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Teure Energie: Kann ich direkt an der Strombörse einkaufen?
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Karl-Heinz Viets, swa

Teure Energie: Kann ich direkt an der Strombörse einkaufen?

Karl-Heinz Viets, Abteilungsleiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Augsburg. Foto: swa

Im Großhandel des deutschen Strommarkts erreichten die Preise neue historische Höchstwerte

„Wie können wir als Unternehmen direkt an der Strombörse einkaufen?“

Karl-Heinz Viets, unser Experte für Energiedienstleistungen von den swa, antwortet:

Zugegeben, es klingt verlockend: Einfach mal kurz an der Strombörse EEX in Leipzig einkaufen gehen. Die Kilowattstunde zum absoluten Niedrigpreis abgreifen oder spekulativ einen Vorrat anlegen, den man gewinnbringend abstößt, wenn die Nachfrage steigt. Weil sich die Gepflogenheiten an dieser „Börse“ von den Handelsplätzen für Wertpapiere grundlegend unterscheiden – und selbst mit Warenterminbörsen nicht direkt vergleichbar sind – lässt sich diese Vorstellung allerdings nicht in die Tat umsetzen.

Das liegt zuallererst am „Mindestumsatz“. Dieser liegt für eine Transaktion bei ca. 10 Mio. kwh für ein Jahr. Darunter bekommt man erst gar keinen Zugang zum Handelsplatz. Das bedeutet, dass dort im Wesentlichen nur drei „Player“ anzutreffen sind: Energie-Erzeuger, Großverbraucher und Großhändler. Letzteren kommt jene Rolle zu, die im Aktiengeschäft mit „Broker“ oder „Makler“ bezeichnet wird. Sie betreiben dann das sogenannte Over-the-counter-Geschäft (OTC), das die Preisbewegungen an der Börse abbildet – und bei dem sich gewerbliche Stromverbraucher eindecken können, mit der Handelsmarge als Aufschlag.

Der Stromhandel an der Börse – wichtig zu wissen und an dieser Stelle vereinfacht zusammengefasst – ist nicht wie beim Aktienhandel zeitlich eingegrenzt, sondern erfolgt fortlaufend. Das hat damit zu tun, dass sich die Preise sehr kurzfristig ändern können, insbesondere wegen des Einflusses von Wetter- und Betriebsfaktoren: Hier ein höherer Verbrauch wegen eines Kälteeinbruchs, dort ein massiver Rückgang wegen eines Streiks, hier eine Überproduktion wegen massiver Sonneneinstrahlung, dort eine Versorgungslücke wegen Wartungsarbeiten. Wer von dieser Volatilität profitieren wollte, müsste den Stromhandel sowohl im großen Stil als auch rund um die Uhr betreiben. Das ist für „normale“ Unternehmen nicht möglich.

Wohl aber können Gewerbekunden zum Beispiel der Stadtwerke bei der Wahl ihrer Tarifmodelle die Effekte von Hoch- und Niedrigpreisphasen einschließen. Es hat sich aber, gerade in jüngster Zeit, gezeigt, dass durchdachte Maßnahmen zur Energieeffizienz und zur Eigenerzeugung auf Dauer die Kostenseite stärker beeinflussen als das Auffangen von Preisschwankungen.