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Wortwelten, oder: „Lesen ist Fernsehen im Kopf“ Teil 1
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„Wer textet, führt auch Bildregie im Kopfkino seiner Leser!“

Wortwelten, oder: „Lesen ist Fernsehen im Kopf“ Teil 1

Symbolbild. Foto: maurusone / iStock / thinkstock

Wenn ein Text großes Kopfkino ist, dann können wir ein Buch selten aus der Hand legen. Gleichzeitig sagt uns die Hirnforschung: Wir können Unbekanntes nur verstehen, wenn wir es an Bekanntes andocken. Nun gibt es Schreibtechniken, die regen ganz besonders starke Bilder im Kopf des Lesers an. Und helfen auch unseren Werbebotschaften, dort sicher zu landen. Wenn wir gerade noch die Kurve kriegen, einer Präsentation entgegenfiebern oder die Latte hoch legen, spielen wir mit solchen Sprachbildern. Aber schnell wird aus starken Worten auch bemühte „Wortturnerei“. Hier finden Sie 3 Regeln, die davor schützen.

Regel Nr. 1: Bleiben Sie in einer Welt!

Mischen Sie nicht – eine eiserne Regel. Übrigens sprechen wir bei solch thematisch zusammenhängenden Sprachbildern von Wort-Bild-Welten oder Wortwelten. Zu viele davon im Text richten ein heilloses Durcheinander im Kopf des Lesers an. Ganz besonders, wenn Sie Sprachbilder miteinander verknüpfen, die nicht kompatibel sind. So können Sie nicht „mit Volldampf in den sicheren Hafen der Ehe steuern, um in die Pole-Position zu kommen“. Auf der Bildebene gilt: Die Wortwelten Seefahrt und Motorsport passen nicht zusammen. Ganz besonders, wenn unterschiedliche Welten in einem Satz auftauchen. Übrigens ist manchmal auch Vorsicht angebracht, wenn man innerhalb einer Wortwelt bleibt. Denn ein wenig komisch klingt das schon, wenn Sie am Fuß des Berges den Kopf der Expedition treffen.

Regel Nr. 2: Bilder müssen stimmig sein ...

Viel Potenzial für unfreiwillige Komik bieten Bildfehler im Kopfkino der Leser. Und die entstehen, wenn ein Texter schiefe oder unstimmige Bilder aufbaut. Das Kopfkino zeigt zwar brav das gesetzte Bild – aber die Vernunft meldet sich mit einem deutlichen „das kann doch nicht sein“. Oder gerät in Stress, weil da nun eine Entscheidung fällig ist: „Wörtlich interpretieren oder im übertragenen Sinne stehen lassen?“ 

Wenn ein Schiffskapitän einer Sache auf den Grund geht, befindet er sich dort, wo wir ihn als Kapitän auf keinen Fall sehen wollen: auf dem Grund. Ähnlich schräg: Wenn die rechte Hand des Kommandeurs über den Hof geht, war’s hoffentlich der Adjutant – und der Kommandeur hat noch alle Gliedmaßen bei sich. Besonders schön auch, wenn eine Pickelcreme ausschlaggebend dafür ist, dass Sie keine Pickel mehr haben. Das nennt man, um in einem anderen Bild zu bleiben, „vom Regen in die Traufe geraten“.

Eine tierische Seltsamkeit zeigt das nächste Beispiel:

Bello ist ein hervorragender Wachhund. Er hat nicht nur den richtigen Riecher für Gefahren, sondern alles, was er tut, hat Hand und Fuß.

Hoppla! Wenn Hunden Hände und Füße wachsen … Achten Sie einfach auf stimmige Bilder. Und denken Sie daran: Je tiefer Sie sich in eine Wortwelt hineinbegeben, desto größer ist die Gefahr, sich dort zu verirren.

Regel Nr. 3: Machen Sie sich das Komik-Potenzial klar!

Ganz klar: Schiefe Bilder haben schon für so manchen Lacher gesorgt. Wenn man sich nun das Konstruktionsprinzip von bildhaften Übertragungen oder Metaphern klarmacht, entdeckt man weiteres Komik-Potenzial. Metaphern entstehen, wenn man zwei Wörter oder Themen miteinander verknüpft und sich nun die Bedeutungen vermischen. In dieser Vermischung entsteht immer etwas Neues. Beim „Wolkenkratzer“, beim „Autohimmel“, aber auch beim „Hafen der Ehe“.

Neu heißt auch: Ich kann mich sprachlich neu orientieren und den passenden Wortschatz zur Metapher verwenden. Am Autohimmel können Sterne aufgehen, funkeln oder auch verglühen. Im Hafen der Ehe kann man vor Anker gehen, aber auch alte Fregatten treffen. Viel Erfolg weiterhin mit diesen Regeln um alle „Wortturnereien“ zu beseitigen.