Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Was der Augschburger Plärrer der Münchner Wiesn voraus hat

Symbolbild. Foto: iStock / wernerimages

Sicherheitspersonal, dass bereits nach wenigen Tagen ausgewechselt werden musste, Terrorangst und deutlich weniger Besucher als erwartet: Stecken die Wiesn in einer Krise? Wie hätte der Oktoberfest-Auftakt besser laufen können? Das fragt sich unsere Redakteurin Rebecca Weingarten.

Das größte Volksfest der Welt toppt jedes Jahr neue Rekorde. Die Trachten werden ausgefallener, das Publikum internationaler und prominenter, die Maß Bier teurer. Dabei geht es im Kern auf dem Oktoberfest doch eigentlich um dasselbe wir auf dem Plärrer: Bierzelte, Schausteller, Festmusik, Trachten, Tradition und Bier. Schwabens größtes Volksfest und die Wiesn lassen sich durchaus miteinander vergleichen.

Trotz Einbrüchen bei den Besucherzahlen: Das Oktoberfest wird auch in diesem Jahr stark frequentiert werden. Doch Masse ist ja bekanntlich nicht alles. So gibt es – zumindest für Lokalpatrioten – zahlreiche Gründe, warum der Plärrer die Wiesn problemlos toppen kann.

Punkt eins: Trotz erstmals eingeführter Taschen-Kontrollen konnten die Sicherheits-Maßnahmen auf dem diesjährigen Herbstplärrer problemlos durchgeführt werden. Die befürchteten Schlangen beim Einlass blieben trotz starker Besucherzahlen aus. Die Kontrollen wurden sogar verständnisvoll angenommen.

Punkt zwei: Die Warterei, bis auch der letzte der Gruppe genug hatte, damit man gemeinsam wieder das Bayern-Ticket zurück nehmen kann, bleibt beim Plärrer-Besuch aus. Der Nervenzusammenbruch, wenn der letzte Zug nach Augsburg verpasst wurde und die Nacht im Münchner Hauptbahnhof durchgemacht werden muss, auch. Ob mit der Straßenbahn, dem Taxi, zu Fuß oder mit dem Fahrrad – zumindest von den Augsburger Plärrer-Besuchern kann jeder ohne Stress kommen und gehen, wie er oder sie möchte.

Punkt drei: Schwabens größtes Volksfest wird immer beliebter und dabei von Jahr zu Jahr sicherer. Immer weniger randalierende Betrunkene, Wildpinkler, Grabscher. Und das nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual gesehen.

Punkt vier: Auf dem Plärrer geht es weniger international, dafür familiärer zu. Und anders als das Oktoberfest muss der Plärrer auch keinen internationalen Erwartungen gerecht werden.

Wie also hätte der Wiesn-Auftakt besser laufen können? Um ehrlich zu sein: Wen es auf ein traditionelles, regionales Volksfest zieht, der ist in Augsburg vielleicht besser aufgehoben. Denn vielleicht ist das „wie“ ja gar nicht der entscheidende Faktor hier – vielleicht ist es ja das „wo“…

von Rebecca Weingarten

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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Was der Augschburger Plärrer der Münchner Wiesn voraus hat

Symbolbild. Foto: iStock / wernerimages

Sicherheitspersonal, dass bereits nach wenigen Tagen ausgewechselt werden musste, Terrorangst und deutlich weniger Besucher als erwartet: Stecken die Wiesn in einer Krise? Wie hätte der Oktoberfest-Auftakt besser laufen können? Das fragt sich unsere Redakteurin Rebecca Weingarten.

Das größte Volksfest der Welt toppt jedes Jahr neue Rekorde. Die Trachten werden ausgefallener, das Publikum internationaler und prominenter, die Maß Bier teurer. Dabei geht es im Kern auf dem Oktoberfest doch eigentlich um dasselbe wir auf dem Plärrer: Bierzelte, Schausteller, Festmusik, Trachten, Tradition und Bier. Schwabens größtes Volksfest und die Wiesn lassen sich durchaus miteinander vergleichen.

Trotz Einbrüchen bei den Besucherzahlen: Das Oktoberfest wird auch in diesem Jahr stark frequentiert werden. Doch Masse ist ja bekanntlich nicht alles. So gibt es – zumindest für Lokalpatrioten – zahlreiche Gründe, warum der Plärrer die Wiesn problemlos toppen kann.

Punkt eins: Trotz erstmals eingeführter Taschen-Kontrollen konnten die Sicherheits-Maßnahmen auf dem diesjährigen Herbstplärrer problemlos durchgeführt werden. Die befürchteten Schlangen beim Einlass blieben trotz starker Besucherzahlen aus. Die Kontrollen wurden sogar verständnisvoll angenommen.

Punkt zwei: Die Warterei, bis auch der letzte der Gruppe genug hatte, damit man gemeinsam wieder das Bayern-Ticket zurück nehmen kann, bleibt beim Plärrer-Besuch aus. Der Nervenzusammenbruch, wenn der letzte Zug nach Augsburg verpasst wurde und die Nacht im Münchner Hauptbahnhof durchgemacht werden muss, auch. Ob mit der Straßenbahn, dem Taxi, zu Fuß oder mit dem Fahrrad – zumindest von den Augsburger Plärrer-Besuchern kann jeder ohne Stress kommen und gehen, wie er oder sie möchte.

Punkt drei: Schwabens größtes Volksfest wird immer beliebter und dabei von Jahr zu Jahr sicherer. Immer weniger randalierende Betrunkene, Wildpinkler, Grabscher. Und das nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual gesehen.

Punkt vier: Auf dem Plärrer geht es weniger international, dafür familiärer zu. Und anders als das Oktoberfest muss der Plärrer auch keinen internationalen Erwartungen gerecht werden.

Wie also hätte der Wiesn-Auftakt besser laufen können? Um ehrlich zu sein: Wen es auf ein traditionelles, regionales Volksfest zieht, der ist in Augsburg vielleicht besser aufgehoben. Denn vielleicht ist das „wie“ ja gar nicht der entscheidende Faktor hier – vielleicht ist es ja das „wo“…

von Rebecca Weingarten

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