WEITERBILDUNG

HS Augsburg: Nah an der Wirtschaft

Die berufsbegleitende Weiterbildung ist ein wichtiges Standbein der Hochschule Augsburg. Rund 370 Studierende nehmen pro Jahr an den 17 angebotenen Studiengängen teil, je nach Kurs mit Bachelor-, Master- oder Zertifikatsabschluss.

Warum die meisten berufsbegleitenden Weiterbildungen ausgebucht sind, erläutert Professor Dr.-Ing. Elisabeth Krön von der Fakultät für Architektur und Bauwesen und Vizepräsidentin für Weiterbildung und Wissens­transfer an der Hochschule Augsburg.

Frau Prof. Dr. Krön, warum sind berufsbegleitende Studiengänge so beliebt?

Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Krön: Da spielt sicher der Fachkräftemangel eine große Rolle. Die Unternehmen sehen sich verstärkt intern um, um das notwendige Know-how auszubilden. Damit verbunden geht es vielen Firmen um die Mitarbeiterbindung, eine berufsbegleitende Fortbildung hat einen Win-win-Effekt – der Mitarbeiter erfährt Wertschätzung und kann sich weiterentwickeln, das Unternehmen holt sich wichtiges Spezialwissen ins Haus. Und generell wird oder ist das lebenslange Lernen unerlässlich.

Wer sind Ihre Zielgruppen?

Krön: Vielfach die Unternehmen der Region, aber teils auch überregionale Unternehmen, die Mitarbeiter fortbilden wollen. Genauso die Arbeitnehmer selbst, die sich aus eigener Motivation weiterbilden möchten. Auch wer von sich aus kommt, findet bei uns immer eine offene Tür. Wir beraten gerne. Dazu bieten wir regelmäßig Info-Abende an, auch offene Seminare zum Hineinschnuppern gibt es.

Sie werben damit, dass Sie „bedarfsorientiert Wissen vermitteln“. Was heißt das genau?

Krön: Schon bei der Programmentwicklung orientieren wir uns an dem, was Unternehmen oder Branchen brauchen. Sehr stolz bin ich zum Beispiel auf unseren „Fachingenieur Fassade“ in Form eines Zertifikatsstudiums. Für Schwaben war das ein Volltreffer, haben wir hier doch im Glasbau und Fassadenbereich große Player und Weltmarktführer sitzen. Ich nenne nur Gartner, Raico, Roschmann, Schüco, Seele oder Wicona. Schon seit Jahren suchen diese Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Es gab und gibt kaum eine spezielle Ausbildung, sie müssen Fachkräfte selbst ans Unternehmen heranführen. In gemeinsamen Expertenrunden haben wir den Studiengang entwickelt, heute, im zehnten Jahr, ist er rundum etabliert und jedes Jahr ausgebucht. Längst mit Teilnehmern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.

Sie können mit Ihrem Angebot auf Veränderungen in der Wirtschaftswelt reagieren?

Krön: Ja, erst kürzlich haben wir drei neue Zertifikatsstudiengänge ins Programm aufgenommen: den „Fachingenieur Holzbau“, den „IT-Projekt- und Prozessmanager“ und den „Prozessentwickler Logistik“. Alles Felder, in denen viel Entwicklung und Innovation passiert, der Holzbau etwa mit inzwischen bis zu zwölfgeschossigen Gebäuden oder das Zukunftsthema an sich, die digitale Transformation, der sich zunehmend mehr Unternehmen in der Region stellen. Entstanden sind diese Kurse erneut in Zusammenarbeit mit Experten aus Schlüsselunternehmen und Schlüsselverbänden, zum Beispiel dem Logistik-Cluster Schwaben oder dem Netzwerk Holzbau der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Wirtschaftsraums Augsburg A³. Wie gesagt, wir orientieren unser Angebot nah an der Wirtschaft. Auch dank guter Netzwerke – wir arbeiten gerne langfristig mit unseren Partnern zusammen.

Die Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend. Wie ermöglichen Sie es Unternehmern und Teilnehmern, Arbeit und Seminarbesuch zu vereinen?

Krön: Natürlich kann ein berufsbegleitendes Studium nicht zu 100 Prozent auf Kosten der Arbeitszeit erfolgen. Jeder Beteiligte investiert, der Arbeitnehmer, indem er nach Feierabend oder samstags Zeit aufbringt, das Unternehmen, indem es seine Teilnehmer zeitweise, etwa freitags, freistellt, und wir Dozenten, indem wir zu unserer normalen Arbeitszeit auch dann zur Verfügung stehen. Zudem muss Weiterbildung nicht automatisch ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium bedeuten. Unser Programm umfasst auch kleinere Formate wie die Zertifikatsstudiengänge, zum Beispiel der schon erwähnte „Prozessentwickler Logistik“. Das sind in der Regel spezialisierte Zusatzqualifikationen von einem Jahr Dauer und modulartig angelegt. Das heißt, mehrere dieser Kurse können kombiniert werden und so zu einem echten Studienabschluss führen. Das Dritte, was ich erwähnen möchte, sind unsere Inhouse-Firmenseminare, für die unsere Dozenten und Professoren in die Unternehmen kommen. Hier gibt es praxisorientierte Weiterbildung beispielsweise aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Controlling, Marketing und Vertrieb. Sie dauern meist ein bis zwei Tage, lediglich umfassendere Angebote wie Managementwissen oder Produktmanagement benötigen mehr Zeit.

Ihr Resümee zum Weiterbildungsangebot?

Krön: Ich denke, wir leisten einen wertvollen Beitrag für die Unternehmen in der Region und die akademische Weiterbildung der Mitarbeiter. Und wir haben das Potenzial, dank des wissenschaftlichen Backgrounds der Hochschule, das Angebot auch in Zukunft bedarfsorientiert auszubauen. 

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Warum die meisten berufsbegleitenden Weiterbildungen ausgebucht sind, erläutert Professor Dr.-Ing. Elisabeth Krön von der Fakultät für Architektur und Bauwesen und Vizepräsidentin für Weiterbildung und Wissens­transfer an der Hochschule Augsburg.

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Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Krön: Da spielt sicher der Fachkräftemangel eine große Rolle. Die Unternehmen sehen sich verstärkt intern um, um das notwendige Know-how auszubilden. Damit verbunden geht es vielen Firmen um die Mitarbeiterbindung, eine berufsbegleitende Fortbildung hat einen Win-win-Effekt – der Mitarbeiter erfährt Wertschätzung und kann sich weiterentwickeln, das Unternehmen holt sich wichtiges Spezialwissen ins Haus. Und generell wird oder ist das lebenslange Lernen unerlässlich.

Wer sind Ihre Zielgruppen?

Krön: Vielfach die Unternehmen der Region, aber teils auch überregionale Unternehmen, die Mitarbeiter fortbilden wollen. Genauso die Arbeitnehmer selbst, die sich aus eigener Motivation weiterbilden möchten. Auch wer von sich aus kommt, findet bei uns immer eine offene Tür. Wir beraten gerne. Dazu bieten wir regelmäßig Info-Abende an, auch offene Seminare zum Hineinschnuppern gibt es.

Sie werben damit, dass Sie „bedarfsorientiert Wissen vermitteln“. Was heißt das genau?

Krön: Schon bei der Programmentwicklung orientieren wir uns an dem, was Unternehmen oder Branchen brauchen. Sehr stolz bin ich zum Beispiel auf unseren „Fachingenieur Fassade“ in Form eines Zertifikatsstudiums. Für Schwaben war das ein Volltreffer, haben wir hier doch im Glasbau und Fassadenbereich große Player und Weltmarktführer sitzen. Ich nenne nur Gartner, Raico, Roschmann, Schüco, Seele oder Wicona. Schon seit Jahren suchen diese Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Es gab und gibt kaum eine spezielle Ausbildung, sie müssen Fachkräfte selbst ans Unternehmen heranführen. In gemeinsamen Expertenrunden haben wir den Studiengang entwickelt, heute, im zehnten Jahr, ist er rundum etabliert und jedes Jahr ausgebucht. Längst mit Teilnehmern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.

Sie können mit Ihrem Angebot auf Veränderungen in der Wirtschaftswelt reagieren?

Krön: Ja, erst kürzlich haben wir drei neue Zertifikatsstudiengänge ins Programm aufgenommen: den „Fachingenieur Holzbau“, den „IT-Projekt- und Prozessmanager“ und den „Prozessentwickler Logistik“. Alles Felder, in denen viel Entwicklung und Innovation passiert, der Holzbau etwa mit inzwischen bis zu zwölfgeschossigen Gebäuden oder das Zukunftsthema an sich, die digitale Transformation, der sich zunehmend mehr Unternehmen in der Region stellen. Entstanden sind diese Kurse erneut in Zusammenarbeit mit Experten aus Schlüsselunternehmen und Schlüsselverbänden, zum Beispiel dem Logistik-Cluster Schwaben oder dem Netzwerk Holzbau der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Wirtschaftsraums Augsburg A³. Wie gesagt, wir orientieren unser Angebot nah an der Wirtschaft. Auch dank guter Netzwerke – wir arbeiten gerne langfristig mit unseren Partnern zusammen.

Die Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend. Wie ermöglichen Sie es Unternehmern und Teilnehmern, Arbeit und Seminarbesuch zu vereinen?

Krön: Natürlich kann ein berufsbegleitendes Studium nicht zu 100 Prozent auf Kosten der Arbeitszeit erfolgen. Jeder Beteiligte investiert, der Arbeitnehmer, indem er nach Feierabend oder samstags Zeit aufbringt, das Unternehmen, indem es seine Teilnehmer zeitweise, etwa freitags, freistellt, und wir Dozenten, indem wir zu unserer normalen Arbeitszeit auch dann zur Verfügung stehen. Zudem muss Weiterbildung nicht automatisch ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium bedeuten. Unser Programm umfasst auch kleinere Formate wie die Zertifikatsstudiengänge, zum Beispiel der schon erwähnte „Prozessentwickler Logistik“. Das sind in der Regel spezialisierte Zusatzqualifikationen von einem Jahr Dauer und modulartig angelegt. Das heißt, mehrere dieser Kurse können kombiniert werden und so zu einem echten Studienabschluss führen. Das Dritte, was ich erwähnen möchte, sind unsere Inhouse-Firmenseminare, für die unsere Dozenten und Professoren in die Unternehmen kommen. Hier gibt es praxisorientierte Weiterbildung beispielsweise aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Controlling, Marketing und Vertrieb. Sie dauern meist ein bis zwei Tage, lediglich umfassendere Angebote wie Managementwissen oder Produktmanagement benötigen mehr Zeit.

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