Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Kein Gold für Olympia

Symbolbild. Foto: iStock / stefanschurr

Unsere Redakteurin Rebecca Weingarten ist eigentlich bekennender Olympia-Fan. Doch in diesem Jahr regte sie sich viel zu sehr darüber auf, als dass sie noch Lust gehabt hätte, vor dem Fernseher mit den Sportlern mitzufiebern.

Es lag nicht an der Zeitverschiebung, dass ich die ersten olympischen Spiele in Südamerika so halbherzig verfolgte. Zunächst war ich wütend, dann enttäuscht, irgendwann blieb der Fernseher einfach aus. Der Geschmack, der nach Rio 2016 hängenbleibt, ist schlichtweg bitter. Pleiten, Pech und Pannen überschatteten den wunderbaren olympischen Gedanken.

Die Stadien blieben größtenteils leer. Das Publikum, das doch gekommen war, buhte die Sportler anderer Nationen gnadenlos aus. Viele von ihnen verhielten sich ihrerseits unehrenhaft – man denke an das Schwimmteam der USA, das nach Vandalismus auch noch fälschlicherweise angab, in Rio überfallen worden zu sein. Favelas wurden plattgemacht, Naturschutzgebiete zerstört, damit diese olympischen Spiele stattfinden konnten. Was blieb, war ein Eindruck von vermüllten Meeren und einem von Anfang an kaputten olympischen Dorf.

Doch deutlich länger als all das wird dem Image von Olympia das Thema Doping anhaften. Denn dieses bekommen die Verantwortlichen anscheinend nach wie vor nicht in den Griff. Von Lösungen für dieses brisante Problem ist man weiter entfernt als je zuvor.

Das Thema Doping zeigt auch, dass Tests allein nichts bringen. Ähnlich wie in der Abgas-Affäre um Volkswagen wird nur eines deutlich: Test können umgangen werden. Sie schaffen nicht das Vertrauen, das so wichtig ist, um Sponsoren und Zuschauer oder im Falle von VW Kunden zu gewinnen.

Bleibt die Frage: Wie gewinnt man Vertrauen? Eigentlich – und das ist das erstaunliche – ist es doch ganz einfach: Man trifft Abmachungen und hält diese ein. Ohne wenn und aber. Ohne doppeldeutige Auslegungen. Viele Akteure aus dem Sport und auch aus der Wirtschaft täten gut daran, sich an diese einfachen Prinzipien zu halten.

von Rebecca Weingarten

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Kommentar der Woche von Rebecca Weingarten

Kommentar: Kein Gold für Olympia

Symbolbild. Foto: iStock / stefanschurr

Unsere Redakteurin Rebecca Weingarten ist eigentlich bekennender Olympia-Fan. Doch in diesem Jahr regte sie sich viel zu sehr darüber auf, als dass sie noch Lust gehabt hätte, vor dem Fernseher mit den Sportlern mitzufiebern.

Es lag nicht an der Zeitverschiebung, dass ich die ersten olympischen Spiele in Südamerika so halbherzig verfolgte. Zunächst war ich wütend, dann enttäuscht, irgendwann blieb der Fernseher einfach aus. Der Geschmack, der nach Rio 2016 hängenbleibt, ist schlichtweg bitter. Pleiten, Pech und Pannen überschatteten den wunderbaren olympischen Gedanken.

Die Stadien blieben größtenteils leer. Das Publikum, das doch gekommen war, buhte die Sportler anderer Nationen gnadenlos aus. Viele von ihnen verhielten sich ihrerseits unehrenhaft – man denke an das Schwimmteam der USA, das nach Vandalismus auch noch fälschlicherweise angab, in Rio überfallen worden zu sein. Favelas wurden plattgemacht, Naturschutzgebiete zerstört, damit diese olympischen Spiele stattfinden konnten. Was blieb, war ein Eindruck von vermüllten Meeren und einem von Anfang an kaputten olympischen Dorf.

Doch deutlich länger als all das wird dem Image von Olympia das Thema Doping anhaften. Denn dieses bekommen die Verantwortlichen anscheinend nach wie vor nicht in den Griff. Von Lösungen für dieses brisante Problem ist man weiter entfernt als je zuvor.

Das Thema Doping zeigt auch, dass Tests allein nichts bringen. Ähnlich wie in der Abgas-Affäre um Volkswagen wird nur eines deutlich: Test können umgangen werden. Sie schaffen nicht das Vertrauen, das so wichtig ist, um Sponsoren und Zuschauer oder im Falle von VW Kunden zu gewinnen.

Bleibt die Frage: Wie gewinnt man Vertrauen? Eigentlich – und das ist das erstaunliche – ist es doch ganz einfach: Man trifft Abmachungen und hält diese ein. Ohne wenn und aber. Ohne doppeldeutige Auslegungen. Viele Akteure aus dem Sport und auch aus der Wirtschaft täten gut daran, sich an diese einfachen Prinzipien zu halten.

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