone zuvorgekommen. Gäbe es dann Amazon überhaupt noch? Ein Gedankenexperiment.

Anfang dieses Jahrtausends schien eine Mobilfunkwelt ohne Nokia noch unvorstellbar. Erst 1998 stieß der finnische Hersteller den ehemaligen Markführer Motorola vom Thron und beherrschte seitdem mehr als 1/3 des Marktes. 2003 veröffentlichten sie mit dem Nokia 1100 sogar das bis heute meistverkaufte Handy überhaupt – mit über 250 Millionen Exemplaren weltweit.

Doch seitdem ist es ruhig geworden um den Mobilfunkriesen. Das einstige Innovationsstreben fiel dem steten Versuch, die Marktposition zu konservieren und die Risiken gering zu halten, immer mehr zum Opfer. Es folgte Stagnation.

So verschwanden seit 2004 über die Jahre diverse Smartphone-Prototypen mit Touchscreens und App-Konzepten in den Schubladen der Entwickler. Die Devise: „Never touch a running system.“

Das böse Erwachen kam im Jahre 2007, als Steve Jobs im kalifornischen Cupertino das erste iPhone präsentierte und damit einen neuen Meilenstein in der Geschichte der Mobiltelefone markierte. Was wenige Jahre zuvor noch als Utopie und Risikofaktor abgetan wurde, eroberte jetzt unaufhaltsam den Markt. Nokia jedoch hatte den Anschluss bereits verpasst.

Die Folge? Innerhalb kürzester Zeit ging der Konzern zu Bruch. 2012 löste Samsung den langjährigen Marktführer an der Spitze ab, 2014 wurde die gesamte Mobilfunktelefonsparte an Microsoft verkauft und 2016 wurden letzten Nokia-Reste in Alcatel-Lucent integriert.

Doch, was wäre, wenn sich die Unternehmensleitung Nokias ihre Rolle als Marktführer und Vorreiter zu Herzen genommen hätte, anstatt sich aus Angst vor Fehlinvestitionen auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen? Was wäre, wenn … Nokia mit dem Smartphone Apple zuvorgekommen wäre?

Ein Gedankenexperiment

Back to Reality

Aber all das ist reine Hypothese. Statt der technologischen „Weltherrschaft” strebte die Unternehmensleitung 2004 kurzsichtig den Erhalt des Status Quo an und ruhte sich auf den eigenen Loorberen aus. Apple hingegen entwickelte sich zu einer der wertvollsten Marken der Welt: bis Ende 2019 wurden insgesamt 1,65 Milliarden iPhones verkauft. Am 10. Juni 2020 stieg der Börsenwert auf ein neues Allzeithoch von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar. Damit ist Apple das erste und einzige US-amerikanische Unternehmen, das diese magische Grenze jemals geknackt hat.

Am Markt behält allerdings seit 2012 weiterhin Samsung die Führung, wie man eindrucksvoll anhand der „Racing Statistics: Top 10 Global Mobile Phone Brands 1993-2020” mitverfolgen kann.

Was lernen wir aus diesem Experiment? Zweifellos etwas überzeichnet, aber es zeigt sehr deutlich, dass sich auch Marktführer kontinuierlich weiterentwickeln und an sich arbeiten müssen, damit sie über kurz oder lang nicht von Newcomern oder alten Konkurrenten abgehängt werden. Dafür braucht es Mut, Risikobereitschaft und natürlich Visionen. Vor 30 Jahren hat es beispielsweise keiner für möglich gehalten, dass wir uns mit Uhren unterhalten und Autos selbstständig fahren. Und wer weiß, über welche Innovationen wir in naher Zukunft diskutieren, die für uns heute noch völlige Utopie sind.

Im nächsten Brand Lab-Experiment richten wir den Fokus auf des Deutschen liebstes Kind: „Was wäre, wenn die europäische Automobilbranche vom Benziner ablassen könnte?“

Marco Trutter, Brandexperte aus Augsburg, beleuchtet im Rahmen der B4B-Rubrik „trumedia Brand Lab“ regelmäßig die Marketingbranche und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für konsistente und nachhaltige Markenkommunikation. Darüber hinaus ist er Gründer und Geschäftsführer der trumedia GmbH, die seit 2009 globale Konzerne, mittelständische Unternehmen sowie vielversprechende Start-Ups aus allen Wirtschaftsbereichen – von Automotive über Finance, Food, Fashion und Sports bis hin zu Medical – hinsichtlich Markenführung und -entwicklung unterstützt.

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Was wäre, wenn …

Was wäre, wenn Nokia sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht hätte?

Stellen Sie sich vor, Nokia wäre mutig gewesen und Apple mit dem Smartphone zuvorgekommen. Gäbe es dann Amazon überhaupt noch? Ein Gedankenexperiment.

Anfang dieses Jahrtausends schien eine Mobilfunkwelt ohne Nokia noch unvorstellbar. Erst 1998 stieß der finnische Hersteller den ehemaligen Markführer Motorola vom Thron und beherrschte seitdem mehr als 1/3 des Marktes. 2003 veröffentlichten sie mit dem Nokia 1100 sogar das bis heute meistverkaufte Handy überhaupt – mit über 250 Millionen Exemplaren weltweit.

Doch seitdem ist es ruhig geworden um den Mobilfunkriesen. Das einstige Innovationsstreben fiel dem steten Versuch, die Marktposition zu konservieren und die Risiken gering zu halten, immer mehr zum Opfer. Es folgte Stagnation.

So verschwanden seit 2004 über die Jahre diverse Smartphone-Prototypen mit Touchscreens und App-Konzepten in den Schubladen der Entwickler. Die Devise: „Never touch a running system.“

Das böse Erwachen kam im Jahre 2007, als Steve Jobs im kalifornischen Cupertino das erste iPhone präsentierte und damit einen neuen Meilenstein in der Geschichte der Mobiltelefone markierte. Was wenige Jahre zuvor noch als Utopie und Risikofaktor abgetan wurde, eroberte jetzt unaufhaltsam den Markt. Nokia jedoch hatte den Anschluss bereits verpasst.

Die Folge? Innerhalb kürzester Zeit ging der Konzern zu Bruch. 2012 löste Samsung den langjährigen Marktführer an der Spitze ab, 2014 wurde die gesamte Mobilfunktelefonsparte an Microsoft verkauft und 2016 wurden letzten Nokia-Reste in Alcatel-Lucent integriert.

Doch, was wäre, wenn sich die Unternehmensleitung Nokias ihre Rolle als Marktführer und Vorreiter zu Herzen genommen hätte, anstatt sich aus Angst vor Fehlinvestitionen auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen? Was wäre, wenn … Nokia mit dem Smartphone Apple zuvorgekommen wäre?

Ein Gedankenexperiment

Back to Reality

Aber all das ist reine Hypothese. Statt der technologischen „Weltherrschaft” strebte die Unternehmensleitung 2004 kurzsichtig den Erhalt des Status Quo an und ruhte sich auf den eigenen Loorberen aus. Apple hingegen entwickelte sich zu einer der wertvollsten Marken der Welt: bis Ende 2019 wurden insgesamt 1,65 Milliarden iPhones verkauft. Am 10. Juni 2020 stieg der Börsenwert auf ein neues Allzeithoch von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar. Damit ist Apple das erste und einzige US-amerikanische Unternehmen, das diese magische Grenze jemals geknackt hat.

Am Markt behält allerdings seit 2012 weiterhin Samsung die Führung, wie man eindrucksvoll anhand der „Racing Statistics: Top 10 Global Mobile Phone Brands 1993-2020” mitverfolgen kann.

Was lernen wir aus diesem Experiment? Zweifellos etwas überzeichnet, aber es zeigt sehr deutlich, dass sich auch Marktführer kontinuierlich weiterentwickeln und an sich arbeiten müssen, damit sie über kurz oder lang nicht von Newcomern oder alten Konkurrenten abgehängt werden. Dafür braucht es Mut, Risikobereitschaft und natürlich Visionen. Vor 30 Jahren hat es beispielsweise keiner für möglich gehalten, dass wir uns mit Uhren unterhalten und Autos selbstständig fahren. Und wer weiß, über welche Innovationen wir in naher Zukunft diskutieren, die für uns heute noch völlige Utopie sind.

Im nächsten Brand Lab-Experiment richten wir den Fokus auf des Deutschen liebstes Kind: „Was wäre, wenn die europäische Automobilbranche vom Benziner ablassen könnte?“

Marco Trutter, Brandexperte aus Augsburg, beleuchtet im Rahmen der B4B-Rubrik „trumedia Brand Lab“ regelmäßig die Marketingbranche und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für konsistente und nachhaltige Markenkommunikation. Darüber hinaus ist er Gründer und Geschäftsführer der trumedia GmbH, die seit 2009 globale Konzerne, mittelständische Unternehmen sowie vielversprechende Start-Ups aus allen Wirtschaftsbereichen – von Automotive über Finance, Food, Fashion und Sports bis hin zu Medical – hinsichtlich Markenführung und -entwicklung unterstützt.

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