Das Wirtschaftsjahr 2020: Folge 3

Michael Heilig: „Die Welt beneidet uns um unseren Mittelstand“

Michael Heilig, Leiter des Kreisverbandes in der Wirtschaftsregion Bayern Süd. Foto: BVMW
Wie blicken Wirtschaftslenker aus Bayerisch-Schwaben auf das Wirtschaftsjahr 2020? Michael Heilig, Leiter des Kreisverbandes Donau-Ries des BVMW, sieht für 2020 einige Herausforderungen auf den Mittelstand zukommen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie ist Ihre Prognose für das Wirtschaftsjahr 2020 bezogen auf Bayerisch-Schwaben?

Michael Heilig: Auch an Schwaben geht die aktuell schwächelnde konjunkturelle Lage in Deutschland nicht spurlos vorbei. So ist der IHK „Konjunkturindex Herbst 2019“ für Schwaben im Vergleich zum Frühjahr 2018 um inzwischen 20 Punkte gesunken. Das zeigt, wie die aktuelle wirtschaftliche Lage, nicht nur in Bayern und Deutschland, sondern auch global, unsere schwäbischen Unternehmerinnen und Unternehmer verunsichert. Insbesondere bei Betrieben aus Industrie und Großhandel überwiegen deshalb pessimistische Einschätzungen für 2020.

Damit sich die Stimmung verbessert, muss vor allem der Handelskonflikt zu einem Ende kommen. Die erhöhten Zollbeschränkungen führen zu großen Belastungen für unsere exportorientierten, mittelständischen Unternehmen. Vor diesem Hintergrund ist es umso besorgniserregender, dass in der Industrie auch die Inlandsnachfrage zurückgegangen ist.

Zudem führt der drohende BREXIT zu weiterer Verunsicherung. Hier muss endlich eine klare Lösung gefunden werden, damit unsere Mitglieder wieder sicherer planen können. Gleichzeitig bedroht der Fachkräftemangel in bestimmten Berufsgruppen nach wie vor die Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft im internationalen Vergleich. Die bayerische Politik muss konsequenter handeln und Lösungen finden. Insgesamt wird 2020 für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in Schwaben somit viele Herausforderungen bereithalten.

Wie stellt sich Ihr Netzwerk für 2020 auf?

Innovationen sind essentielle Treiber für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. Insbesondere der innovative Mittelstand war in der Vergangenheit ein tragendes Element des wirtschaftlichen Erfolges und gleichzeitig das internationale Aushängeschild der Bundesrepublik Deutschland. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistung ist jedoch rückläufig, obwohl zahlreiche Untersuchungen nach wie vor ihre positive Wirkung auf die Leistung kleiner und mittlerer Unternehmen bestätigen.

Der Mittelstand in der Region wird bei den Themen Nachhaltigkeit, Innovationen und Digitalisierung gewaltige Mengen an Kapital und viel Beratung brauchen. Dem werden wir zum Beispiel bei einer Gründermesse in Nördlingen in 2020 Rechnung tragen. Denn einfacher Zugang zu technologischem Fortschritt, innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen sowie transparente und unbürokratische Förderrichtlinien sind die Eckpfeiler, um die Innovationsbereitschaft bei Unternehmen zu erhöhen und damit die Gesellschaft voran zu bringen. Die gesellschaftliche Bedeutung von Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie Unternehmermut sind Grundlage des Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Diesen zu verstärken ist eine meiner Aufgaben.

Wie blicken Sie ganz persönlich aufs Jahr 2020?

Ich schaue gerne auch 2020 über den sogenannten Tellerrand, egal wie breit er ist. Künstliche Intelligenz sowie virtuelle und erweiterte Realitäten werden stärker in unser Leben treten. Wir sollten diese annehmen und nicht mit Ängsten darauf reagieren.

Wenn uns die Welt um etwas beneidet, dann ist es der deutsche Mittelstand. Er ist Innovations-, Technologie- und Wirtschaftsmotor Deutschlands. Er erfindet sich ständig neu, steht für das internationale Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ und ist Garant für die stabile Stellung Deutschlands. Regional, national und rund um den Globus. Mein Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und damit die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu sichern.

Ich wünsche mir und uns allen eine weiterhin gute und gemeinschaftliche Entwicklung in 2020 und dort wo es möglich ist, ein erfolgreiches Ziehen an EINEM Strang. Dies ist nicht nur ein hehrerer Wunsch, sondern Aufforderung an alle, die Zusammenarbeit auszubauen und gemeinsam für den Erfolg des Mittelstandes eine Bresche zu schlagen. Dass es funktionieren kann, haben wir in 2019 in unserem Netzwerk erlebt. Und darauf bin ich stolz.

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Damit sich die Stimmung verbessert, muss vor allem der Handelskonflikt zu einem Ende kommen. Die erhöhten Zollbeschränkungen führen zu großen Belastungen für unsere exportorientierten, mittelständischen Unternehmen. Vor diesem Hintergrund ist es umso besorgniserregender, dass in der Industrie auch die Inlandsnachfrage zurückgegangen ist.

Zudem führt der drohende BREXIT zu weiterer Verunsicherung. Hier muss endlich eine klare Lösung gefunden werden, damit unsere Mitglieder wieder sicherer planen können. Gleichzeitig bedroht der Fachkräftemangel in bestimmten Berufsgruppen nach wie vor die Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft im internationalen Vergleich. Die bayerische Politik muss konsequenter handeln und Lösungen finden. Insgesamt wird 2020 für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in Schwaben somit viele Herausforderungen bereithalten.

Wie stellt sich Ihr Netzwerk für 2020 auf?

Innovationen sind essentielle Treiber für Wachstum und Wohlstand einer Volkswirtschaft. Insbesondere der innovative Mittelstand war in der Vergangenheit ein tragendes Element des wirtschaftlichen Erfolges und gleichzeitig das internationale Aushängeschild der Bundesrepublik Deutschland. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistung ist jedoch rückläufig, obwohl zahlreiche Untersuchungen nach wie vor ihre positive Wirkung auf die Leistung kleiner und mittlerer Unternehmen bestätigen.

Der Mittelstand in der Region wird bei den Themen Nachhaltigkeit, Innovationen und Digitalisierung gewaltige Mengen an Kapital und viel Beratung brauchen. Dem werden wir zum Beispiel bei einer Gründermesse in Nördlingen in 2020 Rechnung tragen. Denn einfacher Zugang zu technologischem Fortschritt, innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen sowie transparente und unbürokratische Förderrichtlinien sind die Eckpfeiler, um die Innovationsbereitschaft bei Unternehmen zu erhöhen und damit die Gesellschaft voran zu bringen. Die gesellschaftliche Bedeutung von Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie Unternehmermut sind Grundlage des Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Diesen zu verstärken ist eine meiner Aufgaben.

Wie blicken Sie ganz persönlich aufs Jahr 2020?

Ich schaue gerne auch 2020 über den sogenannten Tellerrand, egal wie breit er ist. Künstliche Intelligenz sowie virtuelle und erweiterte Realitäten werden stärker in unser Leben treten. Wir sollten diese annehmen und nicht mit Ängsten darauf reagieren.

Wenn uns die Welt um etwas beneidet, dann ist es der deutsche Mittelstand. Er ist Innovations-, Technologie- und Wirtschaftsmotor Deutschlands. Er erfindet sich ständig neu, steht für das internationale Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ und ist Garant für die stabile Stellung Deutschlands. Regional, national und rund um den Globus. Mein Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und damit die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu sichern.

Ich wünsche mir und uns allen eine weiterhin gute und gemeinschaftliche Entwicklung in 2020 und dort wo es möglich ist, ein erfolgreiches Ziehen an EINEM Strang. Dies ist nicht nur ein hehrerer Wunsch, sondern Aufforderung an alle, die Zusammenarbeit auszubauen und gemeinsam für den Erfolg des Mittelstandes eine Bresche zu schlagen. Dass es funktionieren kann, haben wir in 2019 in unserem Netzwerk erlebt. Und darauf bin ich stolz.

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