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Kommentar der Woche von Ulrich Pfaffenberger

Kommentar: Was Kita und Employer Branding verbindet

 Die Streikenden im Sozial- und Erziehungsdienst bildeten gestern eine Menschenkette am Rathausplatz und Dom. Foto: B4B SCHWABEN

Wir sehen gerade zu, wie sich Streiks um Geld ins Gestern verabschieden. Echte Wertschätzung von Mitarbeitern zeigt sich in Leistungen, die sich nicht erstreiken lassen.

Nun also auch noch Streik in den Kitas. Wenn wir am Ende von 2015 wieder nach einem Wort suchen, das dieses Jahr geprägt hat, dürfte der asbachuralte „Streik“ als neuer Stern am Horizont glänzen. Nur die Älteren unter uns werden sich an jene Zeiten in den 70er Jahren erinnern, als es zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern einmal ähnlich hart zur Sache ging.

Die Auseinandersetzung in den Kitas jedoch zeigt, dass diese mittlerweile von einer anderen Qualität ist. Nur an der Oberfläche geht es um Stunden und Prozente. Tief im Inneren der aktuell schwelenden Konflikte glüht ein Kern, gespeist von einer gewandelten Arbeitswelt. Während die Lokführer dabei gern auf ganz alte Gleise zurückrollen möchten, die auf reinem Macht-Schotter gebaut sind, weisen die Forderungen der Kinderbetreuer in die Zukunft: Denn ihnen geht es um Wertschätzung.

Den damit verbundenen Gedanken können sich Arbeitgeber nicht entziehen. Die Frage mutet fast schon philosophisch an: Was ist mehr wert – das Beherrschen einer Arbeit oder die Wegweisung, die dieses Beherrschen erst möglich macht? Mit großem Aufwand hat vor einigen Jahren die Politik dem Wunsch der Wirtschaft Rechnung getragen, den Schulaufenthalt zu verkürzen, und so das G8 auf den Weg gebracht. Konsequenterweise muss sich diese Wirtschaft nun auch mit der Kita-Frage befassen.

Immerhin: Es gibt sie schon, die Unternehmen, die eigene Betriebskindergärten betreiben und so ihren Anspruch nach familienfreundlichen Arbeitsplätzen untermauern. Derlei Engagement ist die glaubwürdigste Umsetzung von „Employer Branding“. Weil es nicht schöne Worte und hehre Konzepte vor sich her trägt, sondern mit greifbaren Dienstleistungen arbeitet. Diese Firmen erkennen, was die Eltern jenseits der Gehaltsabrechnung wirklich brauchen – und bauen dabei gleichzeitig jenen Störungen der Arbeits- und Lebensqualität vor. Im Streik erleben wir gerade, wie belastend Störungen des Betriebsklimas durch Dritte sind.

Vor diesem Hintergrund drängt sich ein weiterer Gedanke auf: Sind zum Beispiel Firmenautos als Anreiz noch zeitgemäß? Verdient es nicht vielmehr das einstige Konzept von Firmenwohnungen, wieder belebt zu werden? Kurze Wege im urbanen Umfeld, umfassende Versorgung und günstige Mieten, unter Umständen sogar durch Gehaltsumwandlung, gerade in Ballungsräumen, die mit öffentlichem Nahverkehr gut erschlossen sind: Über kurz oder lang wird dies wieder ein wirksames Lockmittel für Mitarbeiter sein. Gleichzeitig mehren diese Immobilien das Firmenvermögen nachhaltig. Zudem geben sie dem Miteinander von Arbeitnehmern und -gebern echte Substanz. Denn sie schaffen eine Form von Zufriedenheit, die sich nicht erstreiken lässt.

von Ulrich Pfaffenberger