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Kommentar von Rebecca Weingarten

Kommentar der Woche: Dank der bösen Wirtschaft

 Die Öffentlichkeit sollte froh sein, dass sich die Wirtschaft in die Bildung einmischt. Foto: Lupo / pixelio.de

Warum die Öffentlichkeit der deutschen Wirtschaft dankbar sein sollte, dass sie sich in die Bildung einmischt.

Wer den Namen „Transparency International“ hört, der denkt als erstes ans Enthüllen von Korruption. Über Jahre hat die Organisation hart daran gearbeitet, dieses Image in der Öffentlichkeit zu verankern. Tatsächlich aber ist TI viel breiter aufgestellt, hat auch Lobbyismus und augenscheinlich unzulässige Einflussnahme von Geldgebern im Visier. Ein an sich ehrenwertes Unterfangen, das aber mitunter zu strittigen Ergebnissen führt – zumal es in den Äußerungen der Enthüller oft um eine angeblich reine Lehre geht, die keine Zwischentöne oder Kompromisse zulässt.

Sind diese Vorwürfe von Transpareny gerechtfertigt?

Unlängst hat Transparency angeprangert, dass sich der Umfang von Drittmitteln, die deutsche Hochschulen einwerben, in jüngster Zeit dramatisch vergrößert hat. Weil die Quelle dieses Geldes überwiegend in „der Wirtschaft“ sprudelt, wittert man öffentlichkeitswirksam übertriebene, wenn nicht gar unzulässige Einflussnahme. Es lohnt sich, einen Absatz aus der zugehörigen Pressemitteilung genau anzusehen, um den Grad der Gefahr abzuschätzen, den Transparency und seine Unterstützer daraus ableiten.

Zitiert wird Anna Lehmann, Bildungsredakteurin der taz: „Die Zahl der Stiftungsprofessuren hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Für Unternehmen sind sie ein beliebtes Mittel, um Einfluss zu nehmen, auf welchen Gebieten geforscht wird. Die FH Flensburg hat zum Beispiel mit dem Verband der norddeutschen Wirtschaft einen Vertrag über die Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Windenergie geschlossen. Der dazugehörige 16köpfige Beirat, der über das von den Stiftern zur Verfügung gestellte Geld entscheidet, wird allerdings von den Stiftern und weiteren Branchenvertretern dominiert, die Fachhochschule stellt selbst nur eine Vertreterin. Ein klares Indiz dafür, dass die Freiheit von Forschung und Lehre durch wirtschaftsgeleitete Interessen gefährdet ist.“

Die Wirtschaft leistet, was der Staat nicht schafft – oder nicht schaffen will

Solche Anwürfe stellen die tatsächlichen Zustände auf den Kopf – selbst wenn sie mit der Forderung nach Transparenz – sprich: der Offenlegung von Sponsoringverträgen – verbrämt werden.

Erstens sollte die Öffentlichkeit dankbar dafür sein, dass es jemanden gibt, dem es bares Geld wert ist, dass sich eine Hochschule einer Zukunftstechnologie annimmt. Unser Staat ist entweder nicht auf die Idee gekommen – oder hat das Geld nicht. Er könnte es sich natürlich über steuerliche Umwege holen; womit dann die Wirtschaft wieder zum Financier würde, aber bei der Verwendung nichts mehr mitzureden hätte.

Zweitens wird die Freiheit von Forschung und Lehre durch Geldzuflüsse nicht gefährdet, sondern gefördert. Die unterschwellige Behauptung, dass sie größer wäre, wenn sie aus der Staatskasse finanziert würde, darf vom mündigen Bürger bezweifelt werden.

Drittens sind Forschung und Lehre, die zu einer besseren und erfolgreicheren Wirtschaft führen, im Interesse aller Bürger, weil sie der ganzen Volkswirtschaft dienen.

Viertens gehört, vor allem in den technischen Fakultäten, der Professor, der seine Forschungsergebnisse zum Patent macht, genauso zur Industriegeschichte wie Unternehmen, die nahestehenden Hochschulen zur Seite stehen. Die Entwicklung ist also alles andere als neu, noch hätte sie in der Vergangenheit irgendetwas geschadet.

Fünftens nervt die permanente Unterstellung, „die Wirtschaft“ sei böse und nur auf ihren Vorteil bedacht. Wenigstens finden sich da noch Menschen, die sich Gedanken machen, ob das Geld, das sie investieren, sich lohnt.

Sechstens ist die Investition der Unternehmen in die Qualifikation von Fachkräften von morgen aktive Standortpolitik und gerade durch die regionale und inhaltliche Nähe zum Markt höchst effizient. Bayerisch-schwäbische Unternehmen in Ulm/Neu-Ulm, in Kempten und in Augsburg können ein Lied davon singen.

von Rebecca Weingarten