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Kommentar der Woche von Ulrich Pfaffenberger

Kommentar zu swa-Fusion: Angstmacher beim Sonnenbaden

 swa-Fusion: Ein gefundenes Fressen für Angstmacher. Bild: B4B SCHWABEN

Angst zu haben ist menschlich. Es ist ein Schutzinstinkt, dem wir viele evolutionäre Weichenstellungen zu verdanken haben. Es kommt allerdings darauf an, wie man mit dieser Angst umgeht. Die einen stellen sich ihr, setzen Nachdenken, Veränderung, Weiterentwicklung entgegen. Die anderen erstarren und suchen Schutz im Status quo, in der guten, alten Zeit des vertrauten Elends. In der Wirtschaft trennt sich so die Spreu vom Weizen. Im öffentlichen Leben liefert dieser Zustand den Nährboden für „Bewegungen“, die nur so heißen, weil Emotionen bewegt werden, nicht Wissen.

Diese Erstarrten sind willkommene Beute für die Angstmacher, die ihre Macht darin finden, möglichst viele Schutzsuchende hinter sich zu sammeln. Das „schlichte Volk“ bekommt einen Cocktail aus vereinfachten „Wahrheiten“ serviert, der vermeintlich frei ist von den Kompliziertheiten jener „da oben“, dafür angereichert mit Sorgen, Zweifeln und kunstvollen Szenarien über das nahende Ende von allem, was den Menschen wert und heilig ist. Das hat bei der Erfindung der Dampfmaschine und des Rock’n’Roll funktioniert. Und das funktioniert bis heute bei Pegida, bei den Euro-Gegnern – und bei den Anti-Fusions-Verharrern in Sachen erdgas schwaben und Stadtwerke Augsburg.

Es war das letzte Statement der gestrigen Diskussionsrunde im Kongress am Park, das eventuell verbliebene Zweifel an der „Augsburg den Augsburgern“-Doktrin der Gegner auslöschte: Die Energiewende koste viel Geld, sagte Gegner-Sprecher Marcon. Wegen der erwünschten Dezentralität kämen also auch auf die Stadtwerke und die Augsburger Bürger Kosten zu. Das Geld dafür sähe er lieber in der eigenen Tasche als in der Fremde, sagte Marcon: „Das soll bei uns bleiben.“ Da wird die schwäbische Sparsamkeit aber übel missbraucht.

Den Menschen Angst um ihr Geld machen – das ist ein verwerflicher Bauernfängertrick. Die Thüga und die erdgas schwaben (genau, Schwaben, unser aller Heimat) werden dafür von den Gegnern als Drohkulisse „draußen“ vor den Stadtmauern aufgebaut. Soviel Fremdenfeindlichkeit darf dann schon sein. Da wundert es schon, dass sich diese Leute nicht auch dafür stark machen, dass die Stadtsparkasse nur noch Augsburger Geld verwalten, das Stadttheater nur noch Augsburger Schauspieler anstellen und Stücke von Brecht spielen oder in der Augsburger Allgemeinen nur noch Meldungen aus dem Stadtgebiet stehen dürfen. Warum das so ist? Weil sie nicht das Wohl von Stadt und Bürgern im Sinn haben, sondern sich im Status der Gegnerschaft sonnen.

Mia san mia, uns kann koana: Man kann sich, Kuba, Nordkorea und der FC Bayern machen es vor, auf einen solchen Isolationismus einlassen. Wer ihn vertritt, der muss dann aber auch für die Konsequenzen einstehen. Die einen können’s, die andern nicht. Für die Fusionsgegner gilt: Davon, dass sie ihre eigenen Geldbeutel aufmachen wollen, um die Zukunft der Stadtwerke zu finanzieren oder das Defizit beim Nahverkehr auszugleichen, davon war bei den Dagegnern nichts zu hören. Das dürfen dann wieder die anderen übernehmen. Die Bürger, denen man heute schöne Bilder von der Eigenständigkeit einer Stadtwerke-Insel im Energiewende-Meer vormalt. Und jene, denen man heute unterstellt, sie würden verantwortungslos handeln. Von so viel Populismus darf man, mit Verlaub, die Schnauze voll haben.

von Ulrich Pfaffenberger