Preis für Menschlichkeit

„Barber Angels“-Gründer aus Biberach in Paris ausgezeichnet

Rund 40.000 bedürftige Menschen wurden von den „Barber Angels Brother-hood“ schon frisiert. Der Gründer des wohltätigen Vereins, Claus Niedermaier, wurde nun in Paris mit dem Preis für Menschlichkeit ausgezeichnet.

Mittlerweile engagieren sich rund 350 Friseure deutschlandweit für Claus Niedermaiers Projekt. Nach seiner Ausbildung übernahm der Friseurmeister den elterlichen Betrieb in Biberach an der Riß. Mittlerweile leitet er ein Team von zwölf Mitarbeitern und fünf Lehrlingen. Jetzt wurde er in Paris mit dem Preis für Menschlichkeit ausgezeichnet. Der „Grand Prix Humanitaire de France“ wird jährlich vergeben und ehrt Personen, die in Not geratene Menschen auf beispielhafte Weise unentgeltlich Hilfe leisten.

Wie es zur Gründung des Projekts kam

„An einem Abend im Jahr 2016 habe ich durch einen Fernsehbeitrag von dem ersten Erfrierungstoten in München erfahren. Direkt am nächsten Tag habe ich Freunde und Kollegen in meine Gedanken eingeweiht und damit war der Verein gegründet“, so der Barber Angels Gründer Claus Niedermaier. Und weiter: „Wir geben mit unserem Handwerk, das wir leidenschaftlich betreiben, etwas zurück, ohne Geld in die Hand zu nehmen. Nur mit dem, was wir gelernt haben und was wir können.“

Über die Finanzierung des Vereins

Die Mitglieder steuern monatlich 15 Euro für die Vereinskasse bei. Die Arbeit ist ehrenamtlich. Jedes Wochenende reisen die Vereinsmitglieder in verschiedene Großstädte, um in Brennpunkten ihrer Arbeit nachzugehen. Alle Ausgaben, wie Fahrt-, Übernachtungs- oder Verpflegungskosten werden von den Vereinsmitgliedern selbst getragen. Spendengelder helfen aber Ausstattung und Material zu finanzieren.

„Wir bewerben die Einsätze nie öffentlichkeitswirksam“

Aber wie wird eigentlich der Kontakt zu den Obdachlosen aufgenommen? „Wir bewerben die Einsätze nie öffentlichkeitswirksam, sondern hängen Flyer in Institutionen wie Wohnheimen oder Suppenküchen aus. In diesen Institutionen erhalten Obdachlose dann Gutscheine, die sie bei uns für eine neue Frisur einlösen können“, erklärt Niedermaier.  Und weiter: „Uns ist dabei noch wichtig, dass bei jedem Einsatz die regionale Presse dabei ist. Es geht darum, dass die Menschen wachgerüttelt werden. Sie sollen erfahren, was direkt nebenan passiert.“

Auch eine Weitervermittlung der Kunden ist möglich

Sein Engagement will Niedermaier aber auch an die jüngere Generation weitergeben. Deshalb hat er die Plattform der ‚Barber Angels Junior‘ gegründet. Die Azubis im dritten Lehrjahr und Gesellen im ersten Lehrjahr sind im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern beitragsfrei. „Es ist auch schon passiert, dass wir unter anderem obdachlose Kinder und Jugendliche mit unserem Handwerk begeistert haben. Diese vermitteln wir gerne über unser Netzwerk nach individuellen Bedingungen zu gegebener Zeit an Ausbildungsstellen. Unser Verein soll und darf wachsen und eine nachhaltige Herzensangelegenheit bleiben“, findet der Gründer abschließend.

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