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"Mindset" für eine flexible Zukunft
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B4B Impuls von 5 Sterne Redner Ralf Schmitt

"Mindset" für eine flexible Zukunft

Foto: Ralf Schmitt

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl aus ihrer Kindheit? Als da der PER-FEK-TE Kletterbaum stand und man da einfach rauf MUSSTE? Der Nervenkitzel – das hab ich noch nie gemacht! Die Neugier – wie wird die Welt von so hoch oben aussehen? Das Glücksgefühl – ein Abenteuer bestanden zu haben, wenn man dreckig und mit aufgeschürften Knien nach Hause ging …

Und heute? Da sehen wir die Welt vor lauter Kletterbäumen nicht. Herausforderungen, Neues, Ungewohntes prasseln in allen Bereichen unseres Lebens auf uns ein, so dass wir in unserer schnellen, globalisierten, technologisierten Welt oftmals überfordert sind und diese kindliche Lust auf Neues verloren haben. Vielmehr noch haben wir über die Jahre gelernt, Neuem mit Vorsicht  oder sogar mit Angst zu begegnen, um uns eben nicht mehr die Knie aufzuschlagen, unseren Job zu verlieren oder ein Projekt gegen die Wand zu fahren.

Dieses Sicherheitsdenken ist ein urzeitlicher Überlebensinstinkt, der nur in der kurzen Phase unserer Kindheit von unserer Neugier überwunden wurde. Doch was in der übersichtlichen Urzeithöhle sinnvoll war – denn nur wer vorsichtig handelte hatte eine Chance zu überleben – macht uns heute in einer modernen, schnellen Welt leicht zum verängstigten Kaninchen, welches bekanntlich in Schreckstarre verharrt.  Doch Stillstand wird unserem Leben nicht mehr gerecht. Eingetretene Pfade und Standardlösungen, die uns gestern noch weiter brachten, sind heute schon überholt. Alles ist in Bewegung und auch wir müssen flexibel agieren.

Ich habe mir lange die Frage gestellt, wie es uns gelingen kann, in der heutigen Zeit eine innere Haltung zu erreichen, die es uns möglich macht, flexibel und spontan auf die Herausforderungen der modernen Welt zu reagieren. Wir können den Fortschritt nicht verlangsamen – aber wir können bereits mit kleinen Änderungen in unserer Wahrnehmung und in unserem Handeln eine Wirkung erzielen, die dem Unbekannten den Schrecken nehmen und in etwas Positives verwandeln kann. Dieses „Mindset für eine flexible Zukunft“ lässt sich privat, aber vor allem auch beruflich anwenden und auf drei grundlegende Regeln runterbrechen, mit denen ich meinem inneren „Angsthasen“ begegne.

Drei Regeln

Zu allererst – und das kostet die größte Überwindung –Regel Nr. 1:  Sagen Sie „JA!“. Ja, zu Neuem, ja zu Herausforderungen, ja zum Unbekannten. Probieren Sie es aus und  schauen Sie, was passiert. Mit einem „ja“ bleiben Sie in Bewegung. Mit einem „nein“  endet die Geschichte, das Projekt, das Abenteuer sofort.

Kann es auch schief gehen? Ja, das kann es. Es wird mit Sicherheit an der einen und auch anderen Stelle abgeschrabbte Knie und blaue Flecken geben.  Manchmal wird sich auch ein Beinbruch nicht verhindern lassen. Aber – und hier kommen wir zu Regel Nr. 2: Planen Sie das Scheitern mit ein. Es gehört dazu. Sie werden daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Winston Churchill war der Meinung: „Success is going from failure to failure without losing enthusiasm.” Diese Einstellung hatten wir vor langer Zeit schon einmal verinnerlich,  als wir Laufen gelernt haben. In dieser Phase  sind wir 100 Mal am Tag hingefallen und wieder aufgestanden. Das heißt, wir wurden statistisch gesehen am Tag alle drei Minuten mit einem Misserfolg konfrontiert und haben uns trotzdem nicht aufhalten lassen – sondern sind wieder aufgestanden und haben es besser gemacht.

Und Regel Nr. 3: Vertrauen Sie auf Ihre “Navituition”! Ich will damit sagen, lassen Sie sich bei Entscheidungen von Ihrer Intuition und Ihrem gefassten Plan gemeinsam navigieren. Navituition ist beides im Einklang miteinander. Es kommt nicht darauf an, wie viele Informationen man gesammelt hat. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Entscheidung dadurch nicht besser wird. Malcom Gladwel hat darüber in seinem Buch „Blink“ geschrieben. Sie können bei keiner Entscheidung alle Fakten im Voraus kennen, daher wird Ihre Pro- und Kontraliste auch niemals vollständig sein.  Jede Wahl beinhaltet immer auch ein Restrisiko. Ihr Bauch kann in solchen Situationen erfolgreicher entscheiden, als sie es vermuten.

Und wenn Ihnen demnächst wieder ein Kletterbaum begegnet – ob im Stadtpark oder im Businessmeeting – denken Sie kurz an Erin Hanson: “What if I fall? Oh, but my darling what if you fly?“

In diesem Sinne – bleiben Sie flexibel!
Ralf Schmitt