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Einer von drei Augsburgern ohne Arbeit ist 50 Jahre oder älter. Grund für die Arbeitsagentur, dagegen anzugehen. Grund auch, fünf gängige Vorurteile zu hinterfragen.
„Arbeitslose über 50 sind nicht belastbar“, denken noch immer viele.
So unterschiedlich wie die Arbeitssuchenden selbst, sind die Ursachen ihrer Suche: betriebliche Umstrukturierung, Umzug aus Liebe, Wiedereinstieg nach der Familienphase … viele sind bis ins hohe Alter lernfähig. „Die Mischung aus Älteren und Jüngeren macht Unternehmen erfolgreich“, betont Johann Zott, Teamleiter des Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur Augsburg. Dessen Broschüre „Berufliche Integration von älteren Arbeitnehmern“ hat zahlreiche Unternehmer für das Thema sensibilisiert.
„Ältere ins Team zu integrieren, kostet zu viel“, fürchtet mancher.
Damit sich die Investition lohnt, zahlt die Agentur für Arbeit Geld – in Form von Eingliederungszuschüssen (EGZ) oder Eingliederungsgutscheinen (EGG). 50 Prozent des Arbeitsentgelts werden für bis zu zwölf Monate übernommen – da kann die Kosten-Nutzen- Kalkulation gleich anders aussehen. „Voraussetzung ist, dass Tariflöhne gezahlt werden und der Arbeitgeber bereit ist, den neuen Mitarbeiter mindestens zwölf Monate lang zu beschäftigen“, informiert Zott.
„Ältere qualifizieren – das bleibt am Chef hängen“, fürchten Arbeitgeber.
Immer mehr Unternehmer nutzen Angebote der Arbeitsagentur und lassen sich Fortbildungsmaßnahmen und ihre Begleiterscheinungen, zum Beispiel den Dienstausfall eines Mitarbeiters, bezuschussen. Extra für KMU (bis 250 Mitarbeiter deutschlandweit) gibt es ein Programm namens WeGebAU, das Qualifizierungen für Berufserfahrene ab 45 Jahren unterstützt.
„Fachkräfte über 50 kann sich unser Unternehmen nicht leisten“, sagen einige.
Für die eigene freie Stelle gibt es einen guten älteren Bewerber, der jedoch vorher mehr verdient hat? Dann hilft vielleicht die Entgeltsicherung, damit Arbeitgeber und Mitarbeiter zusammenfinden. Ein (zeitlich begrenzter) Zuschuss zum Gehalt sowie ein zusätzlicher Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung erleichtern beiden Seiten die Entscheidung füreinander.
„Kranke und behinderte Mitarbeiter sind eine Last fürs Team“, argumentieren etliche.
Krankheiten, Unfälle und private Krisen prägen Menschen jeden Alters – statistisch gesehen sind unter den Älteren mehr Schwerbehinderte. Etliche haben wertvolle Fachkenntnisse und sind besonders motiviert, sich in Teams einzubringen. „Um Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben zu integrieren, bieten wir vielfältige Fördermöglichkeiten“, betont Johann Zott. Die Agentur für Arbeit hat einen Flyer „Schwerbehinderte Menschen in Arbeit“ gestaltet, der Möglichkeiten und Ansprechpartner nennt.
Mehr Informationen:
Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Augsburg Wertachstraße 28 86153 Augsburg Tel.: 01801 664466 (3 Cent/Minute) E-Mail: augsburg.arbeitgeber(at)arbeitsagentur.dewww.arbeitsagentur.de