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Kommentar der Woche von Ulrich Pfaffenberger

Kommentar: Die Lust am Konflikt – dann halt Krawall!

 Symbolbild. Foto: B4B SCHWABEN

Der Respekt vor den Schlichtern bei Tarifauseinandersetzungen schwindet. Stattdessen kochen Aggressivität und Streitlust munter vor sich hin. Eine Veränderung, deren Folgen wir noch nicht auf der Rechnung haben, wie Ulrich Pfaffenberger in seinem Wochenkommentar meint.

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Schlichter in Tarifauseinandersetzungen bei den Beteiligten Gehör gefunden. Als „Mittel der Vernunft“ in verfahrenen Situationen haben sie mit ihrer Erfahrung und (Alters-)Weisheit Wege gefunden, um den Parteien die Tür zu einer Einigung ohne Gesichtsverlust zu öffnen. Was wir bei den aktuellen Konflikten beobachten können, liefert ein anderes Signal: Die Vorschläge der Schlichter sind immer häufiger in den Wind geschrieben – oder sie werden erst gar nicht mehr eingeladen.

Man sollte auch genau hinsehen, wessen guter und sachverständiger Rat da in den Wind geschlagen wird. Das sind keine heurigen Hasen, sondern fast immer lebensweise und abgeklärte Menschen mit einem Sinn für die Realitäten dieser Welt. Häufig genug sehen wir da Politiker genannt, die jenseits von Amt und Fraktionszwang nun so handeln, wie man es sich schon früher von ihnen gewünscht hätte. Kurzum: Schlichter haben’s eigentlich drauf, die Zündschnur eines Konflikts nicht nur auszutreten, sondern zu beseitigen.

Blättert man durch die Protokolle der jüngsten Schlichtungen, findet man allerdings kaum mehr einen Tarifstreit, bei dem das Wort der Schlichter etwas gegolten hätte. Bahn, Post, Lufthansa, Kitas: Die Lust am Konflikt ist leider nicht das Ergebnis einer neuen Streitkultur. Vielmehr zeigt sich darin eine breit verankerte Aggressivität, wie sie derzeit an vielen Stellen unserer Gesellschaft zu Tage tritt: polarisierend, beharrend, intolerant. Am Ende läuft somit vieles auf Krawall hinaus. Offenbar ist er vielen im Lande lieber als die beschauliche Stille des Konsens. Wirtschaft und Gesellschaft werden sich darauf einstellen müssen, an diesen neuen Unruhefaktor ein Preisschild zu hängen. Allein mit der Müllabfuhr, die wie bei der Love Parade hinterher den Dreck zusammenkehrt, ist es dabei allerdings nicht getan.

Ulrich Pfaffenberger