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IHK Schwaben

Günzburger Unternehmen blicken sorgenvoll in den Winter

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Symbolbild. Die Stadt Günzburg. Foto: Stadt Günzburg

Die Wirtschaft in Günzburg ist nach der Corona-Krise im Aufschwung. Doch die Sorge um die weitere Entwicklung wächst. Die Konjunktur hat im Landkreis Günzburg deutlich angezogen. Das Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2021.

Der IHK-Konjunkturindex ist um neun Punkte auf einen Wert von 125 Punkten gestiegen. Damit wurde das Vorkrisen-Niveau aus dem Herbst 2019 wieder erreicht. Gleiches gilt für den langjährigen Durchschnitt, der ebenfalls bei 125 Indexpunkten liegt. „Unsere Unternehmen haben sich erfolgreich gegen die Krise gestemmt. Das ist erfreulich“, sagt Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg. „Allerdings holen uns nun alte Probleme wieder ein, die den Aufschwung dämpfen. Es ist wichtig, dass die Politik diese Herausforderungen – vom Fachkräftemangel bis zu den hohen Energiepreisen – schnell und konsequent angeht, damit der Aufschwung nicht gänzlich abgewürgt wird.“

Jetzt profitieren alle Branchen von dem Aufschwung

Die Stimmung der Unternehmerinnen und Unternehmer im Landkreis Günzburg hat sich zuletzt signifikant verbessert. 56 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einer aktuell guten Geschäftslage. Das ist eine Steigerung um elf Prozentpunkte im Vergleich zur Vorumfrage aus dem Mai dieses Jahres. Auch der Anteil der Unternehmen, die gegenwärtig eine schlechte Situation in ihrem Betrieb beklagen, ist deutlich um 14 Prozentpunkte auf einen Anteil von 10 Prozent gesunken. „Es ist positiv zu sehen, dass sich eine Erholung quer durch alle Branchen zeigt“, sagt IHK-Vizepräsident Roland Kober. „Durch das nachlassende Infektionsgeschehen und die Lockerung der Corona Maßnahmen konnten endlich auch besonders betroffene Branchen wie das Reise- und Gastgewerbe oder der Handel profitieren“, so Kober. Das Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland ist bei rund jedem zweiten Unternehmen in den vergangenen Monaten gestiegen.

Warum Unternehmen sorgenvoll in die Zukunft blicken

Trotz dieser guten Nachrichten sind die Erwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer im Landkreis Günzburg verhalten optimistisch. 47 Prozent rechnen mit keiner Veränderung ihrer Situation in den nächsten Monaten. Mit Blick auf das zukünftige Auftragsvolumen, den Inlandsinvestitionen und der Beschäftigungszahl sind die Unternehmerinnen und Unternehmer abwartend. Jeweils die Mehrheit der Befragten erwartet keine Veränderungen in naher Zukunft. Unsicherheiten bestehen beispielsweise beim weiteren Verlauf der Pandemie oder der globalen Rohstoff- und Lieferkettenproblematik. „Es ist wichtig, dass die Politik hier für verlässliche Rahmenbedingen sorgt, um den Unternehmen die nötige Sicherheit zu geben, damit der Aufschwung nicht gänzlich abgewürgt wird“, sagt Hutter.

So ist die Lage in Westschwaben

Ein ähnliches Bild wie im Landkreis Neu-Ulm zeigt sich in der gesamten Region Westschwaben. Der Konjunkturindex für die Region ist um acht Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2021 angestiegen und liegt nun bei 131 Punkten. Das Vorkrisen-Niveau aus dem Herbst 2019 wurde ebenso übertroffen wie das langjährige Mittel. Ein positives Bild zeigt sich auch bei der aktuellen Geschäftslage. 54 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer bewerten ihre gegenwärtige Situation als gut. Das sind vier Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Lediglich neun Prozent der Befragten finden in ihrem Unternehmen gegenwärtige eine schlechte Situation vor. Im Mai lag dieser Wert noch bei 19 Prozent. 45 Prozent der Unternehmen rechnet mit keiner Veränderung ihrer Geschäftslage. 37 Prozent erwarten eine Verbesserung, 19 Prozent eine Verschlechterung. Auch mit Blick auf das erwartete Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland, den Inlandsinvestitionen und der Beschäftigungszahl sind die Unternehmerinnen und Unternehmer verhalten. Die Mehrheit rechnet jeweils mit einer gleichbleibenden Situation.

Rohstoff- und Lieferkettenproblematik bremsen Industrie aus

Ein Blick in die Branchen zeigt: Im Gegensatz zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich die Lange in der westschwäbischen Industrie wieder verschlechtert. Der branchenspezifische Index ist im Vergleich zum Frühjahr um acht Punkte auf einen Wert von 135 gesunken. Er liegt damit jedoch weiterhin über dem Vorkrisen-Niveau aus dem Herbst 2019 und dem langjährigen Durchschnitt. Die Erwartungen der Industrie sind allerdings gedämpft. 61 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit keiner Veränderung der Situation. Grund dafür sind die Unsicherheiten, welche aus der Pandemie, aber insbesondere aus der globalen Rohstoff- und Lieferkettenproblematik entstehen.

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