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Mittelstand 4.0

Bayerisch-Schwaben goes digital!?

Umfrage: Wie digital ist der Mittelstand in Bayerisch-Schwaben? Foto:  iSergey / iStock

Der Mittelstand in Bayerisch-Schwaben hat die Chancen und Risiken der Digitalisierung erkannt. Wie genau die Unternehmen in ihre digitale Zukunft blicken, das zeigt eine Umfrage von TEFEN MANAGEMENT CONSULTING und B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN.

Wie digital ist der bayerisch-schwäbische Mittelstand? In der Umfrage „Digitalisierungsbilanz Schwaben – Sind die Unternehmen in Schwaben fit für die digitale Transformation?“ unter den Unternehmen der Region sind die Tefen Management Consulting GmbH und B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN dieser Frage nachgegangen. Exakt 100 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Branchen haben sich für die Beantwortung der Fragen auf www.B4BSCHWABEN.de Zeit genommen. Die meisten Teilnehmer kommen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (10%), Finanzen (10%) und Dienstleistung (9%) (Grafik 2). Die ausgewogene Verteilung zeigt, dass das Thema über alle Branchen hinweg höchst relevant ist.

Mittelstand im Fokus

Besonders erfreulich: Es handelt sich um eine echte Mittelstandsbefragung, was die Verteilung der Unternehmensgrößen zeigt: 84 Prozent der Teilnehmer stammen aus Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern – diese Verteilung repräsentiert die Unternehmenslandschaft in Bayerisch-Schwaben ideal.

Daneben besitzt die Studie eine hohe Aussagekraft (Grafik 1): 63 Prozent der Teilnehmer waren Vorstände oder Geschäftsführer – ein Indiz dafür, dass das Thema Digitalisierung eine hohe „Management Attention“ besitzt. Aus der Bereichs- oder Abteilungsleiterebene nahmen 35 Prozent teil, zwei Prozent waren Referenten oder Sachbearbeiter.

Rahmenbedingungen für die Digitalisierung

Bei der Umsetzung der Digitalisierung spielen die Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Viele Befragte sehen vor allem eine schnelle und stabile Anbindung an das Internet als wichtig an. Daneben sind klare Regelungen und Bedingungen an den Datenschutz und die Geheimhaltung für die Teilnehmer besonders wichtig. Viele Befragte sehen auch das Verschmelzen von geschäftlicher und privater Nutzung von Endgeräten als großes Thema, etwa beim Abrufen geschäftlicher E-Mails über das private Telefon.

Die Mitarbeiter spielen beim Thema Digitalisierung eine zentrale Rolle. Hier fordern die Teilnehmer die Bereitschaft ein, sich in diesem Bereich
weiterzubilden, um den Umgang mit den neuen Medien und Möglichkeiten richtig beherrschen zu können. Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsverträgen sehen die Befragten in diesem Zusammenhang ebenfalls als wichtige Voraussetzung zum Gelingen der Digitalisierung in ihrem Unternehmen. Weiter sollte das Thema Digitalisierung nicht (nur) als Thema zur Kostenreduktion durch Prozesseffizienz gesehen werden, sondern als Revolution im Umgang innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.

Der Digitalisierungsgrad im Unternehmen

Wie schätzen nun die Teilnehmer den Digitalisierungsgrad in ihrem Unternehmen ein (Grafik 3)? Mit einem Wert von 3,7 (Skala 1 bis 6 = vollständig digitalisiert) sehen sich die Teilnehmer bereits mittelmäßig gut aufgestellt. Doch in den nächsten Jahren soll hier viel passieren (Grafik 4): In den nächsten fünf Jahren wollen die Befragten einen Wert von 5,0 erreichen. Es ist also zu erwarten, dass einige der Unternehmen mit neuen, echten und vollständig digitalen Geschäftsmodellen auf den Markt treten.

Erstaunlich ist auch die Bedeutung der Digitalisierung für den künftigen Unternehmenserfolg (Grafik 5). 79 Prozent der Teilnehmer sehen dies als besonders beziehungsweise sehr wichtig an. Aus diesen Aussagen lässt sich schließen, dass der bayerisch-schwäbische Mittelstand in den nächsten Jahren verstärkt in Digitalisierungsprojekte investieren.

Die ersten Projekte sind abgeschlossen

Dabei haben viele schon konkrete Projekte in diesem Bereich abgeschlossen: 78 Prozent der Befragten gaben an, Digitalisierungsprojekte bereits realisiert zu haben. Lediglich 20 Prozent haben bisher noch kein Projekt angepackt. Interessant ist das breite Spektrum, in dem sich die realisierten Projekte bewegen: Dies reicht von der Umstellung der Kommunikation im Unternehmen auf E-Mail bis zur Einführung einer cloudbasierten Serverlösung zur gemeinsamen Dateiablage und zum Datenaustausch.

Digitalisierung als Teil der Unternehmensstrategie

Für 65 Prozent der Teilnehmer ist die Digitalisierung ein Teil der Unternehmensstrategie. Das ist insofern interessant, als dieses Thema nicht als eigene Strategie angesehen wird, sondern die unterschiedlichsten Säulen im Unternehmen – von Vertrieb über Produktion bis Personal – betreffen kann. Demzufolge spielt für 35 Prozent der Teilnehmer Digitalisierung keine strategische Rolle – das kann jedoch an der unterschiedlichen Auslegung bei der Begrifflichkeit „Digitalisierung“ liegen. Außerdem wird ein Teil der bisher durchgeführten Projekte nicht als strategisch betrachtet, sondern mit dem Ziel der Prozess- und Kosteneffizienz.

Digitalisierung ist „Chefsache“

In der Hälfte der befragten Unternehmen gibt es keinen speziell für das Thema Digitalisierung verantwortlichen Mitarbeiter. Da das Thema aber eine hohe Management Attention besitzt, liegt der Schluss nahe, dass der Hauptansprechpartner in der Geschäftsleitung zu finden ist.

Dieses Ergebnis zeigt sich auch bei der Frage der Abteilungsverantwortung (Grafik 6): 21 Prozent sehen das Thema bei der Unternehmensleitung, 38 Prozent verorten es bei mehreren Bereichen. Lediglich 11 Prozent sehen die IT als Vorreiter gesehen. Die IT ist ein „Enabler“, kein Antreiber.

Die meisten dieser Digitalisierungsprojekte fanden vor allem innerhalb der Unternehmensgrenzen statt. Allen voran fällt hier das Stichwort „papierloses Büro“ (38%). Aber auch die Vernetzung von Einkauf und Buchhaltung im Warenwirtschaftssystem oder das digitale Archivieren von Schriftverkehr sind aktuelle Themen im Mittelstand. Neben internen Bereichen sind häufig auch das Marketing und der Vertrieb Projektziele. Genannte Beispiel sind CRM-Systeme, Onlineshops oder Kundenportale als Self-Service-­Bereich.

Der Kunde im Fokus

Welche Ziele verfolgen die Unternehmen mit der Digitalisierung (Grafik 7)? Unter den Top-10-Zielen ist mehr als die Hälfte eng verknüpft mit dem Markt und den Kunden. Der Kunde steht also bei den mittelständischen Unternehmen in Bayerisch-Schwaben klar im Fokus. 73 Prozent wollen eine stärkere Kundenbindung erreichen, 67 Prozent erhoffen sich eine Vereinfachung von Schnittstellen. Effizienzverbesserungen sehen 66 Prozent als Ziel. Bei rund 52 Prozent steht wieder das papierlose Büro im Fokus.

Die Top-3-Ziele mit dem Fokus auf Kunden und Märkten (Grafik 8) sind zum einen die effizientere und schnellere Kommunikation mit den Kunden (68%), zum anderen das Reagieren auf die veränderten Kundenansprüche durch die Nutzung neuer Technologien (78%) und mehr Vernetzung mit dem Kunden (72%).

Künftige Digitalisierungsprojekte

Die befragten Unternehmen haben konkrete Vorstellungen über künftige Digitalisierungsprojekte (siehe Grafik unten), die sich – trotz des starken Kundenfokusses – hauptsächlich wieder innerhalb der Unternehmensgrenzen abspielen: Hierzu gehören beispielsweise das Fuhrparkmanagement via GPS, das Bewerbermanagement oder die elektronische Akte.

Im Sektor Marketing und Vertrieb stehen vor allem die effiziente Vertriebs- und Terminsteuerung, Warenwirtschaftssysteme zur Vernetzung der Onlineplattformen und der Lieferanten, B2B-Web­shops und die Automatisierung des Lagers im Vordergrund. Auf Managementebene steht die Einführung von Projektmanagementsoftware und der Einsatz von Management-Tools im Vordergrund.

Fazit

Die Befragung „Digitalisierung im bayerisch-schwäbischen Mittelstand“ hat interessante Erkenntnisse gebracht. Nicht nur, dass das Thema meist in der Führungsebene angesiedelt und somit „Chefsache“ ist. Es ist für die Unternehmen vor allem die Chance, noch näher an ihre Kunden heranzurücken.

Waren Digitalisierungsprojekte in der Vergangenheit eher innerhalb der Unternehmensgrenzen zu finden, etwa mit dem Ziel „papierloses Büro“, rückt das Thema nun in den Außenfokus hin zu Kunden und dem Markt. Deshalb sind in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen in das Thema zu erwarten, um den Digitalisierungsgrad zu erhöhen.

Wie das genau aussehen soll, darüber sind sich viele Befragte jedoch noch unschlüssig – lediglich 37 Prozent haben konkrete Zukunftsprojekte mit Markt- und Kundenfokus benannt. Klar zeigte sich auch: In der Belegschaft ist das Thema mit Fingerspitzengefühl zu behandeln, da das Schlagwort Digitalisierung bei den Mitarbeitern Arbeitsplatz-ängste auslösen kann